|torschützenkönig = (je 3 Tore) |bester spieler = |bester torhüter = |bester junger spieler = |gelbe karten = 238 |gelbrote karten = 2 |rote karten = 4 |strafstöße = 12 |vorheriges turnier = Europa 2021 |nachfolgendes turnier = Vereinigtes KönigreichIrland 2028

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 der Männer (offiziell UEFA EURO 2024) war die 17. Austragung des Wettbewerbes. Sie fand vom 14. Juni bis zum 14. Juli 2024 in Deutschland statt.

Zum dritten Mal wurden Spiele der Europameisterschaft auf deutschem Boden ausgetragen: Bei der EM 1988 war die Bundesrepublik Deutschland Gastgeber des Turniers; vier Spiele der multinationalen Euro 2021 wurden in München ausgetragen. Die Endrunde kehrte in den ursprünglichen Vierjahreszyklus zurück, nachdem sie 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben worden war.

Europameister wurde die spanische Nationalmannschaft, die sich im Finale im Berliner Olympiastadion gegen England mit 2:1 durchsetzte. Mit dem Gewinn des vierten Titels übertrafen die Spanier Deutschland mit drei Titeln und sind nun alleiniger Rekordeuropameister. Spanien qualifizierte sich durch den Sieg für die Finalissima 2025 gegen Argentinien, das sich bei der Copa América 2024 durchsetzte. Die Engländer verloren zum zweiten Mal in Folge nach 2021 das EM-Endspiel. Titelverteidiger Italien schied im Achtelfinale gegen die Schweiz aus.

Die Mannschaften aller drei DACH-Länder nahmen am Turnier teil. Die Nationalelf von Bundestrainer Julian Nagelsmann qualifizierte sich als Gruppensieger der Gruppe A für das Achtelfinale und erreichte nach einem 2:0-Sieg gegen Dänemark erstmals seit der EM 2016 wieder ein Viertelfinale. Dort schied das DFB-Team nach einer umstrittenen Entscheidung des Schiedsrichters mit 1:2 nach Verlängerung gegen den späteren Europameister Spanien aus. Die von Murat Yakin trainierte Schweizer Mannschaft wurde in der Gruppe A hinter Deutschland Zweiter und spielte im Achtelfinale gegen den amtierenden Europameister Italien. Durch einen 2:0-Erfolg erreichte sie das Viertelfinale, musste sich dort jedoch gegen England nach Elfmeterschießen geschlagen geben (5:3). Die österreichische Nationalmannschaft um Teamchef Ralf Rangnick wurde in der Gruppe D Gruppensieger und schied im Achtelfinale mit 1:2 gegen die Türkei aus.

Georgien erreichte bei seiner ersten Endrunden-Teilnahme durch einen 2:0-Erfolg gegen Portugal überraschend das Achtelfinale. Die Türkei spielte zum ersten Mal seit der EM 2008 wieder in einem Viertelfinale, schied dort allerdings mit 1:2 gegen die Niederlande aus.

Vergabe

Der deutsche und der türkische Verband reichten bis zum 27. April 2018 die vollständigen Bewerbungsunterlagen unter Beachtung des Bewerbungsreglements für die EURO 2024 ein. Im nächsten Schritt prüfte die Union of European Football Associations (UEFA) diese Unterlagen. Auch Inspektionsbesuche vor Ort waren vorgesehen. Die UEFA und mögliche von ihr beauftragte Experten erarbeiteten für jede Bewerbung einen schriftlichen Evaluationsbericht. Diese wurden am 21. September 2018 vorgestellt. Der deutschen Bewerbung wurde eine „inspirierende, kreative und sehr professionelle Vision“ bescheinigt. Auch die Bewertung des türkischen Fußballverbandes fiel insgesamt positiv aus. Dennoch musste sich die türkische Bewerbung Kritik in mehreren Punkten gefallen lassen. So wurde „das Fehlen eines Aktionsplans in Sachen Menschenrechte“ als „problematisch“ angesehen. Des Weiteren hieß es im Bericht: „Infolge der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen im Land könnten geplante öffentliche Investitionen unter Druck geraten.“ Auch die höhere Stadionkapazität in Deutschland wurde angeführt. Insgesamt schnitt Deutschland in der Beurteilung durch die UEFA besser als die Türkei ab. Die Bewertung war für die Mitglieder des Exekutivkomitees jedoch nicht bindend.

