Moritz Max Bauer (geboren 8. April 1875 in Hamburg; gestorben 31. Dezember 1932 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Mediziner, Musikwissenschaftler und Komponist.

Leben Moritz Bauer war der Sohn des Hamburger Kaufmanns Moses Max Bauer. Seine Mutter war Clara Elisabeth Bauer, geborene van Praag, die aus den Niederlanden stammte und Bauers zweite Ehefrau war. Die Familie gehörte der jüdischen Gemeinde an. Moritz Bauer besuchte das Wilhelm-Gymnasium, wo er zu Michaelis 1893 das Reifezeugnis erhielt.Verzeichnis sämtlicher Abiturienten des Wilhelm-Gymnasiums von 1881 bis 1931. In: Lehrerkollegium des Wilhelm-Gymnasiums (Hrsg.): Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Wilhelm-Gymnasiums zu Hamburg. Christians, Hamburg 1931, PPN 301222665, S. 161–187. (Abiturienten-Nr. 135, Festschrift Online) Anschließend studierte er Medizin in München, Straßburg und in Freiburg. 1900 wurde er in Freiburg zum Dr. med. promoviert.Medizinische Dissertation: Beitrag zur Histologie des Muskelmagens der Vögel. Anschließend studierte er am Leipziger Konservatorium bei Hermann Kretzschmar Musikwissenschaften. In Zürich erfolgte seine zweite Promotion zum Dr. phil.Philosophische Dissertation: Beiträge zur anthropologischen Untersuchung des harten Gaumens. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung an Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main. Iwan Knorr bildete ihn in Musiktheorie aus, Siegmund von Hausegger in Dirigieren.

Nach dem Staatsexamen diente er ein Jahr lang als Militärarzt. Von 1906 bis 1926 war er Lehrer am Hoch’schen Konservatorium. In dieser Zeit leitete er außerdem das Klavierpädagogische Institut in Frankfurt. 1914 habilitierte er sich.Habilitationsschrift: Beiträge zur Kenntnis der Lieder Franz Schuberts. Er erhielt ein Extraordinariat für Musikwissenschaften an der Frankfurter Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, einem Vorgänger Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Ersten Weltkrieg diente er 1914–1916 als Militärarzt. Ab 1923 wurde er Universitätsmusikdirektor und Leiter des Frankfurter Collegium musicum. Er begründete das musikwissenschaftliche Institut der Universität. Bauer war viele Jahre Vorsitzender der Frankfurter Bachgemeinde.

Bauer war seit 1904 mit Johanne Adeline Meißner (1876–1907) verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Klaus Jürgen Bauer (1905–1937) wurde Physiker und Komponist.

Werke Musikwissenschaftliche Schriften

Gedächtnisrede gehalten anlässlich des 100-jährigen Geburtstages von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Frankfurt am Main 1909. Zur Form in den sinfonischen Werken Anton Bruckners, in: Festschrift Hermann Kretzschmar zum 70. Geburtstag, 1918. S. 12–14.

Kompositionen

Literatur

Bauer, Moritz. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 1: A–Benc. Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München 1992, ISBN 3-598-22681-0, S. 375–377.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Musikwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1932 Kategorie:Mann