Der Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston 2013 fand am 5. und 6. Oktober auf dem M.D. Anderson Cancer Center Speedway in Houston, Texas, Vereinigte Staaten statt und war das 17. und 18. Rennen der IndyCar Series 2013.
Berichte Hintergrund Nach dem Grand Prix of Baltimore führte Hélio Castroneves in der Fahrerwertung mit 49 Punkten auf Scott Dixon und 70 Punkten auf Simon Pagenaud. Castroneves hatte bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit, den Titel vorzeitig für sich zu entscheiden.
Nachdem der Grand Prix of Houston letztmals 2007 im Rahmen der Champ-Car-Serie ausgetragen worden war, kehrte er 2013 in den Rennkalender der IndyCar-Series zurück.
Der Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston war die dritte Double-Header-Veranstaltung der IndyCar Series 2013 nach dem Chevrolet Indy Dual in Detroit und dem Honda Indy Toronto. Für beide Rennen gab es ein eigenes Qualifying und es gab in beiden Rennen die volle Punktzahl.
Der ursprüngliche Zeitplan, sah ein Training sowie das erste Qualifying für den Freitag, das zweite Qualifying und das erste Rennen für den Samstag und das Abschlusstraining und das zweite Rennen für den Sonntag vor. Aufgrund eines Problems mit dem Streckenbelag im Bereich der ersten Kurve wurde das Training jedoch erst mit 150-minütiger Verspätung begonnen. Daher wurde der Zeitplan vollständig geändert. Anstelle einer 90-minütigen Trainingssitzung wurden am Freitag zwei 45-minütige Trainings durchgeführt. Das Abschlusstraining und das erste Qualifying wurden auf den Samstag, das zweite Qualifying auf den Sonntag verschoben. Um einen Trainingsbetrieb am Freitag zu ermöglichen, wurde für diesen Tag eine temporäre Schikane in der ersten Kurve errichtet, da die Ausbesserungsarbeiten am Streckenbelag noch nicht abgeschlossen waren. Für den Streckenaufbau hatten die Veranstalter vier Tage Zeit, da die Strecke auf den Parkplätzen des Reliant Parks temporär errichtet wurde, die in der Woche vor dem Grand Prix noch für ein NFL-Spiel der Houston Texans im angrenzenden Reliant Stadium benötigt worden war. Aufgrund der kurzen Aufbauphase war es nicht möglich gewesen, die Ausbesserungsarbeiten rechtzeitig durchzuführen.
Beim Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston 2013 standen den Fahrern pro Rennen insgesamt 150 Sekunden zur Nutzung des Push-To-Pass-Buttons zu. Die Überholhilfe durfte pro Rennen zehnmal aktiviert werden.
Im Starterfeld gab es eine Änderung zur vorherigen Veranstaltung. Mike Conway kehrte zu Dale Coyne Racing zurück und löste Stefan Wilson planmäßig ab. Conway kam 2013 für Dale Coyne Racing nur bei den Double Headern zum Einsatz.
Mit Sébastien Bourdais (zweimal) und Dario Franchitti (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Franchitti gewann den Grand Prix of Houston jedoch nicht auf dieser Strecke, sondern auf dem Houston Street Circuit, der von 1998 bis 2001 Austragungsort des Rennens war.
Der Shell and Pennzoil Grand Prix of Houston 2013 war die letzte IndyCar-Veranstaltung, an der Franchitti als aktiver Rennfahrer teilnahm. Franchitti hatte in seiner Laufbahn viermal einen IndyCar-Titel geholt. Er hat insgesamt 31 Rennen in der IndyCar Series und CART-Serie gewonnen. Franchitti hat 265 Rennen in den höchsten Serien des amerikanischen Formelsports absolviert.
Training Aufgrund der Probleme mit dem Streckenbelag wurde das ursprünglich geplante 90-minütige Training durch zwei 45-minütige Einheiten ersetzt. In beiden Trainings gab es eine temporäre Schikane in der ersten Kurve.
Im ersten Training fuhr Will Power die Bestzeit vor Dixon und seinem Teamkollegen Castroneves. Das Training wurde aufgrund von Zwischenfällen viermal unterbrochen. Zunächst sorgte eine Pylone in der zweiten Kurve für eine Unterbrechung. Anschließend rollte Bourdais aus. Die dritte Unterbrechung löste Josef Newgarden mit einem Abflug in der temporären Schikane aus. Die letzte Unterbrechung wurde nach einem Ausrutscher Ryan Hunter-Reays in der zweiten Kurve notwendig. Die Fahrzeuge von Newgarden und Hunter-Reay wurden bei den Zwischenfällen erheblich beschädigt.