Am 27. September 2018 wählte das UEFA-Exekutivkomitee den Austragungsort Deutschland, mit einem Ergebnis von 12:4 Stimmen für Deutschland, bei einer Enthaltung und einem krankheitsbedingten Ausfall. Stimmberechtigt waren 18 der 20 Komiteemitglieder, da Reinhard Grindel und Servet Yardımcı als Vertreter der beiden Bewerberverbände keine Stimme abgeben durften. Somit trug Deutschland nach der EM 1988 zum zweiten Mal eine Europameisterschaft aus. Zählt man die beiden Weltmeisterschaften 1974 und 2006 hinzu, war es das vierte große Turnier in Deutschland.

Spielorte

Bis zum 17. Februar 2017 konnten Städte und Stadien, die Spiele ausrichten wollten, eine Interessenbekundung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einreichen. Bis zu diesem Tag reichten 18 Städte und Stadien (Anforderung: mindestens 30.000 Sitzplätze) die erforderlichen Unterlagen ein. Im Bewerbungsverfahren zogen sich Dresden, Freiburg, Karlsruhe und Kaiserslautern zurück. Bis zum Stichtag am 26. April 2017 bekundeten ihr Interesse: Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mönchengladbach, München, Nürnberg und Stuttgart.

Die 14 Städte und ihre Stadien wurden vom Bewerbungskomitee des DFB hinsichtlich Stadionkapazität, Infrastruktur und Sicherheitsaspekten bewertet. Am 15. September 2017 wählte das DFB-Präsidium davon zehn aus: Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Am 22. Januar 2020 gab die UEFA die offiziellen, werbefreien Stadionnamen sowie die Zuschauerkapazitäten während des Turniers bekannt. Es wurden 2,7 Millionen Stadienbesucher erwartet.

Da bei einer Europameisterschaft keine andere Werbung als die von der UEFA gemacht werden darf, wurden die werbebehafteten Stadien für diesen Wettbewerb umbenannt.

Das Eröffnungsspiel fand in der Münchner Fußball Arena und das Endspiel im Berliner Olympiastadion statt.

Zur Zeit des Turniers waren mit dem Volksparkstadion in Hamburg, der Arena AufSchalke in Gelsenkirchen, dem Olympiastadion in Berlin, dem Müngersdorfer Stadion in Köln und der Arena in Düsseldorf fünf der zehn Stadien Heimspielstätten von Zweitligisten.

Ort Stadion (Name im Ligabetrieb) Kapazität Anzahl der Spiele Fotografie des Stadions Berlin Olympiastadion Berlin 71.000 3 Gruppenspiele1 Achtelfinale1 ViertelfinaleFinale 200px|Olympiastadion Berlin Dortmund BVB Stadion Dortmund(Signal Iduna Park) 62.000 4 Gruppenspiele1 Achtelfinale1 Halbfinale 200px|BVB Stadion Dortmund Düsseldorf Düsseldorf Arena(Merkur Spiel-Arena) 47.000 3 Gruppenspiele1 Achtelfinale1 Viertelfinale 200px|Düsseldorf Arena Frankfurt am Main Frankfurt Arena(Deutsche Bank Park) 47.000 4 Gruppenspiele1 Achtelfinale 200px|Waldstadion Gelsenkirchen Arena AufSchalke(Veltins-Arena) 50.000 3 Gruppenspiele1 Achtelfinale 200px|Arena AufSchalke Hamburg Volksparkstadion Hamburg(Volksparkstadion) 49.000 4 Gruppenspiele1 Viertelfinale 200px|Volksparkstadion Köln Köln Stadion(Rheinenergiestadion) 43.000 4 Gruppenspiele1 Achtelfinale 200px|Köln Stadion Leipzig Leipzig Stadion(Red Bull Arena) 40.000 3 Gruppenspiele1 Achtelfinale 200px|Leipzig Stadion München München Fußball Arena(Allianz Arena) 66.000 4 Gruppenspiele(inkl. Eröffnungsspiel)1 Achtelfinale1 Halbfinale 200px|München Fußball Arena Stuttgart Stuttgart Arena(MHPArena) 54.000 4 Gruppenspiele1 Viertelfinale 200px|Stuttgart Arena

Modus mini|220px|Europakarte zu den qualifizierten Nationen:

Qualifikation

Die Auslosung der Qualifikationsgruppen fand am 9. Oktober 2022 in der Festhalle in Frankfurt am Main statt. Die 53 teilnehmenden Nationen der UEFA wurden anhand der Abschlusstabelle der UEFA Nations League auf sieben absteigend starke Lostöpfe verteilt, wobei Deutschland (als Gastgeber) und Russland (ausgeschlossen wegen des Ukraine-Kriegs) übergangen wurden. Russland sollte zunächst an der Auslosung teilnehmen, um im Falle einer Aufhebung des Ausschlusses der russischen Fußballmannschaft kein neues Losverfahren durchführen zu müssen. Der russische Fußballverband wurde aber am 20. September 2022 auch von der Auslosung ausgeschlossen.

