Friedrich Wilhelm SchwabeNicht zu verwechseln mit Friedrich Wilhelm Schwabe aus Ilmenau, der ab August 1763 in Jena studierte und ab 1786 (bis etwa 1823) Pfarrer in Wolferstedt war (F. W. Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte, 14. Band, 1804, S. 92). (* 20. Januar 1780 in Weimar;Getauft am 21. Januar 1780 (Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 22. Januar 1780, S. 27). † 24. Januar 1842 ebendaTodesanzeige in Beilage zur Weimarischen Zeitung Nr. 7 vom 26. Januar 1842, S. 32.) war Leibarzt der Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna (1786–1859).

Leben Friedrich Wilhelm Schwabe war ein Sohn des damaligen Bürgermeisters und Stadtrichters und späteren geheimen Regierungsrats Traugott Lebrecht Schwabe (1737–1812) und seiner Frau Sophia Dorothea geb. Weber († September 1780). Nach dem frühen Tod der Mutter wuchs er zusammen mit seinem Bruder, dem späteren Bürgermeister Carl Lebrecht Schwabe (1778–1851), bei der Großmutter Weber auf.Hecker 1935, S. 311; NND 1844, S. 100f. und 113f.

mini|Grabstätte Ab Frühjahr 1799 studierte Schwabe auf Anraten eines hochgeachteten Familienfreunds, des Arztes und Apothekers Bucholz,NND 1844, S. 101f. Medizin;Eingeschrieben als „Guil. Frid. Schwabe“ am 23. April 1799 (Matrikel der Universität Jena 1764–1801, S. 152r). er schloss das Studium 1802 mit einer medizinischen Promotion ab. Er ergänzte seine Ausbildung in Berlin bei Christoph Wilhelm Hufeland und absolvierte im Frühjahr 1804 das preußische Staatsexamen, mit dem er sich in Weimar niederlassen konnte.Jenaische Wöchentliche Anzeigen vom 8. August 1804, S. 247; Hochfürstl. S. Weimar- und Eisenachischer Hof- und Adreß-Calender, auf das Jahr 1805, S. 101. Im September 1806 wurde er zum Hofmedikus berufenWeimarisches Wochenblatt vom 17. September 1806, S. 313; Herzoglich S. Weimar- und Eisenachischer Hof- und Adreß-Calender, auf das Jahr 1807, S. 105 und 154. und fungierte von da an als Leibarzt der jungen Großherzogin Maria Pawlowna, die er von 1806 bis 1836 auf zahlreichen, teilweise langwährenden Reisen (mehrfach nach St. Petersburg) zu begleiten hatte.Vgl. NND 1844, S. 107–112. Formell wurde er erst 1819 als Leibarzt aufgeführt (Großherzogliches Sachsen-Weimar-Eisenachisches Hof- und Staats-Handbuch, auf das Jahr 1819, S. 83).

Schwabe wurde im Oktober 1816 Hofrat.Weimarisches Wochenblatt vom 29. Oktober 1816, S. 383. Am 3. September 1825 wurde er zum Ritter des Großherzoglichen Hausordens erhoben.Großherzogl. S. Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt vom 20. September 1825, S. 104. Im Juni 1831 wurde er Geheimer Hofrat.Großherzogl. S. Weimar-Eisenachʼsches Regierungs-Blatt vom 10. Juni 1831, S. 54. Er war Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften (hat aber wenig literarisch hinterlassenVgl. Pagel 1891.), und er war Mitglied der Weimarer Freimaurerloge Anna Amalia zu den drei Rosen.

Am 3. Mai 1840 traf ihn ein Schlaganfall, in dessen Folge er fast zwei Jahre bis zu seinem Tod am 24. Januar 1842 zu leiden hatte. Er ist auf dem Historischen Friedhof Weimar bestattet. Neben der Gedenktafel für ihn und seine zweite Ehefrau Caroline geb. Kühn (1799–1886) befindet sich die für ihre Tochter Marie (1827Getauft am 4. Februar 1827 (Weimarisches Wochenblatt vom 9. März 1827, S. 91).–1910) sowie eine Gedenktafel für Toni Schwabe (1877–1951), eine Tochter seines Neffen Julius.

Friedrich Wilhem Schwabe gehörte zu den etwa 20 Männern, die 1805 den Sarg des Dichters Friedrich Schiller zur Beisetzung im Kassengewölbe auf dem Jacobsfriedhof tragen durften.Schiller’s Beerdigung usw. 1852, S. 16.

Schriften De ambustionibus. Inauguraldissertation Jena 31. Juli 1802. Digitalisat. Mitteilung: Merkwürdiger Beitrag zu dem in Frankreich kürzlich beobachteten Falle, der Schwangerschaft eines vierzehnjährigen Knaben. In: Neues Journal der practischen Arzneykunde und der Wundarzneykunst 20. Band, 1804, 2. Stück, S. 165–170. Mitteilung: Gegohrne Stutenmilch von neuem als Heilmittel gegen Lungensucht empfohlen. In: Journal der practischen Heilkunde 45. Band, 1817, IV. Stück, S. 116–118.

Literatur Friedrich Wilhelm Schwabe. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. 20. Jg. 1842, Weimar 1844, S. 100–117.Autor war Carl Wilhelm Schwabe (1807–1873), Amtsphysikus in Großrudestedt, sein Neffe. Schiller’s Beerdigung und die Aufsuchung und Beisetzung seiner Gebeine. (1805, 1826, 1827.) Nach Actenstücken und authentischen Mittheilungen aus dem Nachlasse des Hofraths und ehemaligen Bürgermeisters von Weimar Carl Leberecht Schwabe von Dr. Julius Schwabe. Leipzig 1852. Digitalisat. Schwabe, Friedrich Wilhelm. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker. 5. Band, Urban & Schwarzenberg, Wien, Leipzig 1887, S. 314.

Max Hecker: Schillers Tod und Bestattung. Nach den Zeugnissen der Zeit im Auftrag der Goethe-Gesellschaft dargestellt. Leipzig 1935. (Inhaltsverzeichnis) Herbert Ullrich: … und ewig währt der Streit um Schillers Schädel. Pfeil Verlag, München 2008, ISBN 978-3-89937-093-5 (Inhaltsverzeichnis) H. Boe.: Schwabe, Friedrich Wilhelm. In: Lebenswege in Thüringen. Sechste Sammlung, Hg. Titus Marwinski. Verlag Vopelius, Jena 2025, ISBN 978-3-947303-43-4, S. 247–249. Schwabe, Dr. Friedrich Wilhelm (1780–1842) in der Nachlassdatenbank des Deutschen Bundesarchivs

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Weimar) Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Ritter/Ritter I. Klasse) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1780 Kategorie:Gestorben 1842 Kategorie:Mann