Vinkrath ist ein Ortsteil der zum Kreis Viersen gehörenden Gemeinde Grefrath im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.(4. Auflage 1989, herausgegeben vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 27. Oktober 2013)(12. Auflage 2007, herausgegeben vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), aufgerufen am 27. Oktober 2013) Das Kirchdorf Vinkrath zählt außerdem zur Region Niederrhein und durch seine Lage im Kreis Viersen zur Euregio Rhein-Maas-Nord.Offizieller Internetauftritt der Euregio Rhein-Maas-Nord, abgerufen am 27. Oktober 2013. Ende 2014 hatte Vinkrath 1 790 Einwohner, davon 885 Männer (49,44 %) und 905 Frauen (50,56 %). Frühere Bezeichnungen waren Venkrath oder (französisch) Winkard.(Nachdruck herausgegeben 1971 vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 27. Oktober 2013)Anton Joseph Dorsch (französischer Unterpräfekt des Arrondissements Kleve): Statistique du Département de la Roer(Druckerei Oedenkoven & Thiriart, Köln 1804, Online-Digitalisat von Google eBook, französisch, abgerufen am 27. Oktober 2013)

Geschichte Im Unterschied zu den weiter östlich gelegenen Ortschaften Mülhausen und Oedt, die erst durch die Gebietsreform von 1970 zu Ortsteilen der Gemeinde Grefrath wurden, war Vinkrath schon seit dem Mittelalter eine Honnschaft innerhalb der sogenannten Herrlichkeit Grefrath,Peter Norrenberg: Geschichte der Herrlichkeit Grefrath, Baedeker’s Verlag, Viersen 1875(Online-Digitalisat der Universitätsbibliothek der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, abgerufen am 27. Oktober 2013) insofern entspricht die Geschichte Vinkraths im Wesentlichen der Geschichte Grefraths.

Vinkrath vom Mittelalter bis zur Epoche der Französischen Revolution Zu Beginn des 13. Jahrhunderts war das Gebiet der Herrlichkeit Grefrath ein Teil der Grafschaft Krickenbeck und fiel durch Erbschaft an Graf Adolf I. von der Mark,Stephan Frankewitz: Das Amt Krickenbeck und die Stadt Venlo im späten Mittelalter(erschienen im , , abgerufen am 27. Oktober 2013) einen Sohn der Alveradis von Krickenbeck. Im Jahr 1243 verkaufte jener Adolf I. das Krickenbecker Land an Graf Otto II. von Geldern. Die kleine Grafschaft Krickenbeck wurde so in einen Verwaltungsbezirk der Grafschaft Geldern umgewandelt, das sogenannte Amt Krickenbeck. Die Grafschaft Geldern wurde 1339 zum Herzogtum Geldern aufgewertet und geriet in den folgenden Jahrhunderten unter die Herrschaft verschiedener europäischer Mächte.

1543 verlor das Herzogtum Geldern endgültig seine Eigenständigkeit und wurde zunächst ein Teil der Burgundischen Niederlande, dann ab 1555 der Spanischen Niederlande. 1581 wurde der nördliche Teil des Herzogtums Geldern als Provinz Gelderland zu einem Teilgebiet der damals neugegründeten Niederländischen Republik, der südliche Teil des Herzogtums, das sogenannte Geldrische Oberquartier einschließlich des Amtes Krickenbeck mit Grefrath und Vinkrath, verblieb jedoch auch nach 1581 unter spanischer Herrschaft.Irmgard Hantsche: Atlas zur Geschichte des Niederrheins, Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie, Band 4(Verlag Pomp, Bottrop und Essen 1999, 5. Auflage 2004, ISBN 3-89355-200-6)

Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg wurde 1713 im Frieden von Utrecht das Geldrische Oberquartier unter den Siegermächten jenes Konflikts aufgeteilt. Der nördliche Teil des Oberquartiers, einschließlich des Amts Krickenbeck mit Grefrath und Vinkrath, fiel dabei an Preußen. Unter der preußischen Verwaltung erhielt Vinkrath dann 1732 seine erste Schule.RP Online (Rheinische Post): Gemeinde Grefrath: Aus der Geschichte(Internetartikel von RP Online, Düsseldorf, vom 24. Juli 2012, abgerufen am 27. Oktober 2013)