Im zweiten Training übernahm Justin Wilson die Führungsposition vor Power und Tristan Vautier. Wilson erzielte die schnellste Zeit am Freitag. Castroneves und Ed Carpenter drehten sich in diesem Training je zweimal in der zweiten Kurve und vermied bei den Drehern einen Einschlag. Die vier Dreher lösten jeweils einen Abbruch aus. Eine weitere Unterbrechung wurde notwendig, nachdem James Hinchcliffe mit technischen Problemen stehen geblieben war. Newgarden nahm nicht am zweiten Training teil.
Abschlusstraining Aufgrund der Änderungen des Zeitplans fand das Abschlusstraining am Samstag und nicht wie ursprünglich geplant am Sonntag statt. Power fuhr die schnellste Runde vor Pagenaud und Luca Filippi.
1. Qualifying Wegen der Änderung des Terminplans, wurde das erste Qualifying nicht wie ursprünglich geplant im für Straßenkurse üblichen dreigeteilten IndyCar-Modus ausgetragen. Stattdessen wurde das Starterfeld in zwei Gruppen geteilt. Jede Gruppe hatte 12 Minuten Zeit. Am Ende erhielt der Gesamtschnellste Fahrer die Pole-Position. Die anderen Fahrer aus der Gruppe des Pole-Setters wurden anhand ihrer Rundenzeit auf die ungeraden Positionen verteilt, die übrigen Piloten auf die geraden. Die beiden Gruppenschnellsten erhielten einen Bonuspunkt.
In der ersten Gruppe war Power am schnellsten vor Bourdais und Simona de Silvestro. Vautier wurden seine Zeiten gestrichen, da er eine rote Flagge ausgelöst hatte. Durch den Unfall verkürzte sich das Qualifying für die erste Gruppe auf etwa fünf Minuten. Power setzte seine Zeit auf der härteren Black-Reifenmischung. In der zweiten Gruppe fuhr Takuma Satō die schnellste Runde vor Dixon und Pagenaud. Damit lagen in der ersten Gruppe drei Chevrolet-Piloten vorne, während in der zweiten Gruppe drei Honda-Fahrer das Feld anführten. Satō war der Gesamtschnellste und erhielt damit die Pole-Position. Es war die erste Pole-Position für A. J. Foyt Enterprises seit Billy Boat beim Kobalt Mechanics Tools 500 1999.
Castroneves, der Gesamtführende, erreichte mit dem 22. Platz sein schlechtestes Qualifikationsergebnis des Jahres. Bourdais, Franchitti und Graham Rahal wurden wegen außerplanmäßiger Motorenwechsel um 10 Positionen nach hinten versetzt.
1. Rennen Das Rennen wurde stehend gestartet. Der erste Start wurde abgebrochen, da Charlie Kimball sein Fahrzeug abgewürgt hatte. Nach einer Runde unter gelben Flaggen reihten sich die Fahrer erneut zum stehenden Start in die Startaufstellung ein. Diesmal fuhren alle Piloten los. Hinchcliffe, der auf dem sechsten Startplatz stand, fuhr aber nur mit einer sehr geringen Geschwindigkeit an. Carpenter schaffte es nicht, Hinchcliffe auszuweichen, und fuhr in dessen Fahrzeug ein, wodurch eine Gelbphase ausgelöst wurde. Für Hinchcliffe war das Rennen beendet. Carpenters Fahrzeug wurde zur Reparatur an die Box gebracht. Er nahm das Rennen nach einiger Zeit wieder auf und kam mit 60 Runden Rückstand ins Ziel. Während der Gelbphase blieb auch Vautier stehen. Auch er nahm das Rennen mit großem Rückstand wieder auf und kam mit 58 Runden Rückstand auf den Führenden ins Ziel.
Noch vor dem Restart ging Satō an die Box, da er einen schleichenden Plattfuß hatte. Dadurch übernahm Power die Führung, die er beim Restart verteidigte. Power und Dixon setzten sich im Folgenden vom restlichen Feld ab und fuhren einen Vorsprung von über zehn Sekunden auf die folgenden Piloten heraus. Beide Piloten blieben mit am längsten auf der Strecke. In der 36. Runde absolvierte Dixon seinen ersten Stopp, in der 37. Power. Da Powers Boxencrew Probleme mit dem Wagenheber hatte, dauerte sein Stopp etwas länger als der von Dixon. Diese Zeit reichte Dixon, um die Führung des Rennens zu übernehmen.
