mini|Logo der HTWWWM Die Handtaschen-Weitwurf-Weltmeisterschaft (HTWWWM) war ein Wettbewerb im Handtaschen-Weitwurf, der von 2012 bis 2016 im Movie Park Germany in Bottrop-Kirchhellen ausgetragen wurde.Hamburger Abendblatt: Erste WM im Handtaschen-Weitwurf. In: Hamburger Abendblatt, 11. August 2012. Es galt, für den WM-Titelgewinn seines Heimat- oder Lieblingslandes eine Handtasche möglichst weit zu werfen. Die Weltmeisterschaft wurde von Privatpersonen und dem Movie Park Germany organisiert.Frankfurter Rundschau: Echte Kerle bei der Handtaschenweitwurf-WM. In: Frankfurter Rundschau, 4. August 2016, abgerufen am 13. August 2016 Das in den Niederlanden angefertigte und aus Kupfer bestehende „Goldene Täschchen“ wurde als Wandertrophäe vergeben.
In der Westdeutschen Allgemeine Zeitung am 19. April 2017 erklärte Ideengeber André Puchta die jährliche Ausrichtung der HTWWWM für beendet.Handtaschen fliegen nicht mehr im Park. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 19. April 2017, abgerufen am 22. April 2017
Inszenierung Das WM-Team eines Teilnehmer-Landes bestand aus vier Hobby-Athleten. Handtaschen wurden leihweise bereitgestellt, vor Ort gewogen und seit dem Jahr 2013Tagesspiegel: WM im Handtaschen-Weitwurf 2013. In: Tagesspiegel, 18. August 2013. vor dem Wurf durch einen Anti-Doping-BeauftragtenBraunschweiger Zeitung: Der Anti-Doping-Beauftragte 2013. In: Braunschweiger Zeitung, 17. August 2013. verplombt. Die Bewerbung war kostenlos möglich. Fahnenträger, Cheerleader und Fanclubs schmückten den Einlauf der teils ländertypisch bekleideten Nationalmannschaften. Die Länder-Begegnungen wurden zu Beginn des Wettbewerbs ausgelost.
Bewertung
Die Vorrunde wurde im Gruppenmodus durchgeführt. In vier Qualifikationsgruppen traten die Gruppenteilnehmer im direkten Vergleich gegeneinander an. Der Sieger jedes Duells erhielten zwei Punkte, der Verlierer null Punkte. Jeder Teilnehmer hatte in der Vorrunde nur einen Versuch je Begegnung. In der Tabelle zählte bei gleicher Wurfweite mehrerer Länder der direkte Vergleich. Sollte die Wurfweite gleich sein, zählten die mehr geworfenen Meter. Bei Weitengleichheit zählte das Urteil der Jury zur Ausführung.
Von den teilnehmenden Nationalmannschaften erreichten acht WM-Teams das Viertelfinale, das sich aus den vier Gruppensiegern und den vier Gruppenzweiten zusammensetzte. Ab dem Viertelfinale ging es im K.-o.-System weiter, bis im Finale der besten beiden Teams der Sieger ermittelt wurde. Ab dem Viertelfinale erhielt jeder Teilnehmer zwei Versuche. Der Weiteste der beiden Würfe kam dann in die Wertung.
Die Jury beurteilte neben der Weite nach technischer Ausführung und Choreographie. Die Kombination aus Wurfweite, technischer Ausführung und Choreographie (Ausstrahlung der Gruppe in Mimik und Gestik, Zustand der Handtaschen, Requisiten, Schminktechnik und Schuhwerk) ergab im Punktesystem das Gesamtergebnis.
Berücksichtigt wurde dabei auch die individuelle Körperbeherrschung (Schritttechnik, Sprungvermögen, Drehvermögen, Balance, Körperspannung und Kondition) und Kreativität (Vielfältigkeit und Ideenreichtum, eigenen Ideen und originelle Schritte).
