The Beast Within: A Gabriel Knight Mystery, in späteren Veröffentlichungen auch als Gabriel Knight 2: The Beast Within bezeichnet, ist ein Point-and-Click-Adventure mit Elementen des Interaktiven Films, das 1995 erschien. Die Handlung des Spiels stammt aus der Feder der Game Designerin Jane Jensen, entwickelt wurde es vom amerikanischen Entwickler und Publisher Sierra On-Line. Es ist die Fortsetzung zu Gabriel Knight: Sins of the Fathers.

Handlung mini|Burg Rabenstein im Spiel Schloss Ritter mini|Rathaus in München. Im Spiel hat in der linken Seitenstraße der Familienanwalt seine Kanzlei und in der rechten Seitenstraße (Dienerstraße) liegt der Jagdclub. mini|Schloss Neuschwanstein mini|Schloss Herrenchiemsee Der zweite Teil spielt komplett in Deutschland. Im Vorgänger hatte der Autor Gabriel Knight erfahren, dass er der Nachfahre und Erbe einer deutschen Familie von Schattenjägern ist, die sich der Bekämpfung unheimlicher Kreaturen verschrieben hat. Mittlerweile hat Gabriel für seine schriftstellerische Arbeit die Burg Ritter, den Stammsitz seiner Vorfahren, bezogen. Burg Ritter wurde 1225 von Gabriels Vorfahren erbaut und liegt nahe beim fiktiven bayerischen Dorf Rittersberg. In der Bibliothek der Burg versucht er Inspiration für seinen nächsten Roman zu finden. Doch die Dorfbewohner suchen Gabriel auf, weil einem Pfotenabdruck und einem Haarbüschel nach ein wolfsähnliches Untier angeblich die Tochter eines ansässigen Bauern getötet haben soll. Dabei gäbe es in der Region seit langem keine Wölfe mehr. Gabriel wird in seiner Funktion als Schattenjäger gebeten, den Fall zu untersuchen. Gabriel bittet Gerde, die Verwalterin von Burg Ritter, Nachforschungen anzustellen, während er selbst kurzfristig in den Huber-Hof einzieht um den Tatort zu untersuchen. In der Zeitung liest er, dass zwei Wölfe aus dem Münchner Zoo entlaufen sind. So fährt er für weitere Nachforschung mit dem Zug nach München. In München angekommen erfährt Gabriel von jüngsten Morden, die laut Presse und Polizei von den zwei entlaufenen Zoowölfen verübt worden sein könnten. Gabriels Beweise deuten jedoch auf ein wolfsähnliches, aber größeres Tier als Täter hin. In München arbeitet Gabriel u. a. mit seinem Familienanwalt Übergrau und mit Kriminalkommissar Leber zusammen. Gabriels Ermittlungen führen ihn zu einem exklusiven Jagdclub, der Königlich Bayrische Hofjagdloge, in die Münchner Innenstadt. Mitglieder sind zumeist Adlige, Politiker oder Persönlichkeiten aus der Wirtschaft. Der Vorsitzende des Jagdclubs ist der charismatische Baron Friedrich von Glower, der Gabriel aufnimmt, nachdem dieser nachweisen kann, dass er ebenfalls dem alten deutschen Adel entstammt.

Währenddessen fliegt Gabriels Assistentin Grace Nakimura, die in New Orleans seinen Buchladen betreut, nach Rittersberg, nachdem sie von ihm von seinem neuen Fall erfahren hat. Auf Burg Ritter wird sie von Gerde kühl empfangen, die den Aufenthaltsort von Gabriel nicht preisgeben will. Grace stellt auf eigene Faust Nachforschungen auf Burg Ritter und im Dorf an und entdeckt Informationen über den Schwarzen Wolf, einen Werwolf, der die Gegend vor Jahrhunderten terrorisierte, und eine Warnung davor, die König Ludwig II von Bayern nie zugestellt wurde. Sie lässt Gabriel ihre Erkenntnisse über seinen Familienanwalt zukommen. In München ist Gabriel verärgert über Graces Ankunft in Deutschland, da er den Fall für zu gefährlich hält. Um sie auf Distanz zu halten, schlägt er ihr vor, über Ludwig II zu recherchieren. Gabriel erfährt, dass der Jagdclub der Philosophie anhängt, die Menschheit sei zu verweichlicht und man müsse verlorene tierische Instinkte wie die Jagd viel stärker beleben. Im Jagdclub ist ihm Baron von Zell von Anfang an sehr unsympathisch, aber er freundet sich gleichzeitig mit von Glower an.

