12. Leichtathletik-Europacup zentriert|100px Resultate Superliga (Endstand nach 36 Entscheidungen) , International Stadium – 5./6. August 1989 Frauen Männer Platz Land Punkte Platz Land Punkte 1 120 1 115 2 95 2 103 3 84 3 101 4 79 4 95 5 72 5 95 6 56 6 91 7 43 7 63 8 26 8 54 ← Prag 1987 Frankfurt/M. 1991 → abgestiegen in die 1. Liga des nächsten Europacups mini| Das 12. Leichtathletik-Europacup-Superligafinale fand am 5. und 6. August 1989 im International Stadium von Gateshead (Großbritannien) statt und umfasste 36 Disziplinen (20 Männer, 16 Frauen).

Modus Die diesjährige Austragung fand weiterhin nach den im Europacup 1983 erstmals gültigen Regeln statt. Das höchste Niveau des Cups wurde als Superliga bezeichnet und mit jeweils acht Männer- und Frauen-Teams ausgetragen. Die einen Rang darunter platzierten Nationen trugen ihre Wettbewerbe in der 1. Liga aus. Die Teams der 2. Liga waren in die beiden Gruppen 1 und 2 aufgeteilt. Die Teilnehmernationen waren durch die Resultate von 1987 mit Auf- und Absteigern bereits festgelegt. Alle Wettbewerbe wurden am selben Wochenende – Samstag, 5. und Sonntag, 6. August – ausgetragen. Eine Besonderheit gab es bei den in der belgischen Hauptstadt Brüssel ausgetragenen Wettbewerben. Dort starteten gemeinsam die Männer der 1. Liga und die Frauen der 2. Liga, Gruppe 1. Die Platzierungen in den drei Ligen entschieden über das seit 1983 praktizierte System mit Auf- und Absteigern über die Ligeneinteilungen des nächsten Cups im Jahr 1991.

Letztmalig gab es keine Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Jahr eines Europacups. Mit Einführung des zweijährigen Austragungsmodus auch für Weltmeisterschaften fanden nachfolgend in allen Jahren mit Europacup auch Weltmeisterschaften statt. Dies wertete den Europacup im Lauf der kommenden Jahre mehr und mehr ab. So gab es hier in Gateshead keinen einzigen Landesrekord. Es kam später sogar dazu, dass die stärksten Athleten eines Landes kein Interesse mehr für die Europacupteilnahme hatten, sodass häufig nicht die besten Sportler am Start waren. Der Deutsche Leichtathletik-Verband schaffte deswegen später Anreize für die Teilnahme seiner stärksten Leichtathleten, indem der Sieger eines Europacupwettbewerbs sich automatisch für die Weltmeisterschaften qualifizierte.

Der zwölfte Leichtathletik-Europacup Seit 1975 fanden die Frauenwettbewerbe im A-Finale bzw. in der Superliga am selben Ort und an denselben beiden Tagen gemeinsam mit den Männerwettbewerben statt. So war es auch in der diesjährigen Austragung. Wie seit 1983 üblich wurden alle Ligen des Europacups am selben Wochenende durchgeführt. Ebenso wurde der bewährte zweijährige Wettkampfturnus mit Austragung der Veranstaltung in den ungeraden Jahren jeweils zwischen den Jahren mit Europameisterschaften bzw. Olympischen Spielen beibehalten.

Im Wettbewerbsprogramm gab es auch diesmal keine Änderungen. Der Wettbewerbskatalog für die Frauen wurde in den darauffolgenden Jahren sukzessive immer weiter an die Männerdisziplinen angepasst. Die nächste Erweiterung sollte 1993 erfolgen.

Zum vorletzten Mal setzte sich die Teilnehmerschaft aus den bis dahin in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Nationen zusammen. Durch den Zerfall der Sowjetunion in zahlreiche selbstständige Staaten und die deutsche Wiedervereinigung in den beginnenden 1990er Jahren standen diesbezüglich tiefgreifende Änderungen bevor. Schon beim nachfolgenden Europacup gab es ein gesamtdeutsches Team. Die Sowjetunion ging 1991 letztmalig mit einer gemeinsamen Mannschaft an den Start.

Die DDR verteidigte ihren Titel im Frauenwettbewerb mit deutlichem Vorsprung vor der Sowjetunion. Bei den Männern setzte sich erstmals Großbritannien durch. Der Gastgeber nutzte seinen Heimvorteil, setzte seine stärksten Athleten ein und siegte vor der DDR.

Seinen ersten Auftritt hatte hier in Gateshead der Italiener Fabrizio Mori. Er war bei elf weiteren Europacupaustragungen dabei, brachte insgesamt sechzehn Starts auf sein Konto und gewann den 400-Meter-Hürdenlauf fünf Mal (1996, 1997, 1999, 2001, 2002). Hier allerdings musste er mit seinem achten und letzten Platz über 400 Meter Hürden erstmal Lehrgeld bezahlen.XII European Cup Bruno Zauli, sport-olympic.gr (englisch), abgerufen am 9. Februar 2024

In Gateshead gab es zum ersten Mal keinen Landesrekord in der Gruppe A bzw. der Superliga des Europacups.