Seit 2014 gab es ein gemeinsam mit Teilnehmern diskutiertes und verabschiedetes verbindliches Regelwerk.Offizielle Homepage: Regelwerk
Als Wurfmöglichkeiten standen den vierköpfigen WM-Teams zur AuswahlOffizielle Homepage: Wurfklassen:
Stoßen: Der Werfer steht mit beiden Beinen parallel frontal zur Wurfrichtung und hält die Handtasche seitlich an den beiden Henkeln. Die Wurfbewegung erfolgt mit Ausholen nach hinten zwischen die Beine mit anschließendem ruckartigen Aufrichten und Körperstreckung beim Abwurf beidhändig nach vorne. Kurbelwurf: in Schrittstellung wird der vordere Fuß kräftig in den Boden gestemmt, mit dem gegenüberliegenden hinteren Arm dann mit kräftigem Kurbeln Schwung geholt und mit Körperstreckung beim Abwurf die Handtasche kräftig nach vorne geschleudert. Freestyle: Bei dieser Technik ist alles erlaubt – solange die Handtasche im Sektor landet, keine Drehungen eingebaut werden und nicht über die Abwurflinie getreten wird. Diskuswurf: Beim Probedurchgang die weiteste Technik – allerdings schwer zu beherrschen und häufig außerhalb des Sektors und damit ungültig. Die Ausgangsstellung erfolgt wie bei einem Diskuswurf aus dem Stand in Wurfauslage, d. h. seitlich zur Wurfrichtung, die Handtasche an den Henkeln gepackt in Verlängerung des gestreckten Wurfarms. Nach Ausholbewegung entgegen der Rotationsrichtung wird die Handtasche durch schnellkräftige Rotation der Hüfte in Wurfrichtung beschleunigt und mit kräftigem Aufstemmen des vorderen Fußes beim Abwurf ähnlich einem Diskus seitlich herausgeschleudert.
Die Schwierigkeit bei den Würfen bestand darin, die Flugkurve der Handtasche richtig einzuschätzen. Da sie nicht so aerodynamisch ist wie klassische Wurfgeräte, konnte auch der Wind eine gehörige Rolle spielen, so dass nur mit dem richtigen Einstellwinkel zum Wind und ausreichend Stabilität beim Abwurf die Spitzenweiten zu erzielen waren. Die meisten Meter ließen sich mit guter Beschleunigung der Tasche und schnellem Aufrichten der Hüfte erzielen.
Gültigkeit des Wurfs
Der Abwurf und die gesamte Wurfbewegung mussten innerhalb der eingezeichneten Abwurfzone erfolgen. Ein Anlauf darüber hinaus war nicht erlaubt. Die Wurfweite wurde an der Stelle gemessen, wo die Handtasche das erste Mal den Boden berührte. Die erste Bodenberührung musste innerhalb des eingezeichneten Wurfsektors erfolgen. Landete die Handtasche beim ersten Aufkommen außerhalb des Sektors, war dieser Wurf ungültig zu werten.
Ein ungültiger Wurf konnte nicht wiederholt werden; in die Wertung gingen dann null Weitenmeter ein. Berührte die Handtasche eine eventuell aufgestellte Bande oder Absperrung und landete dann innerhalb des Sektors, so war der Wurf als gültig zu werten und wurde entsprechend an der Stelle des Aufkommens gemessen.
Drehungen des Werfers um die Körperachse zum Beschleunigen, wie beim Diskus- oder Hammerwurf, waren nicht erlaubt. Solche Würfe waren als ungültig zu werten. Ein gerader Anlauf war innerhalb der markierten Abwurfzone dagegen erlaubt. Solange die Handtasche noch in der Luft war, musste der Werfer hinter der Abwurflinie bleiben. Sobald er beim Wurf mit irgendeinem Körperteil jenseits der Abwurflinie den Boden berührte oder auf die Abwurflinie kam, war der Wurf als ungültig zu werten.
Trainingscamps
Im Vorfeld der HTWWWM 2013 fanden erstmals drei Trainingscamps für interessierte und bereits angemeldete Werfer auf Djerba sowie in Berlin und Köln statt.
Statistik
HTWWWM 2012
Die 1. HTWWWM fand am 11. August 2012 in Bottrop-Kirchhellen statt und wurde von Comedian Gisbert Fleumes moderiert. Jury-Präsidentin Irmgard Knüppel und Bundestrainer Jens Vatter führten Interviews mit den Beteiligten.
Teilnehmende Nationen: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Russische Föderation, Schweiz, Spanien, Türkei, Vereinigte Staaten von Amerika
HTWWWM 2013
Die 2. HTWWWM fand am 17. August 2013 in Bottrop-Kirchhellen statt und wurde von Comedian Heinz Schmittmeier moderiert. Jury-Präsidentin Irmgard KnüppelWAZ: Ankündigung der HTWWWM 2013. In: Funke Mediengruppe, 12. August 2013., Jury-Mitglied Natascha Ochsenknecht und Bundestrainer Jens VatterSpiegel: Interview mit Bundestrainer Jens Vatter. In: Spiegel Online, 17. August 2013. führten Interviews mit den Beteiligten.
Teilnehmende Nationen: Curaçao, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Monaco, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Vatikanstaat, Vereinigte Staaten von Amerika
HTWWWM 2014
Die 3. HTWWWM fand am 2. August 2014 in Bottrop-Kirchhellen statt und wurde von Sascha Heyna moderiert. Jury-Mitglied Margarethe SchreinemakersOstbelgien Direkt: Interview mit Margarethe Schreinemakers. In: Ostbelgien Direkt, 23. Juli 2014. führte Interviews mit den Beteiligten.
