mini|Krebsweiher auf Gemarkung von Sippersfeld

Sippersfeld (pfälzisch: Sibberschfeld) ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Donnersbergkreis. Sie gehört der Verbandsgemeinde Winnweiler an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde darstellt.

Geographie Lage Der Ort liegt am Übergang des Pfälzerwaldes zum Nordpfälzer Bergland und bildet den südöstlichen Abschluss der Verbandsgemeinde Winnweiler. Sein Siedlungsgebiet ist vom Stumpfwald umschlossen, der zum Unteren Pfälzerwald gehört. Über 60 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Zu Sippersfeld gehört der Wohnplatz Pfrimmerhof. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Börrstadt, Breunigweiler, Kerzenheim, Enkenbach-Alsenborn, Neuhemsbach, Gonbach und Winnweiler.

Erhebungen Im nordwestlichen Gemeindegebiet erstreckt sich an der Gemarkungsgrenze zu Winnweiler und Börrstadt der 400,6 Meter hohe Bocksrück. Im Osten der Gemarkung an der Grenze zu Kerzenheim erhebt sich der 377,1 Meter hohe Pfrimmerberg.

Gewässer Im östlichen Gemeindegebiet entspringt die in diesem Bereich in Süd-Nord-Richtung verlaufende Pfrimm. Kurz danach nimmt sie von links den Bruchbach auf und durchfließt anschließend den Krebsweiher. Östlich des Siedlungsgebiets entspringt der Sippersfelder Bach; sein Mündungsbereich in die Pfrimm befindet sich jenseits der Gemeindegemarkung.

Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Sippersfeld – als „Sipperadesvelt“, nach einer anderen Quelle „Syperadesfeld“ – stammt von 1019. Sie findet sich in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Erkanbald. Sippersfeld wurde der Kirche zu Münchweiler („Minchwillera“) zugewiesen.

Der Name bedeutet „Feld des Sintperath“ beziehungsweise Simprecht, Sindbert oder Simper.

Im Jahr 1190 hatte Werner II. von Bolanden den ganzen Wald, der zu Sippersfeld gehört, von dem Grafen von Saarwerden zu Lehen. Graf Heinrich II. von Zweibrücken, Herr zu Stauf, und seine Gemahlin Agnes, schenkten 1248 dem Kloster Rosenthal ihr Gut zu Sippersfeld. Später gehörte der Ort bis Ende des 18. Jahrhunderts zu Nassau Weilburg sowie zu dessen Herrschaft Kirchheim und Stauf; dort unterstand er dem Oberamt Kirchheim.

Seit 1296 lag das Patronatsrecht über die Pfarrkirche beim Kloster Otterberg.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (542).

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Winnweiler zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und eines Tauschvertrags mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Sippersfeld dem Landkommissariat Kaiserslautern im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kaiserslautern zugeordnet. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen.

Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Sippersfeld Teil der Französischen Besatzungszone und wurde in das 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz eingegliedert. 1961 hatte die Gemeinde 918 Einwohner. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Winnweiler eingegliedert.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung Die Werte von 1871 bis 1987 der Entwicklung der Einwohnerzahl von Sippersfeld beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 458 1835 759 1871 803 1905 749 1939 787 Jahr Einwohner 1950 873 1961 918 1970 905 1987 938 1997 1.077 Jahr Einwohner 2005 1.187 2011 1.143 2017 1.108

Religion mini|Ehemaliges Protestantisches Pfarrhaus

Die Katholiken gehören zum Dekanat Donnersberg im Bistum Speyer. Lediglich während der französischen Zeit von 1802 bis 1817 gehörte Sippersfeld zum Bistum Mainz. Seit 1. Januar 2016 ist Sippersfeld Bestandteil der Pfarrei Heilig Kreuz mit Sitz in Winnweiler.

Die Evangelischen sind Bestandteil der Protestantischen Landeskirche Pfalz. Sippersfeld bildet zusammen mit Breunigweiler und Neuhemsbach eine evangelische Kirchengemeinde. Im Bereich des Pfrimmerhofs befindet sich ein kleiner mennonitischer Friedhof, der um 1800 angelegt wurde.

Politik Bei Bundestagswahlen gehört Sippersfeld seit 2002 zum Bundestagswahlkreis Kaiserslautern. Von 1965 bis 1998 war sie Bestandteil des Wahlkreises Frankenthal, davor bis 1961 Bestandteil des Wahlkreises Neustadt an der Weinstraße. Bei Landtagswahlen ist die Gemeinde seit 1991 wie der restliche Donnersbergkreis in den Wahlkreis Donnersberg eingegliedert.