Nach Abschluss der Gruppenphase der Qualifikation (März bis November 2023) standen 21 der 24 Teilnehmer fest, die letzten drei Teilnehmer wurden durch Play-offs im März 2024 ermittelt.

Teilnehmer Die folgenden 24 Mannschaften nahmen am Endrunden-Turnier teil: NationQualifiziert alsQualifiziert amTopfFIFA-RangStand: 4. April 2024Endrunden­teilnahmenAnzahlFußball-Europameisterschaft 2024 nicht inbegriffenzuletztGastgeber 27. September 2018 1 16 13 20211. der Gruppe F 13. Oktober 2023 1 3 6 20211. der Gruppe B 13. Oktober 2023 1 2 10 20211. der Gruppe J 13. Oktober 2023 1 6 8 20212. der Gruppe A 15. Oktober 2023 3 39 3 20211. der Gruppe A 15. Oktober 2023 1 8 11 20211. der Gruppe D 15. Oktober 2023 2 40 5 20212. der Gruppe F 16. Oktober 2023 2 25 3 20211. der Gruppe C 17. Oktober 2023 1 4 10 20211. der Gruppe G 16. November 2023 2 26 4 20212. der Gruppe J 16. November 2023 3 48 2 20211. der Gruppe E 17. November 2023 2 66 1 20161. der Gruppe H 17. November 2023 2 21 9 20212. der Gruppe B 18. November 2023 3 7 10 20211. der Gruppe I 18. November 2023 2 46 5 20162. der Gruppe I 18. November 2023 4 19 5 20212. der Gruppe G 19. November 2023 4 33 5Serbien nahm erstmals als eigenständige Nation teil, wird jedoch von der UEFA als Nachfolger von Jugoslawien, der BR Jugoslawien sowie von Serbien und Montenegro betrachtet. 2000als Teil der BR Jugoslawien2. der Gruppe E 20. November 2023 3 36 10einschließlich drei Teilnahmen als Tschechoslowakei 20212. der Gruppe C 20. November 2023 4 9 10 20212. der Gruppe H 20. November 2023 3 57 1 20002. der Gruppe D 21. November 2023 3 10 6 2021Sieger Play-off A 26. März 2024 4 28 4 2021Sieger Play-off B 26. März 2024 4 22 3 2021Sieger Play-off C 26. März 2024 4 75 0–

Anmerkungen

Auslosung der Endrunde Die Auslosung der EM-Gruppenphase fand am 2. Dezember 2023 in der Hamburger Elbphilharmonie statt. Die Teilnehmer wurden aus vier Lostöpfen in sechs Gruppen zu je vier Mannschaften gelost. Da die Auslosung noch vor dem Play-off-Turnier stattfand, wurden drei Platzhalter für die Play-off-Sieger den Gruppen zugelost. Gastgeber Deutschland war in Gruppe A gesetzt.

Die 24 qualifizierten Mannschaften wurden auf vier Töpfe mit jeweils sechs Mannschaften aufgeteilt. Basis dafür war die Abschlusstabelle der Qualifikation: Topf mit dem Gastgeber und den fünf besten Gruppensiegern (Platz 1–5 der Abschlusstabelle) Topf mit den anderen fünf Gruppensiegern und dem besten Gruppenzweiten (Platz 6–11) Topf mit den nächsten sechs Gruppenzweiten (Platz 12–17) Topf mit den letzten drei Gruppenzweiten (Platz 18–20) und den drei Gewinnern der Play-offs

Kadergröße Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Turnieren (EM 2021 und WM 2022), die COVID-19-bedingt eine Kadergröße von 26 Spielern zuließen, hatte die UEFA ursprünglich beschlossen, für dieses Turnier wieder zur zuvor gängigen Kadergröße von 23 Spielern zurückzukehren. Im Mai 2024 gab das Komitee für Nationalmannschafts-Wettbewerbe der UEFA bekannt, diesen Beschluss wieder zurückzunehmen und eine Kadergröße von 26 Spielern zuzulassen.

Vorrunde Der Spielplan wurde am 10. Mai 2022 bekannt gegeben.UEFA EURO 2024 MATCH SCHEDULE. (PDF; 4,6 MB) In: uefa.comUEFA EURO 2024: Eröffnung in München, Finale in Berlin. In: uefa.com Am 14. Juni 2023, also genau ein Jahr vor Beginn des Turniers, gab die UEFA die Anstoßzeiten der Vorrundenspiele bekannt. Die Spiele wurden um 15:00 Uhr, 18:00 Uhr oder 21:00 Uhr angepfiffen.

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Gruppe D

Gruppe E

Gruppe F

Platzierungskriterien zur Gruppenphase