Vinkrath seit der Französischen Revolution bis Ende des 19. Jahrhunderts mini|Vinkrath zur Franzosenzeit Anfang des 19. Jahrhunderts Im Jahr 1794 besetzten französische Revolutionstruppen die linksrheinischen Gebiete (des heutigen Deutschlands), darunter auch Preußisch Obergeldern mit Vinkrath. Als Honnschaft verfügte Vinkrath bis dahin, wenn auch in bescheidenem Umfang, über eine gewisse kommunale Selbständigkeit.Peter Norrenberg: Chronik der Stadt Dülken, Baedeker’s Verlag, Viersen 1874(Online-Digitalisat der Universitätsbibliothek der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, abgerufen am 27. Oktober 2013) Unter der französischen Verwaltung kam es jedoch 1798 zu einer umfassenden Gebietsreform, wobei Vinkrath in die von den Franzosen neu geschaffene Bürgermeisterei („Mairie“) Grefrath eingegliedert wurde.Dr. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, Verlag Schreiner, Düsseldorf, 1836 (Online-Digitalisat von Google eBook, abgerufen am 27. Oktober 2013) Die bescheidene kommunale Selbstverwaltung der Honnschaft Vinkrath war damit zu Ende. Als Teil der Mairie Grefrath gehörte Vinkrath nun zum Kanton Wankum, einem Gerichtsbezirk des Arrondissement de Clèves im Département de la Roer.

Nach dem Ende der Koalitionskriege kamen Grefrath und Vinkrath im Jahr 1815 erneut an Preußen, anders als 1713, als es nur um einen Teil des Geldrischen Oberquartiers ging, wurde dieses Mal das gesamte Rheinland preußisch. Zwar wurden unter der preußischen Herrschaft die mittleren Verwaltungsebenen aus der Franzosenzeit erneut umgestaltet, aus französischen Kantonen, Arrondissements und Départements wurden preußische Landkreise, Regierungsbezirke und Provinzen, auf Gemeindeebene beließ es der preußische Staat aber im Wesentlichen bei den von Frankreich eingeführten Verwaltungsstrukturen, die Mairie Grefrath wurde einfach in Bürgermeisterei umbenannt und die frühere Honnschaft Vinkrath als irgendwie noch eigenständige Verwaltungseinheit wurde auch unter preußischer Verwaltung nicht wiederhergestellt. Ab 1816 gehörte die Bürgermeisterei Grefrath mit Vinkrath zum Kreis Kempen im Regierungsbezirk Kleve der preußischen Provinz Jülich-Kleve-Berg. Seit 1822 zählte der Kreis Kempen mit Grefrath und Vinkrath zum Regierungsbezirk Düsseldorf der Preußischen Rheinprovinz. 1830 hatte Vinkrath etwa 600 Einwohner.Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1830 (Online-Digitalisat von Google eBook, abgerufen am 27. Oktober 2013) Im Jahr 1849 konstituiert sich in Vinkrath die St. Laurentius Schützengesellschaft.(Internetauftritt der St. Laurentius Schützengesellschaft Vinkrath 1849 e. V., abgerufen am 27. Oktober 2013) Als preußisches Dorf gehörte Vinkrath automatisch zum 1871 gegründeten Deutschen Reich.Hermann Kinder / Werner Hilgemann: dtv-Atlas zur Weltgeschichte Band II, 15. Auflage 1980, Deutscher Taschenbuch Verlag München, ISBN 3-423-03002-X

Vinkrath seit 1900 Angesichts der damals stark anwachsenden Bevölkerung kam es 1903 in Vinkrath zur Gründung der eigenständigen katholischen Pfarre St. Josef, gleichzeitig wurde auch die gleichnamige Pfarrkirche fertiggestellt.Pfarrgemeinde St. Josef Vinkrath: 1903–2003 / 100 Jahre St. Josef Vinkrath(herausgegeben 2003 von der Pfarrgemeinde St. Josef Vinkrath unter Mitarbeit aller Vinkrather Vereine und Gruppierungen) Im Jahr 1922 bildete sich das Trommlercorps „Einigkeit“ Vinkrath 1922 e. V.,Homepage des Trommlercorps „Einigkeit“ Vinkrath 1922 e. V. (abgerufen am 18. November 2013) 1924 wurde der örtliche Fußballverein SuS (Spiel und Sport) Vinkrath 1924 e. V. gegründet,Homepage des SuS Vinkrath 1924 e. V. (abgerufen am 27. Oktober 2013) im Jahr darauf entstand der lokale Männergesangverein MGV Vinkrath 1925.Homepage des Männergesangvereins MGV Vinkrath 1925 (abgerufen am 27. Oktober 2013) Seit 1929 gehörten Grefrath und Vinkrath zum Kreis Kempen-Krefeld, der durch Erweiterungen des Kreises Kempen entstanden war, der Sitz der Kreisverwaltung war nach wie vor in Kempen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Vinkrath 1945 Teil der Britischen Besatzungszone, seit 1946 gehört es zum damals neu gegründeten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, eines jener Bundesländer, die den Staat Preußen ersetzten, der durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 des Alliierten Kontrollrats von 1947 aufgelöst wurde.

