mini|299x299px|Lützkampen Lützkampen ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Geographie mini|Stupbach vom belgischen Stoubach (Gemeinde Burg-Reuland) aus gesehen|alternativtext= Lage Der Ort liegt in der Landschaft Islek, im Westen der Eifel und in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland–Luxemburg–Belgien. Die Ortslage hat die Form eines langgezogenen, halbrunden Straßendorfes, das sich in Ost-West-Richtung erstreckt. Erweitert wurde sie in jüngerer Zeit durch Neubauten in Richtung Harspelt und in der „Bornwiese“.

Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist Auf der Nell mit , der niedrigste Bodenpunkt ist an der Our südlich der Grimmelslei mit .

Mit 50,1 % wird die Hälfte des Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, 41,3 % sind Waldfläche (Stand 2019).

Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in die Gemeindeteile Lützkampen, Stupbach und Welchenhausen. Zu Lützkampen gehören auch die Weiler Diedrichsborn, Auf der Nöll und Auf dem Bock sowie die Wohnplätze Lützkampenermühle, Zollamt Lützkampen (Auf dem Halvent) und Im Pesch; zu Stupbach gehören die Wohnplätze Auf Halenfeld, In der Loch und Stupbacherseif (Brodelseifen).

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Burg-Reuland (Belgien) im Westen und Norden, Kesfeld und Großkampenberg im Osten, Herzfeld im Südosten sowie Harspelt im Süden.

Geschichte Funde von Ruinen römischer Siedlungen im Lützkamper Bereich weisen auf eine frühe Besiedelung des Ortes hin.

Die drei Dörfer Lützkampen, Stupbach, Welchenhausen gehörten bis Ende des 18. Jahrhunderts zur luxemburgischen Herrschaft Dasburg.

Die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, wurden im Jahr 1784 von französischen Revolutionstruppen besetzt und im Oktober 1795 von Frankreich annektiert. Unter der französischen Verwaltung gehörten Lützkampen, Stupbach und Welchenhausen zum Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig dem Departement Wälder zugeordnet war.

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugeordnet. Lützkampen und Stupbach wurden der Bürgermeisterei Harspelt, Welchenhausen der Bürgermeisterei Leidenborn angehörig. Gemeinsam gehörten diese zum 1816 neu gebildeten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und von 1822 an zur Rheinprovinz. Alle drei Gemeinden gehörten von 1936 an zum Amt Daleiden-Leidenborn und seit 1970 zur Verbandsgemeinde Arzfeld.

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Stupbach (seinerzeit 60 Einwohner) und Welchenhausen (51 Einwohner) nach Lützkampen eingemeindet.

Eine erste Kirche wurde im frühen Mittelalter errichtet, als Lützkampen eine Filiale von Ouren war. Zum Bau eines Pfarrhauses kam es 1806.

Vom Zweiten Weltkrieg wurde es 1944 erstmals betroffen, als amerikanische Truppen einmarschierten und die Bevölkerung nach Belgien evakuiert wurde. 1945 fand eine erneute Evakuierung durch die Amerikaner statt. Insgesamt wurden für den Krieg 27 Gefallene, drei Vermisste sowie sechs Tote in der Zivilbevölkerung verzeichnet.

1955 wurde der Ort an das Kreiswasserwerk angeschlossen, zwei Jahre später wurde er kanalisiert.

Der Ortsname bedeutet in etwa „kleines Feld“, denn „lütz“ wird als „klein“ abgeleitet und „campen“ ist auf das lateinische Wort für „Feld“ zurückzuführen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lützkampen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 321 1835 409 1871 462 1905 480 1939 516 1950 482 1961 464 Jahr Einwohner 1970 439 1987 465 1997 409 2005 401 2011 383 2017 352

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Lützkampen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und – wenn neu gewählt und ernannt – dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Das Amt ist derzeit vakant. Aktuell wird die Gemeinde von Daniel Oestges als 1. Beigeordneter geführt. Da für eine nach der Amtsniederlegung des bisherigen Ortsbürgermeisters parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 angesetzte Direktwahl eines Nachfolgers keine Vorschläge eingereicht wurden, obliegt die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung nun dem Rat der Gemeinde.

Zuletzt war Manfred Müller seit dem 13. August 2019 Ortsbürgermeister von Lützkampen. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters dem Rat. Dieser wählte Müller auf seiner konstituierenden Sitzung für fünf Jahre ins Amt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 73,1 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt. Er legte sein Amt jedoch vorzeitig zum 31. Dezember 2025 nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.

Müllers Vorgänger waren von 2016 bis 2019 Manfred Schoden († 2019) und bis Ende 2015 Patrick Bormann, der das Amt fast zwölf Jahre ausübte. Von 1996 bis 1999 war Alfred Neuens († 2025) Ortsbürgermeister von Lützkampen.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche von Lützkampen mini|„Museum in der wArtehalle“, Welchenhausen. Bauwerke Die heutige Kirche Lützkampens wurde 1962/63 erbaut. Der Chor aus der früheren Kirche blieb bestehen. Seit 1964 hat die Kirche drei neue Glocken. 1974 wurde eine neue Orgel eingeweiht. Der Friedhof wurde 1958 etwa einen Kilometer außerhalb des Dorfes verlegt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lützkampen

Museum

Im August 2002 wurde das „Museum in der wArtehalle“ eröffnet, ein kleines Kunstmuseum in der Ortschaft Welchenhausen, das neben Werken von Künstlern aus Deutschland und seinen Nachbarländern sowie verschiedenen Einzelpräsentationen in den Wintermonaten Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Islek-Region zeigt.Infos auf der Homepage des Museums

Grünflächen und Naherholung Naturdenkmal ist eine 250 Jahre alte Buche bei einem Einzelgehöft an der Straße nach Sevenig (Our).

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Lützkampen

Regelmäßige Veranstaltungen Die Kirmes wird am letzten Sonntag im Juli gefeiert, als Erinnerung an die Grundsteinlegung der neuen Kirche. Am ersten Wochenende nach Aschermittwoch, dem sogenannten Scheef-Sonntag, findet das Burgbrennen statt. Dabei wird nach altem Brauch ein großer Haufen Stroh, Reisig usw. abgebrannt.

Wirtschaft und Infrastruktur Gewerbe Bis zum Zweiten Weltkrieg war Lützkampen durch zahlreiche kleine Landwirtschaftsbetriebe geprägt. Seit 1971, als noch 72 landwirtschaftliche Betriebe gezählt wurden, hat die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 668 ha auf 301 ha (2010) abgenommen, die von acht Betrieben bewirtschaftet wurden. Dadurch ist Lützkampen auch zu einer Wohngemeinde geworden.

Verkehr Im Zentrum Lützkampens trifft die im Ort endende und in Nord-Süd-Richtung verlaufende Landesstraße 15 auf die von Osten nach Westen führende Landesstraße 1. Die beiden Landesstraßen führen u. a. nach Üttfeld, Harspelt und bis zur belgischen Staatsgrenze.

Öffentliche Einrichtungen Lützkampen ist Standort einer 1950 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr, eines Kindergartens und der Grundschule St. Willibrord.

Persönlichkeiten Edmund Geisen (* 5. März 1949 in Lützkampen), Landwirtschaftsdirektor und Politiker (FDP), Mitglied des Land- und Bundestages

Literatur

Weblinks

Ortsgemeinde Lützkampen auf der Website der Verbandsgemeinde Arzfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ort an der Our