mini|Rathausplatz mini|hochkant=0.7|Oberes Tor Weitra Weitra (tschechisch Vitoraz) ist eine österreichische Stadtgemeinde im Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit Einwohnern (Stand ). Sie führt den Beinamen Kuenringerstadt.

Geografie Weitra liegt im Waldviertel in Niederösterreich im Tal der Lainsitz. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 52,53 Quadratkilometer. 42,23 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Brühl, Großwolfgers, Oberwindhag, Reinprechts, St. Wolfgang, Spital, Sulz, Walterschlag, Weitra und Wetzles.

Mit der NÖ. Kommunalstrukturverbesserung wurden Anfang 1967 Brühl und Wetzles sowie Anfang 1971 Großwolfgers, Reinprechts, Spital und St. Wolfgang eingemeindet.

Nachbargemeinden

Klima

Geschichte Die Herrschaft Weitra gehörte ursprünglich nach Böhmen. 1201 gründete der Kuenringer Hadmar II. die Burgstadt Weitra oberhalb der geringfügig älteren Siedlung Altweitra, die vermutlich nach einem Slawen namens Vit Vitohrad (tschech. für Veitsburg) benannt wurde (daher auch der heutige tschechische Name Vitoraz).Österreichischer Städteatlas: Weitra In die Kuenringer-Herrschaft fällt vermutlich auch bereits die erstmalige Verleihung des Stadtrechts.Wolfgang Katzenschlager: NÖN, 12/2011 (PDF), S. 37, abgerufen am 1. September 2017. Den Kern der Bevölkerung bildeten Ackerbürger.

Da die Kuenringer Ottokar II. Přemysl unterstützt hatten, wurde nach seinem Tode (1278) Weitra von den Habsburgern beansprucht; seit 1296 war die Stadt endgültig in deren Besitz.Gemeinde Weitra: Geschichte der Stadt Weitra (PDF), abgerufen am 1. September 2017. Vom 26. Mai 1321 (Friedrich der Schöne) ist die älteste Urkunde erhalten, die Weitras Bürger mit Brau- und Schank-Privilegien ausstattete.Herbert Knittler: Die Rechtsquellen der Stadt Weitra. In: Österreichische Akademie der Wissenschaften: Fontes rerum Austriacarum. III/4, Böhlau, Wien 1975.

1581 schenkte Rudolf II. Burg und Stadt Weitra an Wolf Rumpf Freiherrn vom Wielroß; nach dessen Tod fiel es 1607 durch Heirat an die Familie Fürstenberg, die bis 1848 die Grundherrschaft innehatte und immer noch Eigentümer des Schlosses und des dazugehörigen Großgrundbesitzes in der Umgebung ist.

Weitra wurde 1651 und 1672 von Feuersbrünsten heimgesucht.

Die Stadt war seit dem 14. Jahrhundert bekannt für ihre Bierbrauereien, von denen es in der Blütezeit 22 gab, heute sind es noch zwei. Später kam, ausgehend von der Weberei, wie in der gesamten Region Waldviertel die Textilindustrie dazu.

Im Grenzland gelegen, verlor Weitra nach dem Ersten Weltkrieg den in Südböhmen gelegenen Teil seines Hinterlandes. Besonders spürbar wurde dies durch den Eisernen Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Randlage sowie der Umstand, dass es auch in der Vergangenheit nicht gelungen war, die Stadt an das hochrangige Verkehrsnetz anzuschließen und Industrie anzusiedeln (auch wenn 1903 der südliche Ast der Waldviertler Schmalspurbahnen von Gmünd nach Groß-Gerungs eröffnet worden war), wirkte sich nachteilig auf die wirtschaftlichen Verhältnisse aus.

1959 wurde die Kuenringerkaserne eröffnet, sodass Weitra Garnisonsstadt wurde.

Religion 96,1 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 1,3 % evangelisch. Andere Religionsgemeinschaften kommen nicht über 0,5 % hinaus. Ohne religiöses Bekenntnis sind 1,8 %.

Bevölkerungsentwicklung

Die Abnahme der Bevölkerungszahl seit 1991 beruht auf einer negativen Geburtenbilanz. Die Wanderungsbilanz ist seither positiv. (Stand 2019) 2026 lebten nur noch 2593 Einwohner in Weitra.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Schloss Weitra mini|Stadtbefestigung Weitra mit Durchgang zum Kirchenplatz

Stadtbefestigung Weitra mit dem Oberen Tor. Schloss Weitra mit Schlosstheater Katholische Pfarrkirche Weitra Hll. Peter und Paul Katholische Pfarrkirche St. Wolfgang bei Weitra hl. Wolfgang Katholische Pfarrkirche Spital bei Weitra hl. Johannes der Täufer Rathausplatz mit alten Bürgerhäusern (besonders Sgraffitohaus Rathausplatz 4) und Dreifaltigkeitssäule Sender Wachberg Zisterne im Haus des Kellers Hauptplatz 24 Infotafel an einem Haus/einer Wand, Stadtmauerstädte NÖ, Fotogalerie Bernhard Essl, bernhardessl.nl, vom 22. März (2011?), abgerufen am 19. Oktober 2014.

