Meine ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Meine ist die größte Mitgliedsgemeinde und der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Papenteich.

Geografie Geografische Lage Meine liegt im östlichen Niedersachsen auf dem Weg von Braunschweig zur Lüneburger Heide. Quer durch das Gemeindegebiet verläuft der Mittellandkanal. Das Gelände weist kaum Hügel auf, doch bei klarem Wetter kann man Elm und Harz sehen. Außerhalb der Orte liegen Felder, Laubwälder und bei Abbesbüttel ein Kies- und Sandabbaugebiet.

Der höchste Punkt der Gemeinde liegt mit südöstlich von Grassel in der Wanne In den Winkelwiesen.

Nachbargemeinden Die Gemeinde Meine grenzt im Süden an die Stadt Braunschweig. Weitere benachbarte Gemeinden sind Rötgesbüttel, Vordorf, Isenbüttel, Wasbüttel, Calberlah (alle Landkreis Gifhorn) und Lehre (Landkreis Helmstedt). Die Städte Braunschweig, Gifhorn und Wolfsburg sind jeweils rund 10 Kilometer von Meine entfernt.

Gemeindegliederung mini|hochkant|Windmühle vom Typ Erdholländer an der Abbesbütteler Straße, erbaut 1864niedersächsische-muehlenstrasse.de Die Gemeinde umfasst die Ortsteile Meine (Kernort), Abbesbüttel, Bechtsbüttel, Wedelheine, Wedesbüttel, Grassel, Gravenhorst und Ohnhorst sowie die Siedlungen Meinholz und Martinsbüttel. Hinzu kommt eine Windmühle mit eigener Bushaltestelle in der Feldmark zwischen Meine und Abbesbüttel. Die Mühle findet sich auch im Gemeindewappen wieder.

Innerhalb des Kernortes Meine wird der westliche Teil Meinersand genannt und der Nordteil Zellberg. Nach Meibeyer soll die Bezeichnung Zellberg auf ein ehemals dort gelegenes vorgeschichtliches Hügelgrab zurückgehen, das später im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung des Geländes beseitigt worden sei.

In der Feldmark nördlich des Dorfes liegt die Ortswüstung Smelke und südöstlich die Ortswüstung Stapel oder Stabel. Weit nördlich des Dorfes, kurz vor Rötgesbüttel, liegen der Büchenteich, der im Dorf Beukendiek genannt wird, sowie die Dingbänke. Der Name Dingbänke weist auf einen alten zentralen Gerichts- und Versammlungsplatz unter freiem Himmel (Ding, Thing) für die historische Gogräfschaft Papenteich hin. Auf halbem Wege zwischen Meine und Ohnhorst liegen die Meiner Teiche, ein ausgedehntes Teichgebiet (ehemalige Klärteiche der Zuckerfabrik) mit artenreichem Vogelbestand (siehe unten).

Ein angelegter Lehrpfad entlang eines asphaltierten Radweges zwischen B 4 und Mittellandkanal führt Interessierte in die lokale Flora mit ihrem Bewuchs und Ausprägungen ein und vermittelt Wissenswertes auf beschilderten Wegstationen.

Geschichte mini|alternativtext=Aktie der Zuckerfabrik Papenteich zu Meine über 300 Mark, ausgegeben am 1. Juni 1905|Aktie der Zuckerfabrik Papenteich zu Meine über 300 Mark, ausgegeben am 1. Juni 1905.

Meine wurde erstmals im Jahr 1007 als Meynum urkundlich erwähnt. Es wird jedoch angenommen, dass der Ort zu dieser Zeit bereits länger bestand. Nach der Auffassung des Geographen Wolfgang Meibeyer hängt die Gründung Meines mit der Unterwerfung des Sachsenlandes durch die Franken im 8. Jahrhundert zusammen. Zu dieser Zeit seien mehrere Siedlungen im bis dahin weitgehend unbesiedeltem Nordwald gegründet worden. OberbeckGerhard Oberbeck: Die mittelalterliche Kulturlandschaft des Gebietes um Gifhorn. Bremen-Horn 1957, S. 38 (mit bodenkundlicher und ortsnamensgeschichtlicher Argumentation) nimmt dagegen eine Entstehung des Dorfes zu Beginn der älteren Rodeperiode (etwa im 6. oder 7. Jahrhundert) an.