Für ihre Recherche besucht Grace u.a die Schlösser Neuschwanstein und Herrenchiemsee. Bei ihren Nachforschungen findet sie heraus, dass Ludwig II. dank des Schwarzen Wolfs an Lykanthropie litt. Ludwig und Richard Wagner führten gemeinsam Experimente durch, um eine Klangkombination zu entwickeln, die die Verwandlung eines Werwolfs auslösen sollte. Diese wurde in einer Oper von Wagner verarbeitet. Ihr Plan, den Schwarzen Wolf mithilfe der Oper zu entlarven und zu töten wurde jedoch durch Wagners Tod vereitelt. Ludwig versteckte die Notenblätter, bevor er wegen Geisteskrankheit verhaftet wurde, wodurch die Oper verloren ging.

Gabriel nimmt an einem Jagdausflug des Jagdclubs zu einer einsamen Jagdhütte im bayrischen Wald teil. Die Jagdhütte entpuppt sich als ein gut ausgebautes Haus mit mehreren Zimmern auf zwei Stockwerken und einem Pferdestall. In der Jagdhütte kommt Gabriel mit den Mitgliedern des Jagdclubs ins Gespräch. Bei einem Erkundungsgang durch den Wald entdeckt Gabriel einen versteckten Eingang zu einer Höhle. In der Höhle findet er Baron von Zell, der gerade die Reste seines letzten Opfers verspeist. Fluchtartig verlässt Gabriel die Höhle und berichtet in der Jagdhütte von Glower davon. Von Glower entscheidet nicht die Polizei zu informieren, da diese mit dem Fall überfordert wäre. Stattdessen verabredet er sich mit Gabriel um Mitternacht im Pferdestall, damit sie gemeinsam von Zell jagen und zur Strecke bringen. Da Gabriel sein magisches Amulett und ein Messer hat, aber mit dem Gewehr zu ungeübt ist, trägt nur von Glower ein Jagdgewehr. Der Plan ist, den Werwolf zur Schlucht zu treiben und dort zu töten. Im dunklen Wald hören sie beide bereits das Wolfsgeheul und trennen sich unabsichtlich. An der besagten Schlucht wird aber Gabriel von dem Werwolf gestellt, von hinten angegriffen und verletzt. In dem Augenblick kommt von Glower hinzu. Anstatt den Werwolf zu erschießen, wirft er Gabriel das Gewehr zu, womit dieser den Werwolf erschießt. Im Sterben verwandelt sich der Werwolf in von Zell zurück. Von Glower bringt den verletzten Gabriel, der nun mit Lykanthropie infiziert ist, zurück zur Jagdhütte, verbindet ihn und bringt ihm am nächsten Tag nach München. Aufgrund seiner Infektion begibt er sich von München zur Quarantäne nach Rittersberg, wo sich Grace um ihn kümmert.

Grace findet in den darauffolgenden Tagen die Partitur von Wagners verschollener Oper und übergibt diese dem Wagner Museum, die diese Oper zwei Monate später in München uraufführen. In München trifft sie Gabriel wieder und sie ermitteln, dass von Glower der jahrhundertealte Schwarze Wolf ist. Als Quelle des Fluchs ist er der „Alpha“, den Gabriel töten muss, um sich zu heilen. In einem Brief an Gabriel enthüllt von Glower, dass er von Zell infiziert hat um einen Gefährten zu gewinnen und Gabriel benutzt hat, um ihn zu töten, da er immer unberechenbarer wurde. Er bittet Gabriel als Seelenverwandten, die Lykanthropie anzunehmen und sich ihm als Werwolf anzuschließen. Während der Uraufführung der Oper, bei der auch von Glower und Kriminalkommissar Leber im Publikum sitzen, verwandeln sich von Glower und Gabriel in Wölfe. Sie fliehen in den Keller des Opernhauses, wo Gabriel, Grace und Leber von Glower in einen Verbrennungsofen töten und Gabriel so von der Lykanthropie heilen. Anschließend trauert Gabriel um von Glower, da er ihn trotz seiner Taten bewunderte und als Freund schätzte. Er versichert Grace, dass er sie bei gefährlichen Fällen nicht länger auf Distanz halten wird.