Doping Es gab eine dopingbedingte Disqualifikation: Dem für die Sowjetunion startenden ukrainischen Kugelstoßer Oleksandr Bahatsch wurde hier zum ersten Mal in seiner Sportlerlaufbahn ein Verstoß gegen die Antidopingbestimmungen nachgewiesen. Er wurde disqualifiziert und für zwei Jahre gesperrt. Später wurden noch zweimal Sanktionen gegen ihn verhängt. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1997 wurde ihm sein WM-Titel aberkannt, weil er ein unerlaubtes Aufputschmittel konsumiert hatte. Im Mai 2000 erhielt er dann eine weitere Sperre von zwei Jahren, weil in der A- und B-Probe seiner Urin-Probe vom Februar 2000 Anabolika nachgewiesen wurden.taz-Archiv, Alexander Bagatsch, erneute Doping-Suspendierung. In: Die Tageszeitung (taz) vom 27. Juli 2000, taz.de, abgerufen am 9. Februar 2024

Länderwertungen 2. Liga Die 2. Liga der Männer und Frauen wurde wie in den letzten Jahren in zwei Gruppen ausgetragen. Die Wettbewerbe der Gruppe 1 fanden für Frauen und Männer getrennt statt. Die Frauen starteten in der belgischen Hauptstadt Brüssel, die Männer im dänischen Kopenhagen. Die Wettbewerber der Gruppe 2 traten im irischen Dublin an. Aus beiden Gruppen qualifizierte sich das jeweils siegreiche Team für die Teilnahme in der B-Gruppe des nächsten Europacups. Länderwertungen 2. Liga Gruppe 1 Frauen – in Brüssel Männer – in Kopenhagen Platz Land Punkte Land Punkte 1 76 79,0 2 76 72,0 3 71 75,0 4 46 46,5 5 36 36,5 6 30 qualifiziert für die 1. Liga des nächsten Europacups

Länderwertungen 2. Liga Gruppe 2 in Dublin Frauen Männer Platz Land Punkte Land Punkte 1 71 72 2 54 69 3 51 68 4 40 52 5 24 37 qualifiziert für die 1. Liga des nächsten Europacups

Länderwertungen 1. Liga Die Wettbewerbe in der 1. Liga wurden für Männer und Frauen diesmal getrennt ausgetragen. Die Frauen starteten in der französischen Stadt Straßburg, die Männer trugen ihre Wettbewerbe in der belgischen Hauptstadt Brüssel aus. Die jeweils siegreiche Mannschaft qualifizierte sich für die Superliga des kommenden Europacups. Außerdem stiegen die beiden Teams auf den jeweils letzten Plätzen ab in die 2. Liga. Länderwertungen 1. Liga Frauen – in Straßburg Männer – in Brüssel Platz Land Punkte Land Punkte 1 95,0 107,0 2 89,0 103,5 3 85,0 102,0 4 81,0 102,0 5 65,5 87,0 6 58,5 81,0 7 53,0 74,5 8 49,0 61,0 qualifiziert für die Superliga des nächsten Europacups abgestiegen in die 2. Liga des nächsten Europacups

Länderwertungen Superliga mini|hochkant=1.8| Die Männer- und Frauenteams auf dem jeweils letzten Platz stiegen in die 1. Liga des nachfolgenden Europacups ab. Länderwertungen Superliga – in Gateshead Frauen Männer Platz Land Punkte Land Punkte 1 120 1 115 2 95 2 103 3 84 3 101 4 79 4 95 5 72 5 95 6 56 6 91 7 43 7 63 8 26 8 54 abgestiegen in die 1. Liga des nächsten Europacups

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: DNF did not finish (nicht im Ziel) DSQ disqualifiziert DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert w Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s x ungültig o Höhe übersprungen – ausgelassen w Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s

Superliga: Resultate der Einzeldisziplinen Männer 100 m Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Linford Christie 10,33 2 Daniel Sangouma 10,39 3 Wladimir Krylow 10,43 4 Stefano Tilli 10,48 5 Sven Matthes 10,51 6 Jiří Valík 10,53 7 Andreas Maul 10,73 8 José Arques 10,72 Datum: 5. August

Wind: −1,8 m/s

200 m Platz Athlet Land Zeit (s) 1 John Regis 20,62 2 Stefano Tilli 20,66 3 Daniel Sangouma 20,83 4 Wladimir Krylow 20,97 5 Jiří Valík 21,23 6 Steffen Schwabe 21,25 7 Miguel Ángel Gómez 21,57 8 Wolfgang Haupt 21,61 Datum: 6. August

Wind: +0,1 m/s

400 m Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Edgar Itt 45,43 2 Jens Carlowitz 45,44 3 Cayetano Cornet 45,82 4 Roberto Ribaud 46,00 5 Brian Whittle 46,19 6 Luboš Balošák 46,30 7 Olivier Noirot 46,54 8 Wjatscheslaw Kotscherjagin 46,89 Datum: 5. August

