5. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft zentriert|170px Resultate Superliga (Endstand nach 40 Entscheidungen) – 21./22. Juni 2014Eintracht-Stadion Platz Land Punkte 1 378,0 2 305,0 3 292,5 4 291,0 5 282,9 6 250,5 7 250,5 8 232,5 9 224,0 10 220,5 11 213,0 12 136,5 ← Gateshead 2013 Tscheboksary 2015 → abgestiegen in die 1. Liga der nächsten Team-EM mini| Die 5. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft (englischer Sponsorenname: 5th SPAR European Team Championships), kurz auch Team-EM, wurde am 21. und 22. Juni 2014 im Eintracht-Stadion der deutschen Stadt Braunschweig ausgetragen und umfasste vierzig Disziplinen (20 Männer, 20 Frauen).
Parallel wurden die Wettbewerbe der drei darunter gestuften Ligen ausgetragen: 1. Liga in Tallinn (Estland) 2. Liga in Riga (Lettland) 3. Liga in Tiflis (Georgien)
Die insgesamt vier Ligen setzten sich aus folgenden Nationen zusammen: Superliga (12 Teams): Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Russland, Schweden, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine Erste Liga (12 Teams): Belarus, Belgien, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Litauen, Norwegen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Ungarn Zweite Liga (8 Teams): Bulgarien, Dänemark, Kroatien, Lettland, Österreich, Schweiz, Serbien, Slowakei Dritte Liga (15 Teams): AASSE (kombiniertes Team „kleiner Länder“ mit Gibraltar, Liechtenstein, Monaco und San Marino), Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Island, Israel, Luxemburg, Malta, Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien, Zypern
Modus Jede Nation war in jeder Disziplin durch jeweils einen Athleten bzw. eine Staffel vertreten. Auch die Wertungssystematik wurde angewendet wie zuvor: Die Nation des Siegers einer Disziplin erhält in der Team-EM jeweils eine mit der Zahl der Teilnehmer identische Punktzahl, abnehmend bis zur Nation des Letztplatzierten mit einem Punkt.
Die gemeinsame Wertung für Männer und Frauen fand auch hier in Braunschweig Anwendung.
Auch das System des Auf- bzw. Abstiegs zur Festlegung der Teilnehmer in den einzelnen Ligen wurde fortgesetzt. Für die Superliga wurden drei Absteiger festgelegt, in Liga 1 gab es entsprechend drei Aufsteiger, absteigen mussten dort zwei Teams. So stiegen aus Liga 2 ebenfalls zwei Nationen auf. Zwei Mannschaften wurden als Absteiger in die 3. Liga festgelegt. Die unterste Klasse ermittelte folgerichtig zwei Aufsteiger.
Die zur Straffung der Veranstaltung im Europacup 1997 eingeführte Praxis mit Regeländerungen wurde nun unverändert aus dem Jahr 2011 angewendet: Vertikale Sprünge: Wie üblich erfolgt das Ausscheiden nach drei Fehlversuchen bei einer Höhe. Darüber hinaus ist der Wettkampf für jeden Springer nach insgesamt vier individuellen Fehlversuchen beendet. Steht ein Springer als Sieger fest, darf er so lange weiterspringen, bis er drei Fehlsprünge hintereinander aufweist. Horizontale Sprünge/Kugelstoßen/Wurfdisziplinen: Jeder Athlet hat nur maximal vier Versuche. Alle Sportler erreichen die dritte Runde. Die vier danach Bestplatzierten erhalten einen weiteren Versuch. Alle Teilnehmer mit mindestens einem gültigen Versuch erhalten Punkte.
Bei den Läufen, die auf der gesamten Distanz in Bahnen zu absolvieren waren (100, 200, 400 Meter, 100 Meter Hürden, 110 Meter Hürden, 400 Meter Hürden, Staffeln) und die deshalb in zwei Teilrennen ausgetragen werden mussten, wurde die Reihenfolge vom letzten Jahr beibehalten, das heißt zuerst fand der jeweils stärker besetzte Lauf statt.
Die Team-Europameisterschaft 2014 Der Wettbewerbskatalog blieb weiter unverändert.
Im Laufe der Jahre wich der Austragungsrhythmus der Team-EM ab von dem des früheren Europacups, der zuletzt jährlich stattgefunden hatte. In Jahren mit Leichtathletik-Europameisterschaften fand die Team-EM nur statt, wenn es in derselben Saison keine Olympischen Spiele gab. Nach 2014 wurde dann in allen Jahren mit Leichtathletik-Europameisterschaften keine Team-EM mehr ausgetragen.