Spielprinzip und Technik The Beast Within ist ein 2D-Adventure. Die Hintergründe der Örtlichkeiten sind entweder Fotos oder handgemalte Kulissen. Die handelnden Figuren sind reale Schauspieler, deren Spiel vor einem Bluescreen gefilmt wurde; die Animationen wurden anschließend über die Kulissen gelegt. Einige Spielszenen werden aus der Egoperspektive gezeigt. Es handelt sich um ein Point-and-Click-Adventure: Mit der Maus kann der Spieler die Spielcharaktere Gabriel und Grace durch das Anklicken von Ausgängen durch die Örtlichkeiten bewegen und darüber hinaus mit den Maustasten Aktionen einleiten, die den Spielcharakter mit seiner Umwelt interagieren lassen. Gabriel und Grace können so Gegenstände finden, sie auf die Umgebung oder andere Gegenstände anwenden und mittels Single-Choice-Dialogen mit NPCs kommunizieren. Mit fortschreitendem Handlungsverlauf werden weitere Orte freigeschaltet. Mindestvoraussetzung ist Windows 3.1.

Entwicklungs- und Veröffentlichungsgeschichte The Beast Within erschien zu einer Hochphase des Interaktiven Films. Ähnlich wie das im selben Jahr erschienene Phantasmagoria setzte daher auch The Beast Within auf Videoaufnahmen von Schauspielern vor Kulissen oder mit Hilfe von Greenscreens eingefügten Hintergründen. Dadurch erschien das Spiel ursprünglich auf sechs CD-ROMs. Abgesehen von der Darstellung handelt es sich jedoch um ein traditionelles Point-&-Click-Adventure, d. h. der Spieler gibt per Maus-Taste seiner Spielfigur – man steuert abschnittsweise wechselnd entweder Gabriel Knight oder seine Assistentin Grace Nakimura – Bewegungs- oder Aktionsbefehle, die dann in Form eines eingespielten Videos ausgeführt werden. Neben Dialogen gilt es klassische Gegenstandsrätsel zu lösen.

Darsteller +RolleSchauspielerGabriel KnightDean EricksonGrace NakimuraJoanne TakahashiGerde HullAndrea MartinKommissar LeberNicholas WorthHarald ÜbergrauFredrich SolmsWerner HuberKay E. KuterDoktor KlingmannWolf Muservon AignerClement von FranckensteinBaron Garr von ZellRichard RaynesfordBaron Friedrich von GlowerPeter J. Lucas

Rezeption

Die Bewertungen fielen gemischt aus.

Das Fachmagazin Adventure-Treff führte 2003 retrospektiv aus, dass die Erwartungen an ein neues Jane-Jensen-Spiel aufgrund des Vorgängerspiels hoch gewesen seien, dass sie aber prinzipiell noch übertroffen worden seien. Die Story sei „eine faszinierende Melange aus Jane Jensens Fiktion und deutscher Geschichte“, die „zerreißend spannend“ und „auf (...) unheimliche Weise realistisch“ sei. Auch Grafik, Musik und Rätsel wurden gelobt. Kritisiert wurde die Arbeit der Schauspieler, die „sicherlich kein Meisterwerk“ abgeliefert hätten. Die Arbeit von Dean Erickson und Peter Lucas würde dabei positiv herausstechen. In Summe sei The Beast Within ein „atmosphärisches Meisterwerk“.Adventure-Treff.de:

Beim englischsprachigen Onlinemagazin Adventure Gamers rangierte The Beast Within 2011 in der Liste der 100 besten Adventure-Spiele auf Platz 3.

Weblinks

YouTube: Spiel als Film

Einzelnachweise

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