Hildegard Elisabeth Martha „Hilde“ Müller (* 16. November 1902 in BerlinGeburtsregister StA Berlin IV a, Nr. 906/1902; † 30. Dezember 1971 in San Antonio, Texas) war eine deutsche Schauspielerin und Kinderdarstellerin des frühen Stummfilms.
Leben und Wirken Hilde war eine Tochter des aus Stettin stammenden Schauspielers und Opernsängers Franz Müller (1862–1905) und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Ostwald. Schon als Kleinkinder kamen Hilde und ihre Schwester Lotte über ihre Eltern in Kontakt mit der Bühnen- und Filmwelt. 1921 schrieb Hilde, wie sie zum Theater stieß: Beinahe auf der Bühne geboren, denn schon als schreiendes Gör von ¾ Jahren trug man mich in „Judith“ und „Wintermärchen“ auf die Bretterwelt.zit. n. Filmstern 1922, S. 68 An gleicher Stelle sagte sie über ihr bevorzugtes Rollenfach: Für das Lustspiel habe ich nicht viel übrig, sondern liebe mehr das Charakterfach.
Ab 1910 folgten zahllose Kinderrollen im frühen Stummfilm, oftmals an der Seite ihrer Schwester Lotte. Hildes Partner vor der Kamera waren so arrivierte Schauspielergrößen wie Viggo Larsen, Max Mack, Wanda Treumann, Emil Jannings und immer wieder Henny Porten, deren Tochter Hilde zumeist verkörperte. Anfang der 1920er Jahre zog sich die Jungmimin wieder vom Film zurück. 1922 schloss sie eine Ehe mit dem holländischen Filmregisseur Louis Ledeboer; diese Ehe wurde 1926 wieder geschiedenHeiratsregister StA Berlin III, Nr. 786/1922. 1928 heiratete sie den Kapellmeister Walter PopperHeiratsregister StA Berlin III, Nr. 207/1928. Im selben Jahr wurde Tochter Evelyn geboren. Später wurde die Ehe geschieden. 1950 wanderte Hilde Müller über Schweden in die USA aus und starb dort 1971.
Hilde Müller wird gelegentlich mit einer anderen, 1920 geborenen Hildegard Müller verwechselt, die 1937 in dem Film Daphne und der Diplomat mitgewirkt hat.
Filmografie 1910: Ein Unglück in der Kinderstube 1911: Friedel, der Geiger 1911: Briefkasten an den lieben Gott 1911: Mütter, verzaget nicht 1911: Madame Potiphar 1912: Ein Lebenslied 1913: Kasperl-Lotte 1914: Ihr Unteroffizier 1915: Ein echt deutscher Sieg 1916: Der kleine Detektiv 1917: Ein Lebenslied 1919: Die Schuld 1919: Rose Bernd 1920: Anna Boleyn 1921: Der Gang durch die Hölle
Literatur Hans Richter (Hrsg.): Filmstern 1922. Hans Hermann Richter Verlag, Berlin-Wilmersdorf 1921/22, S. 68 f.
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