Diedrich Johann Dieckmann, auch Dietrich Dieckmann, (* 31. August 1878 in Twielenfleth; † 29. Juli 1936 in Braunschweig) war ein deutscher Architekt, Bauingenieur, Chemiker und Professor für Baustoffkunde.
Leben Dieckmann war ein Sohn des Lehrers Carl Dieckmann (31. Dezember 1838 – 23. November 1911) und dessen Frau Anna (geborene von Schassen oder von Schasser; 20. Januar 1841 – 15. Dezember 1900). Er besuchte zunächst die Volksschule und anschließend von 1891 bis 1896 das Humanistische Gymnasium in Stade und von 1896 bis 1900 ein Gymnasium in Bremerhaven, ehe er Bauingenieurwesen und Chemie an der Technischen Hochschule in Hannover studierte. Während seines Studiums wurde er 1900 Mitglied der Hannoverschen Burschenschaft Germania.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 84. Er promovierte in Hannover 1911 mit einer Arbeit über die Feuersicherheit in Theatern. Er arbeitete seit 1906 unter anderem als Brandmeister der Berufsfeuerwehr und Verbandsprüfer für das Feuerlöschwesen für die Baudeputation in Hamburg, als er vom 1. August 1914 bis zum 6. Februar 1919 zum Militärdienst eingezogen wurde. Ab 1919 arbeitete er für die Technischen Staatslehranstalten (bis 1920) und als Lehrer an der Staatlichen Höheren Schule für Hoch- und Tiefbau in Hamburg.
Dieckmann folgte 1928 als Studien- und Baurat sowie Sachverständiger für Baustoffe, Hausschwamm- und Mauerfragen dem Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Baustoffkunde der Universität Carolo-Wilhelmina in Braunschweig und wurde Direktor des „Baustofflaboratoriums“ der Architekturabteilung, das Ende der 1920er Jahre gegründet worden war. Dieckmann arbeitete in den 1930er Jahren gemeinsam mit dem Physiker Ernst Lübcke auf dem Gebiet der Bauakustik. Kurz nach seinem Tode wurde 1937 das Institut für baulichen Luftschutz gegründet; Theodor Kristen trat seine Nachfolge als Direktor an.
Nach seinem Entwurf wurde ein Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Rahlstedt, Ortsteil Neurahlstedt errichtet, das 1926 eingeweiht wurde.Gefallenendenkmäler auf denkmalprojekt.org, abgerufen am 31. August 2026. Er entwarf Pläne für auch Einzelhäuser in Hamburg und Umgebung, bei deren Ausführung er auch die Bauleitung innehatte.
Am 9. Mai 1933 sagte Dieckmann bei einer nationalsozialistischen Propagandaveranstaltung, die in der Aula der Technischen Hochschule stattfand und bei der es um die öffentliche Bücherverbrennung am 10. Mai vor dem Braunschweiger Schloss ging folgendes:
Dieckmann war zuvor Mitarbeiter der 4. Auflage des Encyklopädischen Handbuchs der technischen Chemie, das 1888 bis 1922 von Bruno Kerl und Friedrich Stohmann im Vieweg Verlag in Braunschweig herausgegeben wurde und auf einer Übersetzung des von James Sheridan Muspratt begründeten Dictionery of Chemistry beruhte.
Auszeichnungen (Auswahl) Ritterkreuz des Mecklenburgischen Greifenordens Kriegsauszeichnung
Familie Dieckmann war seit dem 1. November 1906 mit Anna Ernestine Helene Elisabeth (geborene Hilgenberg; 31. Oktober 1884 – 3. März 1960) verheiratet, einer Tochter des Chemikers und Fabrikdirektors Ernst Gustav Georg Ludwig Hilgenberg (29. März 1844 – 23. Februar 1929) und dessen Frau Anna (geborene Starck; 26. November 1852 – 29. Juni 1915). Werner Dieckmann (* 23. August 1907) Ilse Dieckmann (* 14. September 1911) Günter Dieckmann (* 4. Oktober 1919 – 1945) gefallen in Russland
Schriften (Auswahl) Die Feuersicherheit in Theatern. (= Doktor-Ingenieur-Dissertation, Hochschule Hannover). P. L. Jung, München 1911, . mit Ernst Glinzer: Prof. Dr. E. Glinzer’s Baustoffkunde. Degener, Leipzig 1917, . Leitfaden der Chemie für Baugewerkschulen und andere technische Fachschulen. In: Unterricht an Baugewerkschulen. Band 2. Teubner, Leipzig 1930, . Osmose-Normal-Verfahren. Braunschweig 1935, . mit Ernst Lübcke: Bauakustische Untersuchungen. In: Gemeinsame Mitteilung aus dem akustischen Laboratorium und dem Baustofflaboratorium der Technischen Hochschule Braunschweig. Braunschweig 1935, . Kleine Baustoffkunde. Friedrich Vieweg & Sohn, Braunschweig 1948 ( – Werbeanzeige des Verlages mit Textauszug). Vorträge Die technische Bedeutung des Putzes für die farbige Gestaltung alter und neuer Bauten. Gehalten am 4. Oktober auf der 4. Tagung des Bundes zur Förderung der Farbe im Stadtbild vom 3. bis 6. Oktober 1929 in Zerbst in Anhalt.
Literatur
Weblinks Diedrich Johann Dieckmann. In: Braunschweiger Professorkatalog. (profkat.tu-braunschweig.de – der hier angegebene Name „Ehefrau: Anna Dieckmann geb. Gilgenburg“ ist falsch, sie hieß Anna Ernestine Helene Elisabeth Hilgenberg)
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Braunschweig) Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Bauingenieur Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Ritter des Greifenordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover