Der Turm am Langenstein, gelegentlich auch Turm auf dem Langenstein genannt, war eine Maut- und Sicherungsanlage im Strudengau in Oberösterreich, die 1854 im Zuge der Donauregulierung beseitigt wurde.
Lage Die Befestigungsanlage befand sich am nördlichen Ufer der Donau zwischen den Orten Struden und Sankt Nikola unterhalb einer Felsformation, die Langenstein, Krautberg oder Seyrberg (nach den Besitzern der nahe gelegenen Brauerei) genannt wurde. Zwischen der Befestigungsanlage und der gegenüberliegenden Inselburg Hausstein lag das gefürchtete Schifffahrtshindernis namens Wirbel (Donauwirbel, Werfel). Das frühere Ufergebiet ist heute teilweise vom Rückstau des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug überflutet.
Manche Autoren erwägen einen Zusammenhang mit der allerdings hochmittelalterlichen HelchenburgSteingruber 2013, S. 261., die „eines der geheimnisvollsten Objekte der oberösterreichischen Burgenlandschaft ist“.Steingruber, Kritische Anmerkungen, I/19/12 Helchenburg.
Geschichte Mit der Befestigungsanlage am Langenstein wurden der Straßenverkehr und die Schifffahrt entlang der Donau kontrolliert. Die Donau konnte mit einer Kette zwischen der Befestigungsanlage am Langenstein und der Burg Hausstein abgeriegelt werden. Flussaufwärts konnte eine ähnlich geartete Sperrkette unterhalb des Strudels bei der Burg Werfenstein und der Inselburg Wörth gelegt werden.
In den Jahren 1853 bis 1866 wurde während der Donauregulierung auch die Befestigungsanlage am Langenstein bzw. deren Ruine beseitigt.
mini|Haussteinkapelle vor der Felsformation Langenstein Beim ehemaligen Standort der Befestigungsanlage wurde neben der heutigen Donau Straße B3 die Haussteinkapelle errichtet, die unter Denkmalschutz steht ().
Beschreibung Im 18. und 19. Jahrhundert bestand die Befestigungsanlage aus einem rechteckigen Mauergeviert ohne Überdachung, das als Bastei bezeichnet werden könnte.
Von der Befestigung am Langenstein ist folgende Beschreibung erhalten:
Die überlieferten Darstellungen zeigen in der Regel eine rechteckige Befestigungsanlage zwischen der Uferstraße und dem Donaustrom. Abweichend davon wurde auch ein runder Turm gezeichnet oder eine Anlage oben auf dem Felsen lokalisiert: Jahr Autor Bildart Bauwerk Standort Bild Bemerkung 1674 Georg Matthäus Vischer Kupferstich runder Turm am Donauufer 100px Ausnahmsweise ist ein (damals?) runder Turm dargestellt. 1721 Leopold Franz von Rosenfelt Plan rechteckig auf der Felskuppe 100px Der Turm ist wohl irrtümlich oberhalb der Straße auf dem Langenstein platziert. 1781 Joseph Walcher Zeichnung rechteckige Bastei am Donauufer 100px Am linken Bildrand ist die nicht überdachte Basteianlage auf Straßenniveau zu sehen. 1791 Joseph Walcher Plan rechteckig am Donauufer 100px 1854 Wilhelm von Abbema Stahlstich rechteckige Bastei am Donauufer 100px Nach einem Aquarell von Rudolf von Alt, 1844. Am linken Bildrand ist die nicht überdachte Basteianlage auf Straßenniveau zu sehen. 1871 Josef Roidtner Plan rechteckig am Donauufer 100px
Siehe auch Weitere Befestigungsanlagen am nördlichen Donauufer im Strudengau waren (von West nach Ost): Burgstall Kosenburg, Schloss Greinburg, Burg Wörth, Burg Werfenstein, Helchenburg, Burg Pain, Turmruine Sarmingstein, Burgruine Sarmingstein. Am rechten Donauufer in Niederösterreich befand sich die Burg Freyenstein.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Langenstein Kategorie:Bauwerk in St. Nikola an der Donau Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Oberösterreich Kategorie:Turm in Oberösterreich Kategorie:Turm in Europa Kategorie:Zerstört in den 1850er Jahren