mini|380px|Karte von 1910 mini|380px|Elbvororte, geprägt durch das Elbnordufer, im Hintergrund Blankenese Als Elbvororte (oder Elbgemeinden) werden zusammenfassend mehrere Stadtteile im Westen Hamburgs im Bezirk Altona bezeichnet.
Gliederung
Im Einzelnen zählen zu den Elbvororten (von Westen nach Osten)
RissenHamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 869, S. 875 BlankeneseHamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 220 IserbrookHamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 558 NienstedtenHamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 768 OthmarschenHamburg-Lexikon, S. 363Hamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 804
Die genannten Stadtteile teilen
die räumliche Nähe zur Elbe die verwaltungsrechtliche Bezirkszugehörigkeit die Eigenschaft als Vorort der Großstadt Hamburg die gerade zur Elbe hin ähnliche Bebauungsstruktur (vor allem Villen und Einzelhäuser wie etwa an der Elbchaussee)
Begriff und Geschichte Elbvorort mini|200px|Lage der Elbvororte Eine offizielle Definition oder Festlegung des Begriffs Elbvorort besteht – im Gegensatz etwa zum Begriff Walddörfer – nicht. Vielmehr hat sich die Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert. Geographisch sind diejenigen Ortschaften gemeint, die westlich vor den Toren der Stadt Hamburg Zugang zur Elbe haben.
Historisch gehörten die Elbvororte zunächst zum Kreis Pinneberg/Land Holstein, ab 1927 im Rahmen des Groß-Altona-Gesetzes zur Stadt Altona (wobei Othmarschen bereits 1890 an Altona fiel) und schließlich aufgrund des 1937 beschlossenen Groß-Hamburg-Gesetzes ab 1938 zu Hamburg.
Allen Elbvororten ist gemein, dass sie unmittelbar am Ufer der Elbe liegen bzw. aufgrund von Gebietsveränderungen oder -umbenennungen lagen.Hamburg-Lexikon, S. 186–187, Karte der Gebietsveränderungen des Statistischen Landesamtes vom März 1937 Das ist für die Stadtteile Othmarschen, Nienstedten, Blankenese und Rissen offensichtlich. Es gilt jedoch insbesondere auch für den Stadtteil Iserbrook, der erst seit 1951 existiert und dessen Gebiet zuvor zum Territorium des Elbvorortes Blankenese bzw. Dockenhuden gehörte.Hamburg-Lexikon, S. 253Hamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 558–563 Ebenso gehörte der Altonaer Stadtteil Klein Flottbek zu den Elbvororten.Unter dem Himmel von Hamburg, S. 102 Er ist jedoch den Gebietsveränderungen von 1937/1938 anheimgefallen und im Wesentlichen den Stadtteilen Othmarschen und Nienstedten zugeschlagen worden. Das Villenviertel Hochkamp ist ebenfalls Teil der Elbvororte.Hamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 797Die Welt vom 6. September 2003Die Welt vom 28. Dezember 2004 Es liegt zwar nicht unmittelbar an der Elbe, es ist territorial jedoch auch dem Elbvorort Nienstedten zuzurechnen. Ein großer Teil Hochkamps liegt im Stadtteil Osdorf, das jedoch kein Elbvorort ist.Hamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 794–803Die Welt vom 11. September 2001 Auch Sülldorf und Groß Flottbek sind keine Elbvororte.Hamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 996–1003Hamburg von Altona bis Zollenspieker, S. 396–405 Anders als die Namen es vermuten lassen, waren Groß Flottbek und Klein Flottbek nie eine Einheit, sondern vielmehr mindestens seit 1305 zwei unterschiedliche, voneinander unabhängige Gebiete und Dörfer.Hamburg-Lexikon, S. 274 Landläufig werden aufgrund der örtlichen Nähe und der teils ähnlichen Baustruktur jedoch auch Sülldorf und Groß Flottbek gelegentlich als Elbvorort bezeichnet. Eine klare Abgrenzung erfolgt insofern mitunter nicht.
Vorort Der landläufige Begriff Vorort ist wortwörtlich als Ort vor der Stadt Hamburg zu verstehen. Die rechtliche Bezeichnung Vorort hingegen basierte auf der 1871 in Kraft getretenen Landgemeindeordnung und betraf die rund um den Hamburger Stadtkern gelegenen und zur Stadt Hamburg gehörenden 15 Orte. Der rechtliche Begriff hatte den Zweck, die angeführten Orte aufgrund deren Verstädterung dem bisherigen Landgebiet zu entziehen und unter unmittelbare städtische Verwaltung zu stellen.Hamburg-Lexikon, S. 511 Das traf für die Elbvororte jedoch nicht zu, da sie zum damaligen Zeitpunkt noch zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein, nicht zu Hamburg gehörten.
Literatur Hans Bunge und Gert Kähler (Hrsg.): Villen und Landhäuser. Bürgerliche Baukultur in den Hamburger Elbvororten von 1900–1935, Dölling und Galitz Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86218-031-8. Matthias Friedel (Fotos), Hans-Juergen Fink (Texte): Unter dem Himmel von Hamburg. Luftbilder der Hansestadt und ihrer Umgebung. 2. Auflage. Hamburger Abendblatt Springer, Hamburg 1999, ISBN 3-921305-64-0. Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg-Lexikon. 2., durchgesehene Auflage. Zeise, Hamburg 2000, ISBN 3-9805687-9-2. Katharina Marut-Schröter, Jan Schröter: Die Elbvororte. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1997, ISBN 3-929229-42-0. Daniel Tilgner (Red.): Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8.
Weblinks
Web-Lokalzeitung mit aktuellen Nachrichten aus den Elbvororten, einem Teil des Bezirks Altona Hamburger Klönschnack, Stadtmagazin der Elbvororte, monatliche Erscheinungsweise
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Hamburg)