Pjotr Alexandrowitsch Rehbinder () (* in Sankt Petersburg; † 12. Juli 1972 in Moskau) war ein sowjetischer Wissenschaftler. Nach ihm wurde der Rehbinder-Effekt benannt.

Herkunft Pjotr Alexandrowitsch Rehbinder entstammt einer weitverzweigten deutsch-baltischen Familie. Sein Urgroßvater Pawel Maximowitsch (, 1803–1866) war Jurist im russischen Kriegsministerium. Dessen Bruder Alexei Maximowitsch (, 1795–1869) war russischer Generalleutnant und Unternehmer. Beider Vater war Otto Friedrich von Rehbinder (* 1750) aus Livland, der mit Übertritt zum orthodoxen Glauben den Namen Максим Карлович Ребиндер annahm.

Leben 1924 schloss Rehbinder das Studium an der physikalisch-mathematischen Fakultät der Universität Moskau ab. 1929 wurde er Professor am Moskauer Karl-Liebknecht-Institut, 1933 korrespondierendes und 1946 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.

Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges forschte Rehbinder für die Rüstung der Roten Armee. Nach dem Krieg war er neben der Forschung auch in führenden Gremien des Staatsapparates mit der Wissenschaftsorganisation befasst.

Rehbinder veröffentlichte mehr als 500 wissenschaftliche Artikel. 1928 beschrieb Rehbinder erstmals ein physikalisch-chemisches Phänomen, das nach ihm heute „Rehbinder-Effekt“ genannt wird.

Rehbinder-Effekt Der Rehbinder-Effekt beschreibt die Änderung der mechanischen Eigenschaften eines Werkstoffs unter dem Einfluss grenzflächenaktiver chemischer Substanzen, die an der Oberfläche absorbiert wurden. Man spricht von einem Rehbinder-Effekt, falls die Festigkeit im plastischen Bereich herabgesetzt wird.Karl-Helmut Tostmann: Korrosion. Wiley-VCH, 2001, S. 114. Das wird zum Beispiel ausgenutzt durch Zugabe von Tensiden beim Bohren und Schneiden von Werkstoffen. Rehbinder beobachtete dies bei bestimmten Metalldrähten in Paraffin, das etwas Ölsäure enthielt.E. N. da C. Andrade, R. Randall, M. Makin: The Rehbinder Effect. Proc. Roy. Soc. B, 63, 1950, 990, Abstract.De Andrade, Randall: The Rehbinder Effect. Nature 164, 1949, 1127, Abstract.

Auszeichnungen 1942 – Stalinpreis, 2. Stufe für chemische Wissenschaften 1945 – Orden des Vaterländischen Krieges I. Klasse 1954 – Leninorden 1965 – Ehrendoktor der Bergakademie Freiberg 1966 – Ehrenmitglied des Allunionsverbandes der Philatelisten der UdSSR 1967 – korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR 1968 – Leninorden 1968 – Held der sozialistischen Arbeit

Weblinks Kurzbiographie (russisch) Ребиндер, Петр Александрович – Eintrag bei der Russischen Akademie der Wissenschaften (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Stalinpreises Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Held der sozialistischen Arbeit Kategorie:Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR Kategorie:Ehrendoktor der Technischen Universität Bergakademie Freiberg Kategorie:Ehrenmitglied des Allunionsverbandes der Philatelisten der UdSSR Pjotr Alexandrowitsch Kategorie:Träger des Ordens des Vaterländischen Krieges I. Klasse Kategorie:Absolvent der Lomonossow-Universität Moskau Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Russe Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1972 Kategorie:Mann