mini|hochkant|Maria Jacobini Maria Jacobini (* 17. Februar 1890Andere Quellen nennen das Jahr 1892. in Rom; † 20. November 1944 ebenda) war eine italienische Schauspielerin beim heimischen und deutschen Film.
Leben und Wirken Maria Jacobini, die in den 10er und 20er Jahren eine der gefeiertsten Stummfilmdiven ihres Landes war, wurde als Enkelin des Kardinals und Staatssekretärs des Papstes Leo XIII., Lodovico Jacobini, geboren. Ihr künstlerisches Handwerk erlernte sie an der Accademia dell’Arte Drammatica ihrer Heimatstadt Rom. 1910 debütierte Maria Jacobini beim Film. Jacobini spielte berühmte Frauenfiguren der Zeitgeschichte wie etwa Lucrezia Borgia, Beatrice Cenci oder Jeanne d’Arc in den gleichnamigen Filmen, wirkte aber auch in Melodramen und Komödien mit. Regie führte dabei mehrfach ihr Lebensgefährte Gennaro Righelli. Ihr Gestus war ausladend und ausdrucksstark, ihre Figuren mal schwermütig-schicksalsergeben („Come le foglie“), mal überschwenglich-fröhlich („Addio giovinezza!“).Kelly: Das große Personenlexikon des Films. 2001, S. 179.
Im August 1922 gründete Maria Jacobini zusammen mit Righelli in Berlin die Maria Jacobini-Film GmbH (1922–1928).Handelsregister Berlin HRB Nr. 26201 Lediglich ihren ersten deutschen Film „Bohème“ konnte sie in eigener Produktion realisieren. In den nachfolgenden Jahren spielte sie in einer Fülle von Produktionen, oftmals Filme mit melodramatischen Inhalten. Nach ihrer vorübergehenden Rückkehr nach Rom setzte Jacobini 1926 ihre deutsche Filmarbeit fort. Ihre letzte Arbeit in Berlin war "zugleich auch ihre lohnenswerteste"Kelly: Das große Personenlexikon des Films. 2001, S. 179.: Fedor Ozeps Fassung von Leo Tolstois Der lebende Leichnam. Darin spielte sie die Lisa Protassowa. 1929 ging Maria Jacobini für ein Filmgastspiel nach Frankreich, wo Julien Duvivier sie in „Irene Rysbergues große Liebe“ mit der Titelrolle besetzte – eine verheiratete, von ihrem Mann vernachlässigte Dame der französischen Gesellschaft. Dann kehrte sie nach Rom zurück.
Mit Beginn des Tonfilmzeitalters drehte die der deutschen Sprache kaum mächtige Italienerin nur noch in Cinecittà, ohne jedoch an ihre größten Erfolge anschließen zu können. Nebenbei, von 1937 bis 1943, lehrte sie außerdem Sprechkunst am Centro Sperimentale di Cinematografia. Zu ihren Schülerinnen zählten Alida Valli und Clara Calamai. Marias Schwester Diomira Jacobini (1899–1959) arbeitete ebenfalls als Schauspielerin.
Filmografie (Auswahl) 1910: Lucrezia Borgia 1910: Beatrice Cenci 1911: L’ultimo amplesso 1912: La fuggitiva 1912: Vampe de gelosia 1913: L’erede di Jago 1913: In hoc signo vinces 1913: Giovanna d’Arco 1914: Capriccio di gran signore 1914: Il film rivelatore 1914: La busta nera 1915: Per non morire 1915: I cavalieri moderni 1915: La raffica 1916: La corsara 1916: Come le foglie 1916: Tragico convegno 1916: Articolo IV 1917: Resurrezione 1917: Sfinge 1917: La signora Arlecchino 1918: Il filo della vita 1918: Addio giovinezza! 1918: L’emigrata 1919: Anima tormentata 1919: La vergine folle 1920: Cainà 1920: La casa di vetro 1921: Il richiamo 1921: Amore rosso 1921: Il viaggio 1921: La preda 1922: Glanco 1922: L’incognita 1923: Bohème 1924: Steuerlos 1924: Die Puppenkönigin 1924: Orient 1925: Der Bastard 1925: Der Trödler von Amsterdam 1926: Vater, ich klage dich an! (Beatrice Cenci) 1927: Die Frauengasse von Algier 1927: Karneval des Lebens (Il carnevale di Venezia) 1927: Bigamie 1928: Der Fall des Staatsanwalts M … 1928: Fünf bange Tage 1928: Villa Falconieri 1928: Unfug der Liebe 1928: Ariadne im Hoppegarten 1929: Der lebende Leichnam 1929: Irene Rysbergues große Liebe (Maman Colibri) 1930: Perchè no? 1931: La scala 1931: La stella del cinema 1934: Paraninfo 1937: Wer ist so glücklich wie ich (Chi è più felice di me?) 1938: Drei Frauen um Verdi (auch ital. Originalvers.: Giuseppe Verdi) 1939: L’educande di Saint-Cyr 1940: Melodie der Liebe (Melodie eterne) 1941: L’attore scomparso 1942: Via delle cinque lune 1942: La danza del fuoco 1942: La signorina 1943: Tempesta sul golfo 1943: La donna della montagna
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 179.
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Einzelnachweise
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