Wie schon bei den beiden letzten Austragungen war die Team-EM nicht vom Wetter begünstigt. Die Athleten sahen sich konfrontiert mit kühlen Bedingungen und stürmischen Winden. Die deutsche Mannschaft wurde intensiv unterstützt vom heimischen Publikum, was zu manchen überraschenden Erfolgen deutscher Sportler führte – zum Beispiel über 800 Meter zu einem Spurtsieg durch Timo Benitz über die deutlich höher eingeschätzten Adam Kszczot und Pierre-Ambroise Bosse.
Für Aufregung sorgte die Disqualifikation der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen wegen eines vermeintlichen Wechselfehlers. Doch nach einem Protest und der Prüfung des Videomaterials wurde das Quartett wie im ursprünglichen Einlauf auf den fünften Rang platziert.
Einige starke Leistungen waren trotz der widrigen Bedingungen zu verzeichnen. Im 3000-Meter-Frauenrennen setzte sich die Niederländerin Sifan Hassan fünfhundert Meter vor dem Ziel ab und siegte nach einer Schlussrunde von 58,93 s in 8:45,24 min. Der deutsche Kugelstoßer David Storl erzielte 21,20 m, der Französin Mélina Robert-Michon gelangen 65,51 m im Diskuswurf. Der russische 110-Meter-Hürdenläufer Sergei Schubenkow erzielte 13,20 s und gewann mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor dem Briten William Sharman. Die Französin Cindy Billaud erreichte über 100 Meter Hürden nach 12,66 s das Ziel. Stark waren auch die Leistungen der drei Deutschen Malaika Mihambo (6,90 m im Weitsprung), Robert Harting (Diskuswurf: 67,42 m), Betty Heidler (Hammerwurf: 74,63 m). Der Franzose Jimmy Vicaut gewann das Rennen über 100 Meter in 10,03 s, verletzte sich dabei jedoch mit den letzten Schritten, sodass er seiner Sprintstaffel nicht zur Verfügung stand, die dann in ihrem Rennen disqualifiziert wurde.2014 European Team Championships (englisch), sport-olympic.gr, abgerufen am 19. April 2024
Nun schon zum dritten Mal in Folge wurde das mit Abschluss der Veranstaltung ermittelte Endergebnis durch nachträglich erfolgte Disqualifikationen von Dopingbetrügern beeinträchtigt – siehe Abschnitt „Doping“ unten. Es gab Verschiebungen in der Reihenfolge, alle Punktwerte änderten sich ganz erheblich. Titelverteidiger Deutschland jedoch lag diesmal gleich nach Beendigung der Veranstaltung wieder ganz vorn. Das zunächst zweitplatzierte Russland dagegen wurde auf Rang sechs zurückgestuft, Frankreich von Platz drei auf den vierten Rang. Polen (zunächst Vierter) und Großbritannien (zunächst Fünfter) rückten um jeweils zwei Plätze nach vorn. Auf den Abstiegsplätzen gab es zwar auch Verschiebungen, doch in diesem Jahr wie bei der letzten Austragung in Gateshead nur durch den Tausch von Rängen untereinander, sodass es nicht wie 2011 in Stockholm zu Benachteiligungen kam.
Am Ende der Tabelle kämpften die Niederlande, Schweden, Tschechien, Spanien und die Türkei gegen den Abstieg, wobei die Türkei, die Niederlande und Tschechien das Nachsehen hatten. Der Aufstieg aus Liga 1 in die Superleague gelang Norwegen, Belarus und Finnland.
Auch in den drei unteren Ligen kam es durch Dopingsünder zu nachträglichen Verschiebungen. In Liga 1 gewann am Ende Norwegen vor dem zunächst siegreichen Team aus Belarus. Bei den Auf- und Abstiegsrängen allerdings gab es auch in diesen Ligen keine Mannschaften, die ungerechterweise hätten absteigen müssen oder durch einen verpassten Aufstieg benachteiligt gewesen wären.
Deutsche Mannschaft Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte 50 Athleten (25 Frauen und 25 Männer) nominiert. Das deutsche Team startete in der Superliga und verteidigte seinen 2013 in Gateshead errungenen Titel erfolgreich.