Im Jahr 1970 wurde die Gemeinde Grefrath um die Ortsteile Oedt und Mülhausen aus der bis dahin eigenständigen Nachbargemeinde Oedt erweitert,Rudolf H. Müller: Der Bericht 1968 (erschienen im Heimatbuch des Landkreises Kempen-Krefeld 1969 (jetzt: , Kempen (Ndrh) 1968, , abgerufen am 27. Oktober 2013) seither ist Vinkrath einer von vier amtlichen Ortsteilen der Gemeinde Grefrath.Offizieller Internetauftritt der Gemeinde Grefrath, abgerufen am 2. April 2015. Am 1. Januar 1975 wurde der Kreis Kempen-Krefeld in den Kreis Viersen umgewandelt, zu dem die Gemeinde Grefrath mit Vinkrath, Oedt und Mülhausen seitdem gehört. Die katholische Pfarre St. Josef Vinkrath wurde zum 1. Januar 2013 aufgelöst und der neugegründeten Pfarre St. Benedikt angegliedert, die jetzt (2013) alle früheren katholischen Pfarrgemeinden des Grefrather Gemeindegebiets umfasst.

Verkehr mini|Die Mörtelsstraße in Vinkrath (früher: K 31) mit Gottesdienst-Hinweisschild. Straßen Am westlichen Ortsrand von Vinkrath verläuft die L 39, das ist die „Wankumer Landstraße“. Sie verläuft hier im Wesentlichen von Viersen über Süchteln, Grefrath, Vinkrath und Wankum nach Straelen. Etwas südwestlich von Grefrath kreuzt die L 39 die B 509 (Nettetal – Grefrath – Kempen – Krefeld).

Die nächste Autobahnauffahrt ist die Anschlussstelle Nr. 3 „Wankum“, die sich etwa 4,5 km nördlich von Vinkrath an der Bundesautobahn A 40 befindet. Die A 40 führt vom Ruhrgebiet über Venlo und Eindhoven nach Antwerpen (in den Niederlanden als A 67, in Belgien als A 21).

Im Osten von Vinkrath verläuft die Kreisstraße 12 (K 12), das ist in Vinkrath die Straße namens „Heide“. Sie führt vom Flugplatz Grefrath-Niershorst über Vinkrath, das Vinkrather Außengebiet Vorst und den kleinen Kempener Ortsteil Ziegelheide auf einer insgesamt etwas umständlichen Streckenführung nach Kempen.

Vinkrather Hauptstraße ist die Mörtelsstraße, die sich in Ost-West-Richtung durch die Ortschaft zieht und die K 12 mit der L 39 verbindet. Die Mörtelsstraße hatte früher, mindestens bis 1989, gleichfalls den Status einer Kreisstraße, es war die einstige K 31. Sie wurde aber dann zu einer Grefrather Gemeindestraße zurückgestuft.(14. Auflage, herausgegeben 1989 vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 23. März 2019)

Eisenbahn Eine Eisenbahnstrecke gibt es in Vinkrath selber nicht. Die nächstgelegenen Bahnhöfe im Personenverkehr sind die Stationen in Kempen oder Breyell. In Kempen verkehrt die Regional-Express-Linie RE 10 (Niers-Express), in Breyell hält die Linie RE 13 (Maas-Wupper-Express).

Busverkehr Als Ortsteil von Grefrath gehört Vinkrath zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr und wird sowohl von den Mönchengladbacher wie auch von den Krefelder Verkehrsbetrieben mit jeweils einer Buslinie angefahren. In Vinkrath ist für beide Linien Endstation.

Öffentlicher Nahverkehr (tagsüber) in Vinkrath Typ Linie Strecke Hinweise24px|Bus (Vinkrath, Am Kreuz – Grefrath – Süchteln-Vorst –) Süchteln – Viersen, Busbahnhof – Viersen, Gereonsplatz – Beberich – Ummer – VIE‑Helenabrunn, Wegweiser – MG‑Großheide – Wasserturm – Alter Markt – Mönchengladbach Hauptbahnhof – Hermges – Rheydt Hauptbahnhof NEW – MöBus, der Abschnitt zwischen Vinkrath und Süchteln wird nur stündlich befahren, zwischen Süchteln und Rheydt besteht ein 20-Minuten-Takt (Wochentags, tagsüber)24px|Bus Vinkrath, Am Kreuz – Grefrath – Mülhausen – Oedt – Tönisvorst-Vorst – Kehn – St. Tönis, Wilhelmplatz – KR‑Forstwald, Holunderpfad SWK Mobil, am Wilhelmplatz in St. Tönis besteht Anschluss an die Straßenbahnlinie 041 Richtung Krefeld Hbf – KR‑Fischeln. Stand: Oktober 2013

Radwanderwege Im Bereich von Vinkrath sind vier Radwanderwege offiziell ausgewiesen.