Gemeinderat Der Gemeinderat in Sippersfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WMG Gesamt 2024 – – 4 12 16 Sitze 2019 – – 7 9 16 Sitze 2014 per Mehrheitswahl 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 6 – 10 – 16 Sitze 2004 5 2 9 – 16 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Sippersfeld e. V. WMG = Wir.Machen.Gemeinsam. Die Wählergemeinschaft Sippersfeld e. V.

Bürgermeister Jürgen Heiler (WMG) wurde am 12. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Sippersfeld. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 74,6 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Heilers Vorgängerin Martina Lummel-Deutschle (FWG) hatte das Amt 2019 übernommen und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut. Zuvor war Uli Kolb (FWG) für 15 Jahre Ortsbürgermeister von Sippersfeld.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler mini|Denkmalgeschützte protestantische Pfarrkirche

In Sippersfeld stehen 19 Objekte unter Denkmalschutz. Ortsbildprägend ist die protestantische Pfarrkirche aus dem Jahr 1768 mit ihrem gotischen Chorturm aus dem 14. Jahrhundert.

Natur Der Osten der Gemeindegemarkung ist Teil des Naturparks Pfälzerwald im Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord. Südöstlich der Ortslage befindet sich das 1986 unter Schutz gestellte Naturschutzgebiet Sippersfelder Weiher mit vier Weihern und der Quelle der Pfrimm. An dieser Quelle steht der Ritterstein 290 mit der Aufschrift „Pfrimm-Ursprung 1927“. Westlich des Siedlungsgebiets steht ein Menhir. Die Pfrimmquelle, der Retzenberger Weiher und die rund 17 Meter hohe Eiche an der Letzhalde sind als Naturdenkmale in Sippersfeld ausgewiesen.

Regelmäßige Veranstaltungen Die Sibberschfeller Kerb findet alljährlich am Wochenende um den dritten Sonntag im September statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte in Sippersfeld jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Im Jahr 1019 besaß der Ort zusammen mit Albisheim eine Waldmark. Im Norden der Gemarkung befindet sich der 2014 in Betrieb genommene Windpark Bocksrück, der teilweise bereits auf der Gemarkung von Börrstadt liegt.

Verkehr mini|Barockes Haus an der Landesstraße 394 in Sippersfeld

Westlich von Sippersfeld verläuft die B 48, die auch zur A 63 (Kaiserslautern – Mainz) führt. In Münchweiler an der Alsenz befindet sich ein Haltepunkt der Alsenztalbahn. Durch den Ort selbst führt die Landesstraße 394, die ihn mit Dannenfels und Enkenbach-Alsenborn verbindet. Die Kreisstraße 39 verbindet Sippersfeld mit Winnweiler und die von ihr abzweigende Kreisstraße 40 mit Gonbach sowie Münchweiler an der Alsenz. Die Kreisstraße 42 dient der Anbindung des Pfrimmerhofs und die Kreisstraße 43 führt nach Börrstadt.

Behörden Die Ortsgemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Rockenhausen, davor bis 1968 zum Gerichtsbezirk Winnweiler.

Bildung In Sippersfeld befindet sich eine Grundschule, die Mosaik-Grundschule Sippersfeld, deren Einzugsgebiet sich neben Sippersfeld auf die Orte Börrstadt, Breunigweiler und Steinbach am Donnersberg erstreckt. Weiterführende Schulen sind in Winnweiler vorhanden.

Tourismus Mitten durch Sippersfeld verläuft der mit einem weißen Kreuz markierte Fernwanderweg Nahegau-Wasgau-Vogesen. Durch den Osten der Gemarkung führt ein Wanderweg, der mit einem grün-blauen Balken gekennzeichnet ist und verläuft von Göllheim bis nach Eppenbrunn.

Söhne und Töchter der Gemeinde August Frölich (1877–1966), Politiker (SPD, SED) Justus Geiß (1882–1965), Sparkassendirektor und Träger des Bundesverdienstkreuzes Jakob Neber (1891–1968), Politiker (CDU) Wolfgang Krolow (1950–2019), Fotograf Hans Illig (* 1959), Diplom-Ingenieur, Initiator des Illig-Werts

Weblinks

Homepage der Ortsgemeinde Sippersfeld Die barocke Emporenmalerei in Sippersfeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Donnersbergkreis Kategorie:Ersterwähnung 1019