Teilnehmende Nationen: Deutschland, Curaçao, Niederländische Antillen, Australien, Vereinigte Staaten von Amerika, Neuseeland, Frankreich, Kuba, Schweiz, Finnland, Vatikanstaat, Österreich, Niederlande, Belgien, Costa Rica, Jamaika, Griechenland, Monaco, Brasilien, Italien
HTWWWM 2015
Die 4. HTWWWM fand am 1. August 2015 in Bottrop-Kirchhellen statt und wurde von Roberto BlancoBILD: Blanco macht Stimmung bei Handtaschen-Wurf-WM. In: BILD, 1. August 2015. moderiert.
Teilnehmende Nationen: Deutschland, Dänemark, Finnland, Französisch-Guyana, Italien, Jamaika, Kuba, Mexiko, Niederlande, Österreich, Pitcairninseln, Rumänien, Schweiz, Vereinigte Staaten von Amerika, Vatikanstaat
HTWWWM 2016
Die 5. HTWWWM fand am 6. August 2016 in Bottrop-Kirchhellen statt und wurde von Eva Jacob von den Jacob Sisters und Sarah Knappik moderiert.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Weltmeisterschaft im Handtaschen-Weitwurf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. August 2015.
Teilnehmende Nationen: Barbados, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Kuba, Neuseeland, Niederlande, Niederländische Antillen, Österreich, Pitcairninseln, Rumänien, Schweden, Schweiz, Venezuela, Vereinigte Staaten von Amerika
Sieger
2016: Dänemark mit einer erzielten Gesamt-Wurfweite von 140,00 Meter im Finale vor Österreich (107,47 Meter)NDR: Vier Mal Weltrekord mit Mamas alter Handtasche. In: Norddeutscher Rundfunk, 7. August 2016. 2015: Österreich mit einer erzielten Gesamt-Wurfweite von 67,44 Meter im Finale vor den Pitcairninseln (55,42 Meter) 2014: Österreich mit einer erzielten Gesamt-Wurfweite von 92,81 Meter im Finale vor Frankreich (85,92 Meter) 2013: Neuseeland mit einer erzielten Gesamt-Wurfweite von 77,34 Meter im Finale vor Vatikanstaat (75,76 Meter) 2012: Deutschland mit einer erzielten Gesamt-Wurfweite von 76,46 Meter im Finale vor Großbritannien (64,79 Meter)
Weltrekorde
2016: Stefan KoopmannNDR: Vier Mal Weltrekord mit Mamas alter Handtasche. In: Norddeutscher Rundfunk, 7. August 2016, abgerufen am 9. August 2016 für das Team Dänemark mit einer erzielten Wurfweite von 46,20 Meter 2015: Pierre ErminiN24: Österreich kam, warf und siegte - wieder. In: Die Welt, 1. August 2015, abgerufen am 3. August 2015 für das Team Finnland mit einer erzielten Wurfweite von 35,32 Meter 2014: Pierre ErminiN24: Stefan Krämer gewinnt Handtaschen-Weitwurf-WM. In: N24, 3. August 2014. für das Team Finnland mit einer erzielten Wurfweite von 30,95 Meter 2013: Stefan KrämerEXPRESS: . In: Express, 18. August 2013. für das Team Vatikanstaat mit einer erzielten Wurfweite von 24,21 Meter 2012: Joachim MansFOCUS: . In: Focus, 12. August 2012. für das Team Deutschland mit einer erzielten Wurfweite von 22,66 Meter
Berichterstattung
Im Welt-der-Wunder-Ranking der zehn ausgefallensten Veranstaltungen in Europa landete die HTWWWM im April 2015 auf Platz 4. In: Welt der Wunder, 22. April 2015, abgerufen am 3. August 2015 Die BILD zählte die Veranstaltung im April 2015 zu zehn verrückten Wettbewerben und Festivals in aller Welt10 verrückte Wettbewerbe und Festivals in aller Welt. In: BILD, 12. April 2015, abgerufen am 3. August 2015 sowie MSN im März 2016 zu den 47 merkwürdigsten Sportarten weltweit.47 strangest sports on the planet and the people that rule them. In: MSN, 12. März 2016, abgerufen am 7. August 2017 Im Deutsche-Welle-Ranking der zehn schrägsten Veranstaltungen in Europa wird die HTWWWM im April 2016 auf Platz 8 aufgeführt.Schön schräg: Festivals in Europa. In: Deutsche Welle, 30. April 2016, abgerufen am 5. Mai 2016