Doping Folgende fünfzehn nachträgliche Disqualifikationen durch zehn russische, zwei türkische Sportler sowie jeweils einen Athleten aus Frankreich, den Niederlanden und der Ukraine waren aufgrund von Dopingbetrug in sechzehn Disziplinen zu verzeichnen: Maxim Dyldin, Russland – 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst Rang eins. Er wurde vom Internationalen Sportgerichtshofs CAS wegen eines verpassten Dopingtests vom 6. Januar 2017 an für vier Jahre gesperrt. Unter anderem sein hier in Braunschweig mit seiner Staffel erzieltes Resultat wurde annulliert.Russian runner Dyldin given four-year ban by CAS over missed doping test, insidethegames.biz 10. Januar 2017 (englisch), abgerufen am 19. April 2024Russian athletes refuse to return stripped Olympic medals, olympics.nbcsports.com 2. Februar 2017 (englisch), abgerufen am 19. April 2024 Andrei Silnow, Russland – Hochsprung, zunächst Rang zwei. Ende März 2020 teilte die unabhängige Integritätskommission AIU des Weltleichtathletikverbandes World Athletics mit, dass sie auf der Grundlage von Belegen aus dem McLaren-Report ein Verfahren gegen Silnow eingeleitet habe.Zwei russische Olympiasieger am Doping-Pranger. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28. März 2020, faz.net, abgerufen am 19. April 2024 2021 wurde er vom Internationalen Sportgerichtshof CAS für vier Jahre bis zum 6. April 2025 gesperrt. Außerdem wurden alle Ergebnisse ab dem 8. Juli 2013 gestrichen.Latest Sanctions for Doping and Non-Doping Violations May 2021 as of 28 May 2021, athleticsintegrity.org (englisch), S. 3 (PDF; 209 KB), abgerufen am 19. April 2024 Rutger Koppelaar, Niederlande – Stabhochsprung. Am 31. Mai 2014 wurde er bei einem Wettkampf in Soest positiv auf die verbotene Substanz Testosteron getestet. Der Athlet bestritt eine Absicht, wurde jedoch nach positiver B-Probe vom Niederländischen Leichtathletik-Verband rückwirkend für zwei Jahre bis zum 17. Juli 2016 gesperrt. Seine seit der positiven Probe bis zum Ende der Sperre erzielten Resultate wurden ihm aberkannt.Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 27.08.15, worldathletics.org (englisch), S. 10 (PDF; 137 KB), abgerufen am 19. April 2024 Nach Ablauf seiner Sperre trat Koppelaar für Belgien an. Sergei Litwinow, Russland – Hammerwurf, zunächst Rang eins. Eine am 14. Juli 2012 von ihm genommene Dopingprobe war positiv, was ihm eine zweijährige Wettkampfsperre einbrachte. Seine seit der positiven Probe bis 25. Februar 2016 erzielten Resultate wurden annulliert.Russian hammer thrower set to be stripped of medals after confessing to doping, insidethegames.biz (englisch), abgerufen am 12. April 2024 Quentin Bigot, Frankreich – Hammerwurf. Seine gleich im Anschluss an den Wettbewerb genommene Dopingprobe enthielt das anabole Steroid Stanozolol. Der französische Leichtathletikverband verhängte daraufhin eine Sperre von vier Jahren, die zur Hälfte auf Bewährung ausgesetzt wurde. Sein hier erzieltes Resultat wurde ihm aberkannt.Eine französische Affäre. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. August 2014, faz.net, abgerufen am 19. April 2024 Jelena Korobkina, Russland – 3000-Meter-Lauf, zunächst Zweite. In einem russischen Labor wurde festgestellt, dass die Athletin gegen die Antidopingbestimmungen verstoßen hatte. Sie wurde für vier Jahre gesperrt. Außerdem wurden alle ihre vom 2. Juli 2013 bis zum 24. Juli 2016 erzielten Resultate gestrichen.Elena Korobkina’s Fall from Grace: Disqualification of Titles and Medals, trackalerts.com am 5. Oktober 2023, abgerufen am 19. April 2024 Svitlana Shmidt, Ukraine – 3000-Meter-Lauf. Bei nachträglichen Tests wurden verbotene Substanzen in der Probe der Athletin vom 8. März 2012 gefunden. Sie wurde mit einer vierjährigen Sperre bestraft, die am 16. März 2019 endete. Ihre seit dem positiven Befund bis zum Ende ihrer Sperre erzielten Ergebnisse wurden annulliert.Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 09.07.15, worldathletics.org (englisch), S. 18 (PDF; 144 KB), abgerufen am 19. April 2024