Alexander von Waldow (* 8. Januar 1923; † 11. Februar 2023) war ein deutscher Architekt und Ehrenpräsident des Vereins Eigentümerbund Ost.

Leben Alexander von Waldow entstammte dem pommerischen Adelsgeschlecht von Waldow; sein Vater Bernd-Bastian von Waldow (1898–1945) war Pfarrer in Kussow, Landkreis Neustettin.Pommersche Evangelische Kirche (Hrsg.): Erinnerungen an Menschen und Schicksale in der Pommerschen Evangelischen Kirche am Ende des II. Weltkrieges. Greifswald 2008, ISBN 978-3-9811527-0-8, S. 33 (PDF). mini|Rittergut Mehrenthin um 1860, Sammlung Alexander Duncker Von Waldow absolvierte ein Architekturstudium (Diplom-Ingenieur) und war langjährig als Professor für Architektur tätig. Er war nach dem Tod des Vaters Anfang 1945, der im Zuge der Besetzung Pommerns durch die Rote Armee ums Leben kam, zusammen mit seinem Bruder Eberhard von Waldow Erbe des Schlosses Mehrenthin (Mierzęcin), das ab 1721 in Familienbesitz war. Die Familie von Waldow wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter Anwendung der Bierut-Dekrete der polnischen Regierung enteignet und vertrieben.

2000 gehörte er zu den Mitbegründern der Preußischen Treuhand, deren Aufsichtsrat er angehörte.Ayhan Bakirdögen: Kampf um das Erbe in Polen. In: Die Welt, 22. August 2004. Zeitweilig war er stellvertretender Vorsitzender.„Da müssen sie mit dem Panzer kommen!“. In: Die Zeit, 27. Mai 2004. Er setzte sich öffentlichkeitswirksam für mögliche Restitutionsansprüche ein.Markus Jager (Hrsg.): Schlösser und Gärten der Mark. Festgabe für Sibylle Badstübner-Gröger. Lukas-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-936872-96-5, S. 117.Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Republik Polen. 1989 bis 2005 (= Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt, Band 26). Harrassowitz, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-05925-1, S. 177. So reichte er mit anderen Klägern vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Individualbeschwerde auf Grundlage der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ein.Jan Puhl, Andreas Wassermann: Kampagne der Lügen. In: Der Spiegel, 1/2007. Diese wurde zwar im Oktober 2008 für unzulässig erklärt, die Vorgänge aber führten zu erheblichen Differenzen innerhalb der Familie von Waldow (siehe offener Brief seines Bruders, des Theologieprofessors Eberhard von Waldow: „Lang geheilt. Palac Mierzecin“ in der Frankfurter Rundschau vom 6. Mai 2004)Eberhard von Waldow: Lang geheilt. Palac Mierzecin. In: Frankfurter Rundschau, 6. Mai 2004. und zwischen deutscher und polnischer Seite bis auf Regierungsebene.Wolfgang Sabath: Heimat, deine Sterne. In: Das Blättchen Jg. 8, 2005, Heft 4.Irina Repke: Angst vor den Deutschen. In: Der Spiegel, 6/2004.

Von Waldow war außerdem Landesvorsitzender Schleswig-Holstein der Kleinpartei Aufbruch 94 – Deutscher Freier Wählerbund,Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 221 f. Präsident des Bundes der FamilienverbändeEdgar S. Hasse: Aus Tradition gut gewappnet. In: Welt am Sonntag, 7. März 2004. und Geschäftsstellenleiter des Bundes der Vertriebenen.Fleisch am Knochen. In: Der Spiegel, 23/1990. Er war Ehrenpräsident des Vereins Eigentümerbund Ost , EBO, abgerufen am 28. Oktober 2013. und von 2005 bis 2014 In: Junge Freiheit, 10. Juni 2005. Ehrenvorsitzender der Deutschen Sozialen Union (DSU). , DSU, abgerufen am 28. Oktober 2013. Zuvor war er stellvertretender Bundesvorsitzender der DSU. . In: Junge Freiheit, 13. Juni 1997. 2006 gehörte er zu den Unterzeichnern des Appells für die Pressefreiheit der Jungen Freiheit.Appell für die Pressefreiheit. In: Junge Freiheit, 17. Februar 2006.

Er lebte in Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Einzelnachweise

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