mini|Der Ortskern mit der Protestantischen Pfarrkirche Odenbach Odenbach ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an.
Geographie Der Ort liegt im Nordpfälzer Bergland an der Einmündung des gleichnamigen Odenbachs in den Glan. Im Nordosten benachbart ist Meisenheim (Landkreis Bad Kreuznach), im Süden Adenbach und südwestlich Medard.
Zu Odenbach gehören auch die Wohnplätze Dämmerhof, Hottenbusch, Kaiserhof und das Bahnwärterhaus Viermorgen.
Geschichte Auf der Gemarkung wurden keltische Gräber und römische Funde entdeckt. Die älteste erhaltene schriftliche Nennung des Ortes stammt vom 20. Mai 841 („Uotenbach“). Der Name geht wahrscheinlich auf einen Personennamen zurück. Der Ort gehörte zur Grafschaft Veldenz, ehe er 1444 zu Pfalz-Zweibrücken kam. Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540). Herzog Johann I. entließ 1579 die Einwohner Odenbachs und einiger umliegender Dörfer aus der Leibeigenschaft.Johann Georg Lehmann: Vollständige Geschichte des Herzogtums Zweibrücken und seiner Fürsten, Kaiser, 1867, S. 383 (Online-Ausgabe bei Google Books).
Seit 1971 gehörte Odenbach zur Verbandsgemeinde Lauterecken, seit dem 1. Juli 2014 zur Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Odenbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD WGB Gesamt 2024 per Mehrheitswahl 12 Sitze 2019 2 10 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: . 2014 per Mehrheitswahl 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: . 2009 per Mehrheitswahl 12 Sitze
Bürgermeister Helga Becker wurde am 22. Juli 2019 Ortsbürgermeisterin von Odenbach. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 79,90 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde sie als einzige Bewerberin mit 81,0 % der Stimmen für weitere fünf Jahre wiedergewählt.
Ihr Vorgänger Gerhard Gins (SPD) war bei der Wahl 2019 nach 15 Jahren im Amt nicht erneut angetreten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Überreste des Weiherturms, Ruine einer Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert, Burg Odenbach, gelten neben weiteren historischen Gebäuden als Wahrzeichen von Odenbach. Auch die derzeit wegen Baufälligkeit geschlossene Protestantische Pfarrkirche Odenbach ist ortsbildprägend.
Das Rathaus stammt von 1570 und wird bis heute in seiner ursprünglichen Funktion genutzt.
Die Steinbogenbrücke über den Odenbach wurde 1748 errichtet und im Jahr 2018 größtenteils neu aufgebaut. Wesentliche konstruktive (Bogen) und historische Elemente (Brückenstein) blieben hierbei erhalten.
Die denkmalgeschützte ehemalige Synagoge von 1752 ist mit spätbarocken Wandmalereien verziert, der jüdische Friedhof besteht seit 1850.
Entlang des nordwestlich von Odenbach anstehenden Höhenzugs führt der Pfälzer Höhenweg (insgesamt 112 km Länge).
Jährlich am dritten Wochenende im August findet die fünftägige Kirmes (Kerwe) statt.
Am 11. November wird jedes Jahr ein St.-Martins-Umzug, am 1. Advent in der Ortsmitte ein Weihnachtsmarkt veranstaltet.
Infrastruktur Verkehr Durch den Ort verläuft die Landesstraße 382, die westlich des Glans in die Bundesstraße 420 mündet.
Odenbach erhielt 1896 Anschluss an die Eisenbahn, als der Bahnhof Odenbach an der Strecke Lauterecken–Odernheim eröffnete. Dieses Teilstück ging 1904 in der damals vollständig eröffneten Glantalbahn auf. Die Strecke wird für den Eisenbahnverkehr im Bereich von Odenbach nicht mehr genutzt, ist hier vielmehr Teil der Fahrrad-Draisinenstrecke-Glantal, die über 40 km durch das untere Glantal im Pfälzer Bergland führt.
Soziale Infrastruktur In Odenbach gibt es eine Kindertagesstätte (Kita) mit drei Gruppen und insgesamt 60 Plätzen (Kinder U3 und Ü3 sowie Ganztagsplätze). Einzugsgemeinden für die Kita, die sich in Trägerschaft der Ortsgemeinde befindet, sind Odenbach sowie die Nachbarorte Adenbach, Ginsweiler und Medard.
Odenbach hat eine Freiwillige Feuerwehr (Schwerpunktwehr) in der Trägerschaft der VG Lauterecken-Wolfstein. Außerdem gibt es eine Jugendfeuerwehr sowie eine Alterskameradschaft.
Im Juli 2019 gab es insgesamt 16 Vereine und etliche unterschiedliche Kleingewerbe in der Gemeinde.
Das Gebäude der ehemaligen Grundschule Birkenhof befindet sich mittlerweile in Privatbesitz, die frühere Schulturnhalle wird als Sport- und Veranstaltungshalle genutzt.
Ein Gemeindehaus steht in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche, ein zweites in der Trägerschaft der Orts-/Verbandsgemeinde.
Söhne und Töchter der Gemeinde mini|hochkant|Gedenkstein für Naturforscher Müller Philipp Wilbrand Jacob Müller (1771–1851), Naturforscher und Pfarrer Gustav Adolf Bernd (1869–1942), Bildhauer Eike Emrich (1957–2023), Sportsoziologe und -ökonom
Literatur
Weblinks
Offizielle Website der Ortsgemeinde Odenbach Ortsgemeinde Odenbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein Odenbach bei regionalgeschichte.net
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kusel