Otingis wurde in den Getica, der im 6. Jahrhundert geschriebenen und erhalten gebliebenen Gotengeschichte des spätantiken römisch-gotischen Gelehrten und Geschichtsschreiber Jordanes,Jordanes, Getica. In: . bei einigen Handschriften und älteren Ausgaben als ein skandinavischer Stamm aufgezählt. Es handelt sich bei Otingis allerdings um eine Verschreibung aus Evagre-otingis.Vgl. .

Die Korrektur dieser Schreibweise rückt den gotischen Stamm der GreotingiVgl. an diese Stelle. Zunächst bemerkte der germanistische Mediävist Karl Viktor Müllenhoff Karl Viktor Müllenhoffs Berichtigung unter dem Stichwort Otingis vgl. Index Locorum. In: . diesen Schreibfehler und korrigierte zu Evagreotingis.Vgl. Karl Viktor Müllenhoff: Deutsche Altertumskunde. Band 2. Weidmann, Berlin 1887, S. 63-64 (Digitalisat); Rudolf Much: Otingis. In: Johannes Hoops (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 3: K–Ro. Straßburg 1915–1916, S. 321 (Digitalisat). Dabei blieb jedoch das Präfix Eva- ungeklärt. Erst der Germanist und Sprachwissenschaftler Theodor von GrienbergerVgl. Theodor von Grienberger: Die nordischen Völker bei Jordanes. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 46. 1902, S. S. 128–168, hier S. 135-136. legte dann etiam Greo-tingis fest. Damit entfielen die Otingi (Otingis) in der althistorischen Forschung als selbständiger skandinavischer Stamm von Scandza.

In den neueren Ausgaben zu Jordanes erscheinen die Otingi bzw. der Name Otingis nicht mehr.

Anmerkungen

Literatur

Moritz Schönfeld Wörterbuch der altgermanischen Personen- und Völkernamen nach der Überlieferung des klassischen Altertums. Heidelberg 1911 (Nachdrucke Heidelberg 1965, Darmstadt 1965), S. 179 (Digitalisat)

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