mini|Lithographie aus dem 19. Jahrhundert, Sammlung Alexander Duncker. Das Schloss Brauchitschdorf () in Chróstnik (deutsch Brauchitschdorf) gehört zur Landgemeinde Lubin im Powiat Lubiński der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geschichte mini|Schloss Brauchitschdorf, 2015 mini|Schlossruinen, Zustand 2008 Nach Alexander Duncker war dieser Herrensitz, unter dem Namen Krostenik oder Chrusteninek, ein uraltes Gut der gleichnamigen Familie von Brauchitsch. Spätestens mit dem 13. Jahrhundert übernehmen sie den Besitz. Für 100.000 Thlr. erwerbt die Familie von Haugwitz das Anwesen, 1633. Käufer war Nicolaus von Haugwitz, Erbe sein Sohn, der General von Haugwitz. Ihm und insbesondere seiner Frau, Freiin von Schweinitz, wurde die Bauherrschaft und das barocke Format zugeschrieben. Das Ehepaar hinterließ keine Erben und über Prinz Ferdinand von Preußen, Bruder des Großen Königs, erfolgte der Verkauf an die von Kottwitz.

Der heutige Bau wurde in den Jahren 1723 bis 1728 nach Entwurf des Revaler Architekten Martin Frantz im Stil des Barock errichtet. Es entstand an der Stelle der Burg aus dem 14. Jahrhundert, von der sich Reste des nordöstlichen Abschnitts des Burggrabens erhalten haben, wobei ein Renaissance-Gutshaus der Herren von Brauchitsch einbezogen wurde. Bekannt wurde Brauchitschdorf durch den Autor Georg Karl von Haugwitz, vor allem durch seine Ehefrau Luise von Haugwitz geb. von Rohr, die ebenso als Schriftstellerin Bekanntheit erfuhr, onwohl sie nicht im Besitz von Schloss und Gut standen.

Im 18. Jahrhundert kauften die Grafen von Schmettow das Schloss samt Gut.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1871. Vierundvierzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1870, S. 726 f. Grundbesitzer wurde u. a. Graf Bernhard von Schmettow, Sohn des Generals der Kavallerie Bernhard Alexander Gottfried von Schmettow. Zum Gut, dessen Wert vormals auf 108.000 Taler bewertet war,Matthias Gottfried Graf von Schmettow, Matthias Graf von Schmettow: Schmettau und Schmettow. Geschichte eines Geschlechts aus Schlesien. Selbstverlag, Büderich 1961, S. 406. gehörte ein Forstbestand, auch aus Kiefernwald.Rudolf von Uechtritz: Resultate der Durchforschung der schlesischen Phanerogamenflora im Jahre 1883. Grass, Barth & Comp. (W. Friedrich), Breslau 1883, S. 20. Um 1900 gehörte die BegüterungKarl Wimmenauer (Hrsg.): Allgemeine Deutsche Forst-Jagdzeitung. 20. Jahrgang, J. D. Sauerländers Verlag, Frankfurt/Main 1905, S. 1067. immer noch der gräflichen Familie von Schmettow, die auch eine Pferdezucht betrieben.Der Sporn. Zentrall-Blatt für die Gesammt-Interessen des Deutschen Sport’s. Organ der Landes-Vollblut-Zucht. No. 19, Neunzehnter Jahrgang, Sonnabend, den 7. Mai 1881, S. 152.

Bereits vor 1902 erstand die Familie von Lüttwitz Gut und Schloss Brauchitschdorf. Zu diesem Zeitpunkt ging der Sohn des Hauses, Ernst Freiherr von Lüttwitz, bereits standesgemäß als SchülerOster-Programm der Königlichen Ritter-Akademie zu Liegnitz. 1902. Liegnitz 1902, S. 16 f. an die Ritterakademie Liegnitz. Nach dem Erwerb durch seinen 1870 in Wien geborenen Vater, den Rittmeister d. R.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Jg. 92, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 288–289. Freiherr Rochus von Lüttwitz-Alt Raudten, wurde das Anwesen umgestaltet. Baron Lüttwitz ließ das Schloss um 1907–1909 nach Entwurf des Breslauer Architekten Karl Grosser im Stil des Neobarock umbauen. Herr von Lüttwitz trat zeitgleich dem genealogischen Verein St. Michael bei.Heinrich Theodor von Kohlhagen: Mitteilungen des Vereins St. Michael. 2. Jahrgang, No. 6, Juni 1907, Handels-Druckerei Bamberg, Bamberg 1907, S. 1. Lüttwitz starb 1941 und trat weit zuvor durch seine erste Ehefrau Lucy Vonwiller, Scheidung 1913, in den gleichnamigen Konzern Vonwiller & Co. ein.Siehe, u. a.: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Hans-Christof Kraus (Hrsg.): Neue Deutsche Biographie. Siebenundzwanzigster Band-Stichtag 31. Dezember 2017, Duncker & Humblot, Berlin 2020, Oben. S. 110.Deutsche Biographie: Vonwiller, Johann Heinrich.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, u. a. Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1956, S. 271–272.

Nach dem Übergang fast ganz Schlesiens an Polen infolge des Zweiten Weltkriegs 1945 diente das Schloss zunächst als Lazarett für die Rote Armee, danach als Internat der örtlichen Landwirtschaftsschule. Am 10. Mai 1951 wurde es unter dem Aktenzeichen A/2823/268 in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Niederschlesien eingetragen. Ein Brand im September 1976 vernichtete das Gebäude. Der Unternehmer Dariusz Miłek erwarb die Schlossruine vom polnischen Staat und begann mit dem Wiederaufbau.

Architektur Das Schloss stellte ein stufenweise gestaffeltes Gebäude dar. Die dreiachsige Mittelpartie, mit einem geschwungenen Giebel gekrönt, trug ein quergestelltes Satteldach. Die Duncker-Lithografie aus dem 19. Jahrhundert zeigt eine abweichende Gestaltung des Gebäudes. Möglicherweise stellte sie die Ansicht der Rückseite des Gebäudes dar. Das Schloss ist zweigeschossig und voll unterkellert, mit einem Dachgeschoss in der Mitte des Gebäudes.

Ehemaliger Schlossgarten In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde ein Barockgarten angelegt, der im 18. Jahrhundert umgestaltet wurde. Bei einer Erweiterung der Anlage im 19. Jahrhundert erfolgte eine gärtnerische Umgestaltung durch den Gartenarchitekten Max von Schmettau.

Literatur Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 14, Selbstverlag, Berlin 1875/1877. Blatt. Helmut Sieber: Burgen und Schlösser in Schlesien. Nach alten Stichen. Verlag Weidlich, Frankfurt/Main 1962, S. 113. Georg Dehio Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.): Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 230 f.

Weblinks

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Einzelnachweise

Brauchitschdorf Kategorie:Barockbauwerk in Polen Brauchitschdorf Brauchitschdorf Kategorie:Erbaut in den 1720er Jahren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Lubin Kategorie:Martin Frantz Brauchitschdorf Kategorie:Haugwitz