Friedersdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Pressig im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).
Geografie Das Dorf liegt am Kleinen Buchbach, einem rechten Zufluss des Buchbaches, und ist von Acker- und Grünland umgeben. Im Norden befindet sich der Hohberg (), im Westen der Steinberg (). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße KC 9 bei Rothenkirchen (0,9 km südöstlich). Ein Anliegerweg verbindet mit Friedersdorfermühle (0,4 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1195 erstmals urkundlich erwähnt.Geschichte und Gemeindeteile auf der Website pressig.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Friedersdorf mit Friedersdorfermühle eine Realgemeinde, bestehend aus 27 Anwesen (9 Güter, 9 halbe Güter, 3 Sölden, 1 Söldengut, 3 Tropfhäuser, 1 Mahlmühle, 1 Gemeindehirtenhaus und 1 Bräuhaus). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach. Das Kastenamt Teuschnitz hatte die Grundherrschaft über alle Anwesen.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis. S. 472.
Infolge der Säkularisation kam der Ort 1803 zu Bayern. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Friedersdorf gebildet, zu der Friedersdorfermühle gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die Ruralgemeinde Friedersdorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Teuschnitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenkirchen (1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt). 1837 wurde Friedersdorf dem Landgericht Ludwigsstadt zugewiesen. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Friedersdorf zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt (1879 in Amtsgericht Ludwigsstadt umbenannt, das 1956 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde). Die Finanzverwaltung übernahm 1929 das Finanzamt Kronach.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis. S. 580f. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 5,071 km², die sich durch die Umgemeindung von Rauschenberg auf 5,021 km² verringerte.
Am 1. Mai 1978 wurde Friedersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Pressig eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 1: Wohnstallhaus Haus Nr. 24: Wohnhaus Haus Nr. 25: Wohnstallhaus Haus Nr. 42: katholische Kapelle Ein Bildstock Drei Wegkreuze Fünf Grenzsteine Ein Grenzgraben
Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmale auf. Sie werden in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 9: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, 17. Jahrhundert, Blockbau, der Wohnteil ist verschiefert. Am Sturz der rückwärtigen Tür befindet sich ein gedrückter Kielbogen.T. Breuer: Landkreis Kronach. S. 43. Haus Nr. 12: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert, Blockbau, der Wohnteil ist verschiefert. Auf der Hofseite sind profilierte Balkenköpfe, über der profiliert gerahmten Stalltür befindet sich ein Marienmonogramm. Haus Nr. 18: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert, verschieferter Blockbau mit Resten dekorativer Bemalung des 19. Jahrhunderts. Haus Nr. 19: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert, die Umfassungsmauern wurden massiv erneuert, der Stall ist ein Blockbau, auf der Hofseite sind profilierte Balkenköpfe. Zugehöriger Stadel, Holzbau, am Verschluss des Tores steht die Bezeichnung „1831“. – Erdkeller, das Untergeschoss besteht aus Bruchsteinen, das Obergeschoss aus Fachwerk; der Scheitelstein des Türsturzes ist mit „1834“ bezeichnet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Friedersdorf Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 172 184 191 194 204 242 213 220 202 185 181 175 192 200 198 213 200 183 243 258 264 248 221HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 31 31 30 29 36 36 46 Quelle
Ort Friedersdorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2020Einwohner 158 194 236 197 173 212 252 240 217 200 203 204Häuser 26 29 28 35 35 49 62 Quelle , abgerufen am 12. September 2018.
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Bartholomäus in Rothenkirchen gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Pressig) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1195 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978