800 m Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Tom McKean 1:46,94 2 Peter Braun 1:46,94 3 Hauke Fuhlbrügge 1:48,20 4 Hervé Phélippeau 1:48,28 5 Tonino Viali 1:48,36 6 Tomás de Teresa 1:48,58 7 Andrzej Sudnik 1:49,38 8 Marcel Theer 1:51,20 Datum: 6. August

1500 m Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Pascal Thiébaut 3:48,05 2 Sergei Afanassjew 3:48,35 3 Gennaro Di Napoli 3:48,61 4 Jens-Peter Herold 3:48,61 5 Tony Morrell 3:48,85 6 Pavel Šourek 3:51,35 7 José Luis González 4:26,20 DSQ Dieter Baumann Datum: 5. August

5000 m Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Salvatore Antibo 13:43,84 2 Jack Buckner 13:44,77 3 Michail Dasko 13:47,56 4 Pascal Thiébaut 14:00,59 5 Alejandro Gómez 14:03,98 6 Steffen Brand 14:11,14 7 Hansjörg Kunze 14:25,59 8 Pavel Michálek 14:56,90 Datum: 6. August

10.000 m Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Francesco Panetta 28:27,02 2 Tim Hutchings 28:27,21 3 José Manuel Albentosa 28:29,78 4 Jean-Louis Prianon 28:42,71 5 Stephan Freigang 29:29,13 6 Rawil Kaschapow 29:32,47 7 Martin Vrábel 30:07,64 8 Markus Pingpank 30:28,29 Datum: 5. August

110 m Hürden Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Colin Jackson 13,56 2 Wladimir Schischkin 13,76 3 Florian Schwarthoff 13,88 4 Philippe Tourret 14,04 5 Holger Pohland 14,11 6 Carlos Sala 14,16 7 Jiří Hudec 14,25 8 Mauro Re 14,33 Datum: 6. August

Wind: −2,9 m/s

400 m Hürden Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Kriss Akabusi 48,95 2 Harald Schmid 49,26 3 Wladimir Budko 49,60 4 Jozef Kucej 50,10 5 José Alonso 50,20 6 Philippe Gonigam 50,95 7 Hans-Jürgen Ende 51,04 8 Fabrizio Mori 51,09 Datum: 5. August

3000 m Hindernis Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Alessandro Lambruschini 8:34,06 2 Hagen Melzer 8:34,90 3 Raymond Pannier 8:35,33 4 Tom Hanlon 8:35,81 5 Jiří Švec 8:37,41 6 Waleri Wandjak 8:38,46 7 Jens Volkmann 8:41,99 8 Benet Nogales 8:44,73 Datum: 6. August

4 × 100 m Staffel Platz Besetzung Land Zeit (s) 1 Tony JarrettJohn RegisMarcus AdamLinford Christie 38,39 2 Max MorinièreDaniel SangoumaGilles QuénéhervéBruno Marie-Rose 38,46 3 Antonio UlloSandro FlorisPierfrancesco PavoniStefano Tilli 38,98 4 Michael HukeSteffen BringmannSteffen SchwabeSven Matthes 39,02 5 Andrei RasinWladimir KrylowAndrei FedoriwWitali Sawin 39,16 6 Jiří HudecJiří MezihorákZadek StupkaJiří Valik 39,50 7 José Javier ArquesMiguel Ángel GarcíaValentin RocandioMiguel Ángel Gómez 39,86 DNF Volker WesthagemannAndreas MaulPeter KleinWolfgang Haupt Datum: 5. August

4 × 400 m Staffel Platz Besetzung Land Zeit (min) 1 Peter CramptonKriss AkabusiTodd BennettBrian Whittle 3:03,16 2 Klaus JustMark HenrichCarsten KöhrbrückRalf Lübke 3:03,33 3 Torsten OdebrettThomas MiethigJens CarlowitzThomas Schönlebe 3:04,21 4 Olivier NoirotJean-Claude LauretAldo CantiJacques Farraudière 3:04,32 5 Antonio SánchezCayetano CornetJosé AlonsoMoises Fernandez 3:04,71 6 Andrea MontanariMarcello FantoneRicardo CardoneRoberto Ribaud 3:06,03 7 Alexei BasarowWaleri StarodubzewWjatscheslaw KotscherjaginAlexander Kurotschkin 3:06,78 8 Jiří JanoušekLuboš BalošákMiroslav VavákJozef Kucej 3:10,50 Datum: 6. August

Hochsprung Platz Athlet Land Höhe (m) Versuchsserie (m) 2,05 2,10 2,15 2,20 2,23 2,26 2,29 2,32 2,35 1 Dalton Grant 2,32 – – – o – o o o xxx 2 Rudolf Powarnizyn 2,32 – – o o o o o xo xxx 3 Róbert Ruffíni 2,29 – o o o o o xo xx– x 4 Gerd Wessig 2,26 – o o o o o x– xx 5 Arturo Ortiz 2,23 – o o xo o xx– x 6 Ralf Sonn 2,23 – o o o xxo xxx 7 Marcello Benvenuti 2,23 – o xxo o xxo xxx 8 Jean-Charles Gicquel 2,20 o – xo o xxx Datum: 5. August

Stabhochsprung