Ab dem 11. Jahrhundert war der Ort Grenzort zwischen dem Bistum Halberstadt und dem Bistum Hildesheim, deren Grenze westlich des Ortes verlief.Wolfgang Meibeyer: Siedlungskundliches über den Papenteich, Schriftreihe des Landkreises Gifhorn; Gifhorn 1994 Um 1280 wurde Meine in einem Lehnsregister ala Meynem erwähnt. Die Edelherren von Meinersen waren hier begütert. Sie gaben um 1280 im Ort drei Hufen als Lehen an Bertram von Sambleben.Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 511

Zuckerfabrik im 19. und 20. Jahrhundert mini|Informationstafel bei den früheren Klärteichen der Zuckerfabrik Meine mit einer tabellarischen Aufstellung wichtiger Jahreszahlen Einen bedeutenden Aufschwung erlebte der Ort infolge der Errichtung der Zuckerfabrik Papenteich zu Meine AG.Homepage der Gemeinde Meine 1883 wurde die erste Rübenkampagne durchgeführt, 1890 erhielt die Fabrik einen Anschluss an die spätere Bahnstrecke Braunschweig–Wieren. Ab 1977 ging der Betrieb zunächst eine enge Kooperation mit der Zuckerfabrik Fallersleben ein, 1984 erfolgte der Zusammenschluss. 1990 ist die Fabrik im Zuckerverbund Nord AG aufgegangen und wurde 1991 stillgelegt. Das Gelände der Fabrik im Ortskern wurde anschließend zu einem marktähnlichen Platz mit Wohngebäuden umgestaltet.

20. Jahrhundert Über die Ereignisse in Meine zwischen 1930 und 1939 berichtet das unter dem Titel "Unsichtbare Kirche" veröffentlichte Tagebuch des damaligen evangelischen Gemeindepastors Rudolf Gurland. Väterlicherseits jüdischer Abstammung, war er nach der Oktoberrevolution im Baltikum von den Bolschewisten verfolgt worden und nach 1933 in Niedersachsen nationalsozialistischen Einschüchterungsversuchen ausgesetzt.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges kam es aufgrund verstärkter Luftangriffe auf die nahe gelegene Industriestadt Braunschweig auch zu Bombenabwürfen in und um den Ort Meine.

In der Nacht vom 13. auf den 14. August 1944 erlebte Meine seinen schwersten Bombenangriff. Ziel des Angriffs waren die Reichsstraße 4 (heute: Bundesstraße 4) sowie die Verbindung der Reichsbahn von Braunschweig nach Gifhorn. Infolge des Angriffes wurden zwei Gebäude an der Hauptstraße durch die Bomben vollständig zerstört. Die Reichsstraße 4 sowie die Eisenbahnverbindung wurden schwer getroffen und waren für mehrere Tage unpassierbar. Meine wurde im April 1945 von US-amerikanischen Truppen besetzt und gehörte später zur britischen Besatzungszone.

21. Jahrhundert 2009 wurde in Meine auf dem Gelände der ehemaligen Haupt- und Realschule der Grundstein für ein privates Gymnasium in Trägerschaft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gelegt, das Philipp Melanchthon Gymnasium, das am 18. August 2011 eröffnet wurde. Gründungsschulleiter ist Oberstudiendirektor Stephan Oelker.Website des Gymnasiums Meine Im Januar 2016 erfolgte – dem Philipp Melanchthon Gymnasium unmittelbar nördlich benachbart – die Einweihung eines neuen Gemeindezentrums. Streitig ist derweil, ob das sanierungsbedürftige alte Gemeindezentrum in das wirtschaftliche Eigentum der Gemeinde Meine oder des Landkreises Gifhorn fällt.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Abbesbüttel, Bechtsbüttel, Grassel, Gravenhorst, Ohnhorst, Wedelheine und Wedesbüttel eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung Am 31. Dezember 2006 wohnten in der Gemeinde Meine 8135 Menschen, davon über die Hälfte im Kernort Meine. Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für alle Ortsteile getrennt belegt. Im Kernort Meine entwickelten sich die Zahlen wie folgt: mini|400px|Einwohnerentwicklung des Ortsteils Meine von 1821 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle. Die bere blaue Kurve entspricht der Gemeinde, unten in rot der Ortsteil Kernort Meine Jahr EinwohnerBrand, Renate: Papenteich in alten Ansichten, Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 395, Mai 2007, Seite 5. 1821 338 1848 452 1871 535 1905 1008 1912 1047 1925 921 1939 930 1950 1712 Jahr Einwohner 1961 1577 1970 1821 1980 2259 1990 2774 2000 3510 2018 4171 2021 4025

+ Gemeinde Meine Jahr Einwohner 2010 8179 2016 8610 2017 8648 2021 8637

Der große Bevölkerungszuwachs nach dem Zweiten Weltkrieg beruht vor allem auf dem Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen. 1950 waren von 1712 Einwohnern 696 Vertriebene und Zugewanderte. Der weitere Bevölkerungszuwachs im späten 20. Jahrhundert und im frühen 21. Jahrhundert ergab sich aus dem wirtschaftlich attraktiven Standort im Umland von Braunschweig und Wolfsburg, der zur Ausweisung zahlreicher Neubaugebiete führte. Vorherrschend sind dabei Ein- und Zweifamilienhäuser. Die "neue Ortsmitte" an Hauptstraße und Zuckerallee mit zahlreichen Geschäften und Dienstleistungsbetrieben sowie neuen Wohnbauten für mehrere hundert Menschen entstand Ende der 1990er Jahre auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfabrik.

