mini|Erbacher Brücke über das Nistertal mini|Blick auf Nistertal von oberhalb Hirtscheid

Nistertal ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Marienberg (Westerwald) an.

Geographie Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen.

Nistertal besteht aus den Ortsteilen Büdingen mit dem Wohnplatz Büdinger Mühle sowie Erbach mit den Wohnplätzen Birkenhof und Talhof (mundartlich: Bejrenge und Äärwisch).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von Büdingen stammt aus dem Jahre 1274. Erbach wurde 1353 erstmals genannt.

Büdingen gehörte spätestens ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zum Kirchspiel und Gericht Rotenhain. Aus dem Kirchspiel wurde der Ort 1563 im Zug der Reformation herausgelöst und nach Marienberg umgepfarrt. 1719 wurde die Errichtung einer Mühle an der Nister bei Büdingen erlaubt. Deren Bezeichnung „Neue Mühle“ deutet auf eine ältere, in der Nähe vorhandene Mühle hin.

1922 wurde im Ort die Kirche Assumptionis B Mariae V erbaut. Im folgenden Jahr schied der Ort aus der Pfarrei Rotenhain aus und wurde zur Pfarrvikarie.

Die Gemeinde Nistertal wurde am 7. Juni 1969 im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform aus den aufgelösten Gemeinden Büdingen (558 Einwohner) und Erbach (Westerwald) (599 Einwohner) neu gebildet. Die zwischen den beiden Orten fließende Große Nister bildete über Jahrhunderte hin eine Grenze in politischer, sprachlicher und konfessioneller Hinsicht. Die geographische Bezeichnung Nistertal wurde bereits vor der Gründung der gleichnamigen Gemeinde als Markenname des im benachbarten Wissen ansässigen Nutzfahrzeugherstellers Nistertal Walter Niepenberg Maschinenfabrik verwendet.

Bevölkerungsentwicklung In Büdingen wurden im Jahr 1545 fünf Türkensteuerpflichtige registriert, 1578 sechs Feuerstellen, 1711 elf Familien, 1809 164 Einwohner und 1851 56 Familien.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gebiet der Ortsgemeinde Nistertal, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 333 1835 406 1871 398 1905 601 1939 964 1950 1.046 Jahr Einwohner 1961 1.124 1970 1.225 1987 1.151 1997 1.360 2005 1.326 2017 1.222

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Nistertal besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Christian Benner wurde am 22. Juli 2016 Ortsbürgermeister von Nistertal. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 86,02 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 74,6 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Benners Vorgängerin Beate Held hatte das Amt nach sechseinhalb Jahren aus zeitlichen Gründen zum 30. Juni 2016 niedergelegt.

Wappen

Bauwerke mini|St. Mariä Himmelfahrt in Büdingen Die bei Erbach über die Nister führende Eisenbahnbrücke war bei ihrer Fertigstellung 1911 die größte Betonbrücke Deutschlands. Mit etwa 300 m Länge und fast 40 m Höhe, damals noch ohne Stahlarmierung gebaut, galt sie als Wunder der Technik. Nach der Stilllegung der Bahnstrecke Fehl-Ritzhausen–Erbach in den 1990er Jahren blieb die Erbacher Brücke als technisches Baudenkmal erhalten. Ebenfalls erwähnenswert ist die „Wasserbrücke“, bei dieser Brücke wird das Wasser über die Gleisanlagen der Bahnstrecke geleitet.

Verkehr mini|Bahnhof Nistertal-Bad Marienberg Nördlich des Ortes verläuft die B 414 von Driedorf-Hohenroth nach Hachenburg. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind Montabaur an der A 3 Köln–Frankfurt am Main, etwa 25 Kilometer entfernt, und Haiger/Burbach an der A 45 Dortmund–Hanau, etwa 27 Kilometer entfernt. Nistertal ist durch den Bahnhof Nistertal-Bad Marienberg sowie den Bahnhaltepunkt Büdingen (Westerwald) an die Bahnstrecke Limburg–Altenkirchen (Oberwesterwaldbahn) angeschlossen, auf welcher die Regionalbahnlinie 90 (Westerwald-Sieg-Bahn) der Hessischen Landesbahn nach dem Rheinland-Pfalz-Takt stündlich verkehren. Die Bahnstrecke Fehl-Ritzhausen–Erbach ist heute stillgelegt. Am Bahnhof Au (Sieg) besteht Anschluss an den RE 9, welcher als Rhein-Sieg-Express von Aachen über Köln, Siegburg/Bonn und Betzdorf nach Siegen verkehrt, zur S-Bahn Linie 12 Köln – Siegburg/Bonn – Au(Sieg) sowie zur RB der Hessischen Landesbahn von Au nach Siegen. Am Bahnhof Limburg (Lahn) besteht Anschluss zu Regionalzügen in Richtung Frankfurt, Wiesbaden, Gießen/Fulda, Koblenz und Montabaur/Siershahn.

Literatur Hellmuth Gensicke: Kirchspiel und Gericht Rotenhain. In: Nassauische Annalen. 79. Band, 1968, S. 341–362.

Weblinks

Webpräsenz der Ortsgemeinde Nistertal Ortsgemeinde Nistertal auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bad Marienberg (Westerwald)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Gemeindegründung 1969