Ernst Baumgart (* 4. Oktober 1858 in Bern; † 14. Januar 1938 ebenda) war ein Schweizer Architekt.

Ausbildung und Karriere Baumgart studierte an der Königlichen Württembergischen Baugewerkeschule in Stuttgart und der Ecole des Beaux-Arts Paris Architektur. Ab 1883 arbeitete er in Bern als Teilhaber bei Gottlieb Hirsbrunner, bevor er 1886 sein eigenes Büro gründete. Die Zusammenarbeit mit Hirsbrunner setzte er aber bis zu dessen Tod 1889 fort. Aus ihr entstanden einige Wettbewerbserfolge bei bedeutenden Bauvorhaben, unter anderem der vierte Preis für das eidgenössische Parlamentsgebäude in Bern und der zweite Preis für das Hauptpostamt in Luzern. Beauftragt wurden sie nach Wettbewerbssieg mit dem Post- und Telegrafengebäude in St. Gallen (1915 durch Neubau an anderer Stelle ersetzt). 1886 gewannen sie den Wettbewerb für das Löwendenkmal in Sempach, das noch im selben Jahr ausgeführt wurde.Eidgenossenschaft. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweites Blatt. Nr. 62, 4. März 1886, S. 1 (online).

Als Experte wurde Baumgart um die Jahrhundertwende zum Bau des Postgebäudes in Bern hinzugezogen, das nach Entwurf von Eugène Jost bis 1906 entstand, und er war später auch Preisrichter bei entsprechenden Bauvorhaben. Daneben schuf Baumgart aber zahlreiche historisierende, mit reichem Fassadenschmuck instrumentierte Villen und Mehrfamilienhäuser vor allem in Bern, ausserdem die Spitäler in Langnau und Interlaken, eine Trinkerheilstätte in Kirchlindach und eine Knabenerziehungsanstalt in Trachselwald. Bauten für die Bildung waren das Brunnmattschulhaus und Schulhaus Enge sowie das bei Bern gelegene Schweizerische Lehrerinnenheim von 1910.

Werkliste (Auswahl)

Literatur Josef Huber: Baumgart, Ernst. In: Isabelle Rucki und Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2, S. 41.

Weblinks

Belege

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