Museen Museum Alte Textilfabrik Schlossmuseum

Parks Promenadenwege entlang der Stadtmauer Gabrielental: Spazier- und Wanderweg beiderseits der Lainsitz

Wirtschaft und Infrastruktur Wesentliche Wirtschaftszweige sind Land- und Forstwirtschaft sowie Sommerfremdenverkehr. Weitra ist Sitz einer Brauerei, der Bierwerkstatt Weitra, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann, aber seit dem Jahr 2003 zur Privatbrauerei Zwettl gehört. Der Name des gebrauten Bio-Bieres ist „Hadmar“ – nach dem Gründer von Weitra. Diese Biersorte wurde anlässlich der Landesausstellung im Jahr 1994 kreiert, die in Weitra stattfand.

In Weitra gibt es 162 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon sind 50 Haupterwerbsbetriebe (Stand 2010). Im Produktionssektor beschäftigen 34 Betriebe 283 Arbeitnehmer, vorwiegend bei der Herstellung von Waren und im Bau. Der Dienstleistungssektor beschäftigt 826 Menschen, davon beinahe die Hälfte in sozialen und öffentlichen Dienstleistungen (Stand 2011).

In der Gemeinde gibt es (Stand 2017) etwa 11.000 Übernachtungen, der Großteil davon entfällt auf die Monate Juni bis Oktober. Die Anzahl ging seit 2008 um beinahe 30 Prozent zurück.

Durch Weitra verlaufen der Ostösterreichische Grenzlandweg, der Eisenwurzen-Weitwanderweg, der Thayatalweg, der Niederösterreichische Landesrundwanderweg sowie die Europäischen Fernwanderwege E6 und E8.

In Weitra befindet sich eine Apotheke. Hier ordinieren praktische Ärzte, ein Zahnarzt und ein Ordinationszentrum bietet die Betreuung durch weitere Fachärzte an.

Verkehr mini|Zug der Schmalspurbahn am Bahnhof Weitra Straße: Weitra liegt an der Gmünder Straße B 41 von Gmünd nach Freistadt und ist nördlicher Endpunkt der von Grein kommenden Greiner Straße B 119 bzw. der Straßenverbindung nach Zwettl. Bahn: Der Regelbetrieb auf der Waldviertler Schmalspurbahn wurde 2001 eingestellt; die Strecke wird noch im Sommer als Museumsbahn touristisch genützt.

Bildung In der Stadt gibt es zwei Kindergärten, eine Volksschule sowie eine Mittelschule.

Öffentliche Einrichtungen In Weitra findet in der Lehrkompanie des BundesheeresPanzerstabsbataillon 3. Website des Österreichischen Bundesheeres. Abgerufen am 3. Februar 2012. in der Kuenringer-Kaserne mehrmals jährlich der Chargenkurs bzw. der Kurs 1 der Einjährig-Freiwilligen statt.

Im in der Innenstadt gelegenen Rathaus befindet sich eine Bibliothek.

Politik mini|Rathaus Weitra Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Seit 1990 ergab sich nach den Gemeinderatswahlen jeweils folgende Sitzverteilung:

Partei / Liste 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 ÖVP 14 12 13 13 15 15 16 17 SPÖ 5 5 3 5 2 2 3 2 FPÖ 2 3 1 – – – 2 2 Wir für Weitra – – 4 3 4 4 – – Unabhängige Liste – 1 – – – – – –

Bürgermeister

Persönlichkeiten Ehrenbürger Karl Egon V. zu Fürstenberg (1891–1973), Aristokrat Joachim Egon Fürst zu Fürstenberg (1923–2002), Aristokrat, Unternehmer Erwin Pröll 2021: Werner Himmer, Bürgermeister 1994–2010 2021: Raimund Fuchs, Bürgermeister 2010–2020 Söhne und Töchter der Stadt

Benedikt Schulz (1735–1797), der letzte Abt des Stifts Neuberg Ignaz Ram (1781–1850), österreichischer Stadtbaumeister und Architekt Klara Hitler (1860–1907), Mutter Adolf Hitlers, wurde in Spital geboren Alois Tampier (1913–2007), österreichischer Geistlicher und Dichter Günter Wolfsberger (* 1944), Maler und Bildhauer Sonja Zwazl (* 1946), österreichische Politikerin (ÖVP), Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich

Personen mit Bezug zur Stadt

Peter Florian (* 1964), österreichischer Künstler, lebte von 1964 bis 1979 in Weitra. Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt (1983) zeigte er über 80 Arbeiten im Schloss Weitra. Ludwig und Maria Knapp. Ludwig Knapp war 1944 Besitzer eines Sägewerkes, in dem er 24 ihm zugewiesene jüdische Zwangsarbeiter beschäftigte, die er gemeinsam mit seiner Frau Maria vor der sicheren Deportation bewahrte. Beide wurden von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet. Herbert Knittler (* in Brünn/Brno, Mähren), Wirtschafts- und Sozialhistoriker, lebt in Weitra. Christoph Seidl (* 1987), Opernsänger Wilhelm Szabo (1901–1986), Lehrer, österreichischer Dichter und Lyrikübersetzer, zählt zu den bedeutendsten österreichischen Dichtern des 20. Jahrhunderts; zum ehrenden Andenken an seine herausragenden Verdienste wurde die Wilhelm-Szabo-Straße in Weitra nach ihm benannt.

Literatur

Wolfgang Katzenschlager, Herbert Knittler: Historisches Weitra. Ansichten aus sechs Jahrhunderten, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3-85252-839-7. Burgen, Stifte und Schlösser. Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren. ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 138 f

Weblinks

Website der Stadtgemeinde Weitra Wallfahrtskirche St. Wolfgang

Einzelnachweise