Politik

Rat Der Rat der Gemeinde Meine setzt sich aus 23 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

WahljahrWGMCDUSPDGrüneFDPBLMparteilosUWGGesamt201696440 - - -23 Sitze2011 -7113011 -23 Sitze2006 -11911 - -123 Sitze- WGM: Wählergemeinschaft Meine- BLM: Bürgerliste Meine- UWG: Unabh. Wählergemeinschaft Meine 2006–2011

SPD, Grüne, FDP und UWG bildeten im Rat der Wahlperiode 2006–2011 eine gemeinsame Gruppe, was nach niedersächsischem Kommunalrecht einen ähnlichen Status wie eine Fraktion zum Inhalt hat.

2011–2016

Die erste Sitzung des neuen Rates fand am 14. November 2011 statt. SPD/Harms bildeten eine Gruppe, Grüne und CDU jeweils eine Fraktion. Die Gruppe SPD/Harms und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten sich zur Gruppe SPD/Grüne/Unabhängige zusammengeschlossen, welche über die Diskussion über den Bau eines neuen Gemeindezentrums allerdings wieder zerbrochen ist. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist nun neben der CDU-Fraktion in der Opposition. Am 6. Oktober 2013 verstarb der Einzelkandidat Hans-Jürgen Harms. Hiernach herrscht im Rat ein Patt, die SPD hat 11 von nunmehr nur noch 22 Sitzen. In der seither vergangenen Zeit konnte die SPD bei allen wichtigen Abstimmungen dennoch eine knappe Mehrheit halten, weil die Ratsfrau der BLM kaum an diesen Sitzungen teilnimmt. In den Ausschüssen besteht im Übrigen, anders als im Rat, weiterhin eine SPD-Mehrheit von einer Stimme.

2016–2021

Die Wählergemeinschaft Meine war von Bürgermeisterin Ines Kielhorn gegründet worden, die im März 2016 aus der SPD ausgetreten war. Kielhorn holte auch etwa zwei Drittel der WGM-Personenstimmen selbst, der Kandidat Christian Rode ein weiteres Sechstel, während alle anderen Kandidaten auf der WGM-Liste nur eine sehr geringe Rolle spielten. Kielhorn konnte das Mandat im Rat dann nicht annehmen, da sie durch Direktwahl zugleich zur Samtgemeindebürgermeisterin gewählt wurde. Stattdessen erhielt trotz deutlicher Stimmenverluste der SPD eine SPD-Kandidatin als Bürgermeisterin der Gemeinde die Unterstützung auch der WGM. Von den im Rat vertretenen Parteien konnten allein Bündnis 90/Die Grünen hinzugewinnen, deren Hochburgen in den Ortsteilen Meine und Bechtsbüttel lagen (jeweils über 20 %). WGM und SPD waren in den Ortsteilen außerhalb des Kernortes Meine am stärksten, die SPD in Grassel.

WGM und SPD bildeten nach der Wahl eine Gruppe und stellen die Mehrheit im Rat. Der über ein Listenmandat der CDU gewählte Ratsherr Christoph Kasper verkündete unmittelbar nach der Wahl seinen Austritt aus der CDU, nahm sein Mandat dennoch an und trat der Gruppe WGM/SPD bei, die nun mit 14 Sitzen eine deutliche Mehrheit hatte. Die CDU mit 5 Sitzen und die Grünen mit 4 Sitzen bildeten jeweils eigene Fraktionen. Fraktionsvorsitzende sind Eberhard Stolzenburg (WGM/SPD), Ingrid Richter (CDU) und Arne Duncker (Grüne).

Neben Ines Kielhorn (WGM, 2437 Stimmen) erzielten die besten Direktwahlergebnisse Arne Duncker (Grüne, 787 Stimmen), Christian Rode (WGM, 705 Stimmen), Ute Heinsohn-Buchmann (SPD, 666 Stimmen), Ingrid Richter (CDU, 649 Stimmen), Hans-Georg Reinemann (CDU, 282 Stimmen), Peter Penkalla (Grüne, 249 Stimmen).

Zu den Kuriosa der Wahl 2016 gehört, dass sowohl Altbürgermeister Hans-Georg Reinemann als auch seine Tochter Anke Reinemann in den Rat gewählt wurden, aber auf zwei unterschiedlichen Listen. Anke Reinemann ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen.