Das sächsische Wort des Jahres wird seit 2008 gekürt. Diese Auszeichnung wurde von der Ilse-Bähnert-Stiftung ins Leben gerufen.
Details Zielsetzung dieser Wahl ist laut Stiftung folgende: Ilse-Bähnert-Stiftung, abgerufen am 23. November 2022
Bis 2017 wurde das Wort des Jahres in drei Kategorien gekürt: schönstes, bedrohtestes [sächsisches] Wort des Jahres am Tag der Deutschen Einheit, beliebtestes Wort des Jahres, das durch Online-Abstimmung erwählt wird.
Seit 2018 wurde ebenfalls ein sächsisches Wort des Jahres in einer Sonderkategorie gewählt. Dies war erstmal mit dem Schimpfwort des Jahres der Fall. 2019 wurde das Sächsische Kosewort gewählt. Seit 2022 entfallen alle Sonderkategorien und es wird lediglich das Wort des Jahres gewählt.
Jahr schönstes Wort des Jahres bedrohtestes Wort des Jahres beliebtestes Wort des Jahres Sonderkategorie 2008 muddln(langsam, nicht zielstrebig arbeiten, sich ein bisschen beschäftigen, belanglose Arbeiten verrichtenGünter Bergmann: Kleines sächsisches Wörterbuch. Bibliographisches Institut, Leipzig 1989) lawede(brüchig, instabil) nu(kurze Bestätigung, wie genau, v. a. im Raum Dresden üblich) 2009 färdsch(fertig) Asch (größeres (tönernes) Gefäß, Schüssel) fischelant(vom französischen vigilant = wachsam) 2010 bäbbeln (etwa: lässig Fußball spielen) dschidschoriengrien(für kräftig-strahlende Grüntöne) Hornzsche(ärmliche, verwahrloste Behausung; baufälliges Haus; schlechte Wohnung; altes, schmutziges Bett) 2011 bomforzionös(vom französischen bonne force=hervorragend) Haderlump(Landstreicher) katschn(laut hörbar und mit Mühe kauen) 2012 plumbn(heftig regnen, sich betrinken, mittels einer (Hand-)Pumpe Wasser fördern) Renfdl(Anfangs- und Endstück des Brotes) didschn(eintauchen (und dadurch aufweichen)) 2013 forhohnebibln(verhöhnen, spotten) schnorbslich(Geräusch beim Kauen von bissfestem Gemüse, Nüssen etc.) Hitsche(kleine Fußbank) 2014 Däschdlmäschdl(Liebschaft, Techtelmechtel) forblembern(verplempern/vergeuden/verschwenden von Zeit, Geld bzw. anderen Ressourcen) Gelumbe(Kram, nutzloses Zeug) 2015 Dämmse(drückende Hitze und Schwüle) Eiforbibbsch (lässt sich nicht wortwörtlich übersetzen, etwa: „Ach Gott!“) Blaadsch (Unbeholfener Mensch) 2016 Bibbus(kleiner, hervorragender Teil an einem Gegenstand) Mäffdl (kleines, klappriges Auto) diggschn (schmollen; eingeschnappt sein) 2017 Schmieche (Gliedermaßstab, Meterstab, Zollstock) Reformande (Strafpredigt, Zurechtweisung, Verweis) andadschn (antasten, anfassen, berühren) 2018 Beschmuh (Täuschung, Schwindel, Betrug) dorwiern (quengeln, nerven) friemeln (fummeln, etwas miteinander verbinden, Zusammenhänge verknüpfen) Schimpfwort: Diggnischl (Dickkopf)2019budzsch (putzig/merkwürdig, verwunderlich, aber auch niedlich)äscha (etwa: „Ach was!“)Bemme (Brotscheibe)Kosewort: Guhdsdr (Gutster, mein Bester)2020Schnudndeggl(Mund-Nasen-Schutz)dambrn(sich ohne Ziel und Zweck beschäftigen, langsam und planlos arbeiten, Zeit vergeuden, aber auch spielen oder sich mit jemanden intim einlassen)Nieslbriem(ist im Grunde harmlos gemeint, auch wenn es einen langweiligen, mürrischen, verschlossenen Menschen meint)Gemütszustand: gägsch(wenn sich ein Mensch so fühlt, dann geht es ihm schlecht)2021Dunsel(langweiliger Mensch)schooflich(gemein, hinterhältig)Daheeme(daheim, zu Hause)Reisen: Boofen(im Freien übernachten)2022Därre(Kälte) 2023budzsch(putzig/merkwürdig, verwunderlich, aber auch niedlich)2024Hudelei (Ärgernisse, ein Dilemma, Schlamassel oder Probleme)2025Rabusche (Zustand des Durcheinanders, wenn ein Gegenstand oder Gedanke verloren geht)Sport: Hubbn(Hüpfen)
Einzelnachweise
Sachsen Kategorie:Liste (Wörter) Kategorie:Sprachpreis (Deutschland) Kategorie:Kultur (Sachsen) Kategorie:Erstverleihung 2008