Die Buromski-Insel (, ) ist eine Felseninsel vor der Küste des Königin-Marie-Landes in der Davissee. Auf ihr befindet sich der größte Friedhof der Antarktis. Dieser gehört zu den vom Antarktisvertrag geschützten Antarktisdenkmälern.
Geographie Die Buromski-Insel gehört zur Gruppe der Haswell-Inseln. Sie liegt 500 Meter südlich der Haswell-Insel, 250 Meter nördlich der Sykow-Insel und 600 Meter östlich der Gorew-Insel. Von Mabus Point auf dem antarktischen Festland, wo Russland die Mirny-Station betreibt, ist die Insel etwa zwei Kilometer entfernt.Committee for Environmental Protection (CEP): Management Plan for Antarctic Specially Protected Area No. 127 (englisch; PDF; 1,8 MB), abgerufen am 4. Oktober 2013
Die nur rund einen Hektar große und 17 Meter hoheHans Niemann: Zum Kältepol der Erde, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1971, S. 240 Insel hohe ist felsig und weist keine ständige Schneedecke auf. Das sie umgebende Meer ist jährlich nur ein bis drei Monate eisfrei.
Fauna Auf der kleinen Felsinsel brüten etwa 300 Adeliepinguine und einige Antarktikskuas. Zwischen Ende März und Anfang Januar gibt es eine große Brutkolonie der Kaiserpinguine auf dem Meereis östlich der Insel. 2010 bestand sie aus etwa 13.000 Tieren.
Geschichte Entdeckung und Namensherkunft Gemeinsam mit den anderen Haswell-Inseln wurde die Buromski-Insel 1912 durch die Australasiatische Antarktisexpedition unter Leitung von Douglas Mawson auf einer Schlittenexkursion vom Shackleton-Schelfeis zum Gaußberg entdeckt.John Stewart: Antarctica – An Encyclopedia. Bd. 1, McFarland & Co., Jefferson und London 2011, ISBN 978-0-7864-3590-6, S. 251 (englisch) Sie wurde zunächst nach dem Geologen Charles Hoadley benannt.Михаил Орлов: «Работа в Антарктиде по-прежнему сопряжена с опасностью». In: Газета.Ру, 7. Dezember 2011 (russisch), abgerufen am 4. Oktober 2013 Mit dem Bau der Mirny-Station am Mabus Point begann 1956 eine intensive Erforschung der Region. 1958 erhielt die Buromski-Insel ihren heutigen Namen zu Ehren des Hydrografen Kapitänleutnant Nikolai Iwanowitsch Buromski (1926–1957), der am 3. Februar 1957 beim Entladen des Expeditionsschiffs Lena tödlich verunglückt war.Жертвы необъявленной войны за Антарктиду. In: Сергей Алексеевич Ковалев: Загадки Шестого континента, Издательство Вече, 2011, ISBN 978-5-9533-4017-5 (russisch)
Friedhof Seit 1960 gibt es auf der Buromski-Insel einen Friedhof, der heute als „Historische Stätte und Denkmal HSM-9“ unter dem Schutz des Antarktisvertrags steht.HSM 9: Buromsky Island Cemetery in der Antarctic Protected Areas Database auf der Website des Sekretariats des Antarktisvertrags (englisch, spanisch, französisch, russisch), abgerufen am 16. November 2019 Als erste wurden hier acht Teilnehmer der fünften sowjetischen Antarktisexpedition bestattet, die in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1960 bei einem Brand auf der Mirny-Station ums Leben gekommen waren. Darunter war mit Hans-Christian Popp (1928–1960) vom Meteorologischen Hauptobservatorium Potsdam auch ein Wissenschaftler aus der DDR.Ines Kappler: (PDF; 10,3 MB), Deutscher Wetterdienst Potsdam, abgerufen am 4. Oktober 2013Günter Skeib: Gefangene der Insel. In: Gert Lange (Hrsg.): Bewährung in Antarktika. Antarktisforschung der DDR, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1982, S. 10–15 Als zweiter Deutscher folgte ihm der Geophysiker Klaus Diederich (1942–1969), der am 17. Juli 1969 an der Eisbarriere von Mirny abgestürzt war.Hans-Jürgen Paech: Die DDR-Antarktisforschung – eine Retrospektive (PDF; 1,6 MB). In: Polarforschung 60 (3), 1990 (erschienen 1992), S. 197–218 1974 wurde der als HSM-7 ausgewiesene Gedenkstein für Iwan Chmara (1936–1956), das erste sowjetische Opfer der Antarktisforschung, vom Festland auf die Insel verlegt.HSM 7: Ivan Khmara’s Stone in der Antarctic Protected Areas Database auf der Website des Sekretariats des Antarktisvertrags (englisch, spanisch, französisch, russisch), abgerufen am 16. November 2019 1997 wurde der Schweizer Fotograf Bruno Zehnder hier bestattet.
Bis zum Jahr 2011 wurden etwa 60 Menschen auf der Buromski-Insel beigesetzt. Da sie kein Erdreich besitzt, werden die Toten nicht begraben, sondern ruhen oberirdisch in Sarkophagen aus dickem Stahlblech,Ольга Стефанова: Скорбный остров Буромского. In: Вести, 26. Januar 2013 (russisch), abgerufen am 4. Oktober 2013 die auf mehreren Terrassen um den höchsten Felsen der Insel angeordnet sind, auf dem ein russisch-orthodoxes Kreuz steht.
Von Dezember 2016 bis März 2017 wurde der Friedhof von der privaten russischen Nonprofit-Organisation „Otkryty Region“ restauriert. Dabei entstand der Dokumentarfilm Ostrow Buromskowo unter der Regie von Olga Stefanowa.
Weblinks
Einzelnachweise
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