Wenig später drehte sich Franchitti in der dritten Kurve und löste damit die dritte Gelbphase aus. Dixon lag in Führung vor Power, Pagenaud, Filippi, Bourdais, de Silvestro, Hunter-Reay, E. J. Viso, Kimball und Oriol Servià. Beim Restart gingen Filippi, Bourdais und de Silvestro an Pagenaud vorbei, der auf der härteren Black-Reifenmischung unterwegs war. Während des zweiten Stints änderte sich das Kräfteverhältnis in dieser Gruppe jedoch wieder und Pagenaud ging in der 53. Runde wieder an de Silvestro vorbei. Beim Boxenstopp der beiden in der 61. Runde änderte sich nichts an der internen Reihenfolge. In der Zwischenzeit war Hunter-Reay mit einem Elektrikproblem ausgefallen und Tony Kanaan fuhr dem Feld mit großem Rückstand hinterher, nachdem er einen Reparaturstopp nach Bremsproblemen durchgeführt hatte. Kanaan kam schließlich mit 56 Runden Rückstand ins Ziel. Auch Castroneves fuhr dem Feld hinterher. Nach Reparaturarbeiten am Getriebe hatte er mehrere Runden Rückstand. Dadurch absolvierte er zum ersten Mal in dieser Saison nicht alle Runden.
Kurz nachdem Dixon in der 64. Runde zu seinem zweiten und letzten Stopp an die Box gegangen war, blieb Servià in der dritten Kurve mit Benzindruckproblemen stehen. Servià konnte das Rennen nicht mehr wieder aufnehmen. Da die Boxengasse zunächst geschlossen wurde, waren Power, Filippi und Bourdais, die ihren letzten Stopp noch nicht absolviert hatten, im Nachteil. Bourdais entschied sich für einen Boxenstopp in der Gelbphase, nachdem die Box wieder geöffnet war, Power und Filippi blieben auf der Strecke. Beim Restart behielten die beiden die ersten zwei Positionen vor Dixon. Pagenaud fiel abermals zurück und de Silvestro, Wilson und Conway gingen an ihm vorbei.
Wenig später fuhr Satō nach einem Zweikampf mit James Jakes in der dritten Kurve in den Reifenstapel. Dadurch wurde eine weitere Gelbphase ausgelöst. Satō nahm das Rennen kurz wieder auf, gab aber vor dem Rennende auf. Um dem havarierten Fahrzeug auszuweichen, fuhren Conway und Castroneves in der Gelbphase in die Auslaufzone. Power und Filippi gingen nun auch an die Box, sodass Dixon wieder die Führung übernahm.
Dixon behielt die erste Position beim Restart vor de Silvestro, Wilson, Pagenaud und Newgarden. Eine Runde später gab es eine weitere Gelbphase, da Castroneves vor der dritten Kurve stehen geblieben war. Beim folgenden Restart verteidigte Dixon seine Führung souverän und fuhr in den nächsten Runden mit einem soliden Vorsprung vor dem restlichen Feld. Vier Runden vor Schluss hatte Conway in der neunten Kurve einen Unfall, der zu einer Gelbphase führte. Das Rennen wurde nicht mehr freigegeben und ging unter gelben Flaggen zu Ende.
Dixon gewann das Rennen somit vor de Silvestro und Wilson. Es war de Silvestros erste Podest-Platzierung bei ihrem 63. IndyCar-Start. Es war die zweite IndyCar-Podest-Platzierung einer Fahrerin auf einem Straßenkurs nach Danica Patricks zweiten Platz in Detroit 2007. Auf den Ovalen haben Patrick und Sarah Fisher bereits Podest-Platzierungen erzielt und Patrick ein Rennen gewonnen.
Pagenaud, Newgarden, Jakes, Rahal, Bourdais, Viso und Filippi komplettierten die Top 10. Es war Filippis erste Top-10-Platzierung bei seinem dritten Start.
Dixon machte 41 Punkte auf den Führenden Castroneves gut und reduzierte den Abstand auf acht Punkte.
2. Qualifying Aufgrund starker Regenfälle vor dem Qualifying war zu viel Wasser auf der Strecke, dass das Qualifying abgesagt werden musste. Aus diesem Grund wurde kein Bonuspunkt für den Pole-Setter vergeben. Die Startaufstellung wurde durch die Entrant-Punkte ermittelt.