Die Turkilinger (auch Turkilingen; lateinisch Turcilingi, Torcilingi) beschreibt die ältere Forschungsliteratur als ein Herrschergeschlecht der Skiren bzw. einen spätantiken Volksstamm im Osten Mitteleuropas. Neuere Forschungen sehen den Namen Torcilingi eher als Verschreibung für Toringi (Thüringer) an.
Die ältere Forschung beschreibt die Turkilinger als ein Herrschergeschlecht der Skiren bzw. einen Volksstamm im Osten Mitteleuropas. Als Quelle dient der Bericht des Jordanes in den Getica über Odoaker, den König der Torcilingi, der noch andere Völker mit sich geführt habe.Jordanes, Getica 46, 242. In: : Torcilingorum rex habens sicum Sciros, Heruls diversarumque gentium auxiliarios. Diese Turkilinger hat es historisch wohl so nicht gegeben. Die neuere Forschung geht eher von einem Fehler des Jordanes ausVgl. dazu auch und der Name Torcilingi wird nicht selten als Verschreibung für Toringi (Thüringer) angesehen.Vgl. Wolfram Brandes: Thüringer/Thüringerinnen in byzantinischen Quellen. In: Helmut Castritius (Hrsg.): Die Frühzeit der Thüringer. Walter de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-021454-3, S. 291–328. Vgl. dazu auch Alexander Demandt: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian. 284–565 n. Chr. 2. Auflage. Beck, München 2007, ISBN 3-406-55993-X, S. 211, Anmerkung 64. Zum einen stellt der Bericht bei Jordanes die einzige Nachricht von den Turkilingern dar, dies immer im Zusammenhang mit Odoaker; zum anderen heißt es im mittelbyzantinischen Lexikon Suda über Odoakers Bruder Onoulf, dass er seitens des Vaters (Edekon) von den Thüringern () und mütterlicherseits von den Skiren abstamme. Die Forschung sieht die diesbezügliche Passage als Fragment 8a aus dem Geschichtswerk des Malchus von Philadelphia an (Fragment 13 in der Edition von Roger C. Blockley). Wolfram Brandes übersetzt die Passage mit: Onoulf stammt väterlicherseits aus dem Stamm der Thüringer, mütterlicherseits aus dem der Skiren. Vgl. Wolfram Brandes: Thüringer/Thüringerinnen in byzantinischen Quellen. In: Helmut Castritius (Hrsg.): Die Frühzeit der Thüringer. Walter de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-021454-3, S. 293. Nach Wolfram Brandes gibt das Lexikon die Herkunft Onoulfs und Odoakers damit als zur Hälfte thüringisch an. Unterstützt sieht Brandes diese Interpretation durch den Bericht des Jordanes von Odoaker als dem König der Torcilingi.
Literatur [Zusammenfassung der älteren Forschung] (Digitalisat)
Weblinks The Latin Library: Jordanes, De origine actibusque Getarum 46, 242.
Anmerkungen
Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Ostgermanen Kategorie:Altthüringer Kategorie:Spätantike Ethnie