Das Leibniz-Gymnasium Pirmasens (LGP) ist ein allgemeinbildendes Gymnasium im Stadtzentrum von Pirmasens, Rheinland-Pfalz. Nach der Gründung als Oberrealschule im Dreikaiserjahr 1888 wurde nach vielen kleineren Umbenennungen im Jahr 1964 als Namensgeber Gottfried Wilhelm Leibniz ausgewählt. Dieser repräsentiert auf besonders gute Weise den allgemeinbildenden Ansatz des Gymnasiums mit dem eher naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.
Geschichte 1888 wurde die Schule als vierkursige Realschule im Südflügel der Exerzierplatzschule eröffnet. 1892 erfolgte der Umzug in den Neubau in der Luisenstraße.
Während der Zeit des Nationalsozialismus gehörte das Lehrerkollegium zum größten Teil der NSDAP an. Im Jahre 1937 waren von den Schülern 2 Mitglied der SA, 3 beim Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), 1 beim Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK), 117 bei der Hitlerjugend, 274 beim Deutschen Jungvolk (DJ) und elf beim Bund Deutscher Mädel (BDM). 108 Schüler und 6 Schülerinnen hatten Führerstellen in diesen Organisationen.Bernhard Kukatzki, Dunja Maurer: Juden in Pirmasens: Spuren ihrer Geschichte, Stadt Pirmasens, Stadtarchiv, 2004, ISBN 978-3-00-012870-7, 2. Auflage 2017, S. 480
Das Schulhaus wurde bei Bombenangriffen 1944 stark beschädigt und 1945 vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurden von 24 Lehrkräften (im Juli 1944) fünf im Dienst belassen, 4 zurückgestuft, 5 entlassen, 5 waren in Kriegsgefangenschaft oder noch nicht zurückgekehrt, 5 lehrten an anderen Schulen.Bernhard Kukatzki, Dunja Maurer: Juden in Pirmasens: Spuren ihrer Geschichte, Stadt Pirmasens, Stadtarchiv, 2004, ISBN 978-3-00-012870-7, 2. Auflage 2017, S. 484
Es wurde an alter Stelle ein Neubau errichtet, der 1955 bezogen werden konnte. 1964 erfolgte die Umbenennung der Schule in Staatliches Leibniz-Gymnasium.
Namensgebung ZeitraumLeibniz-Gymnasium:NamensgebungName1888–1892Vierkursige königliche Realschule1892–1918Königliche Realschule1918–1927Realschule1926–1927Realschule und städtische Oberrealanstalt1927–1938Oberrealschule1939–1945Oberschule1945–1950Oberrealschule1950–1959Naturwissenschaftliches Gymnasium1959–1964Staatlich mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium1964Staatliches neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium1964–1977Staatliches Leibniz-Gymnasium
(neusprachlich und mathematisch-naturwissenschaftlich)1977–1992Staatliches Leibniz-Gymnasium1992 – heuteLeibniz-Gymnasium Persönlichkeiten Lehrer Oskar Simon, Lehrer von 1923–1930 Ludwig Fauth (1897–1953), Lehrer von 1934–37 und 1946–53 Robert Jung (* 1944), Lehrer und Fußballtrainer Wilfried Lingenberg (* 1969), Lehrer, Komponist und Klassischer Philologe
Schüler August Härter (1886–1968), Architekt, von 1924 bis 1938 Stadtbaurat von Pirmasens Roland Betsch (1888–1945), Dichter und Schriftsteller Adolf Ludwig (1892–1962), Gewerkschafter und Politiker (USPD, SPD), Mitglied des Landtags und Bundestags Robert Oberhauser (1907–2003), Journalist und Schriftsteller Walter Slodki (1914–2013), Unternehmer und Mäzen Günter Speyer (1927–2023), Autor Alois Dauenhauer (1929–2022), Politiker (CDU), Mitglied des Landtags Hermann Rink (* 1935), Chemiker und Strahlenbiologe Dieter Hugo Thomas (1937–2013), Testpilot Peter Vaupel (* 1943), Arzt und Physiologe Bernd Greiner (* 1952), Historiker Bernhard Matheis (* 1955), Politiker (CDU), von 2003 bis 2019 Oberbürgermeister von Pirmasens Markus Zwick (* 1977), Politiker (CDU), seit 2019 Oberbürgermeister von Pirmasens Carsten Streb (* 1979), Chemiker und Hochschullehrer
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gymnasium in Pirmasens Pirmasens Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1888