mini|Dorfgemeinschaftshaus an der Hauptstraße

Rittersheim (pfälzisch: Rierschem) ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an.

Geographie Der Ort liegt östlich von Kirchheimbolanden im Tal des Leiselsbachs. Zu Rittersheim gehören auch die Wohnplätze Josefsmühle (Zeppenmühle) und Steuerwaldsmühle.

Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt aus der Zeit um 900. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Im späteren Mittelalter war auch das Kloster Otterberg hier begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540).

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg, war dem Kanton Kirchheim zugeordnet und unterstand dort der Mairie Gauersheim.Statistisches Jahrbuch für das Departement Donnersberg, 1811, S. 278 (Google Books)

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Rittersheim dem Landkommissariat Kirchheim im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kirchheimbolanden zugeordnet. Im Jahr 1928 hatte Rittersheim 207 Einwohner (davon 170 Protestanten, 34 Katholiken, 3 Sonstige), die in 45 Wohngebäuden lebten.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rittersheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Rittersheim 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden eingegliedert.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Rittersheim besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Bürgermeister Iris Schmittinger wurde am 30. Januar 2025 Ortsbürgermeisterin von Rittersheim. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der aber zunächst keinen Kandidaten finden konnte. Da der bisherige Ortsbürgermeister sein kommissarisches Amt mit dem Ende der Sommerpause 2024 niederlegte, wurden die Amtsgeschäfte bis zur gelungenen Neuwahl im Januar 2025 vorläufig vom Ersten Beigeordneten Archibald Bernhard und der zunächst als weitere Beigeordnete gewählten Iris Schmittinger fortgeführt.

Schmittingers Vorgänger Marc-Guido Ebert war 2019 neu als Ortsbürgermeister gewählt worden, stellte sich aber aus persönlichen Gründen im Jahr 2024 nicht mehr erneut zur Wahl und legte das noch geschäftsführend weiter ausgeübte Amt zum Ende der Sommerpause nieder. Eberts Vorgänger Günther Ullrich hatte bei der Wahl 2019 nach 15 Jahren im Amt nicht erneut als Ortsbürgermeister kandidiert.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler mini|Evangelische Kirche mini|Unterstallhaus

In Rittersheim stehen vier Objekte unter Denkmalschutz, darunter die protestantische Kirche und die beiden Mühlenanwesen Steuerwalds- und Josefsmühle außerhalb der Ortslage. In der Eselstraße befindet sich ein Unterstallhaus, bezeichnet 1681. Bei dieser Art von Haus liegt der Wohnbereich im Obergeschoss und im Untergeschoss sind die Tiere in ihren Stellen untergebracht.

Regelmäßige Veranstaltungen Die Kerwe findet jährlich am ersten Wochenende im Oktober statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Ort kreuzen sich die L 386 und die L 447. Westlich besteht ein direkter Anschluss an die A 63 (Kaiserslautern–Mainz). In Kirchheimbolanden ist ein Bahnhof der Donnersbergbahn.

Der Ort selbst wird von den Linien 426, 456, 904, 907 und 928 des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar bedient, die meist nur zu Schulzeiten verkehren.Aushangfahrplan an der Haltestelle Rittersheim, Ort (Stand: Juli 2025)

Weblinks

Ortsgemeinde Rittersheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Donnersbergkreis Kategorie:Ersterwähnung 900