Rosenau [] ist eine Gemeinde mit etwa 850 Einwohnern im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie entstand schon 2001 vor der brandenburgischen Gemeindegebietsreform 2003 durch den freiwilligen und gleichberechtigten Zusammenschluss der Gemeinden Rogäsen, Viesen und Warchau und der Eingliederung von Zitz. Der Name ist eine Wortschöpfung aus Silben der Dorfnamen Rogäsen, Viesen und Warchau. Zu Rosenau gehört auch das Dorf Gollwitz. Rosenau gehört zum Amt Wusterwitz.

Die Landschaften der Gemeinde sind eiszeitlich geprägte Höhenzüge und Talungen wie die Karower Platte und das Fiener Bruch. Eine menschliche Besiedlung spätestens seit der Mittelsteinzeit ist anhand archäologischer Funde belegt. Erste Erwähnung fand das Dorf Zitz im Jahr 974. Zwei Gutshäuser, eine Turmruine und mittelalterliche Feldsteinkirchen zählen zu den denkmalgeschützten Sehenswürdigkeiten Rosenaus.

Weite Teile der Gemeinde sind als Schutzgebiet ausgewiesen. Im Fiener Bruch befindet sich eine Population der seltenen und geschützten Großtrappen.

Geographie rahmenlos|hochkant=1.2|rechts

Geographische Lage Die Gemeinde Rosenau liegt im Westen des Landkreises Potsdam-Mittelmark an der Grenze zu Sachsen-Anhalt und dem Landkreis Jerichower Land etwa 10 Kilometer südwestlich der Mittelstadt Brandenburg an der Havel, dem Oberzentrum der Region und etwa 50 Kilometer westlich der Stadtgrenze der Bundeshauptstadt Berlin, im äußeren westlichen Bereich der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Sie hat eine Fläche von über 49 Quadratkilometern. Der tiefstgelegene Punkt des Gemeindegebiets befindet sich im Wusterwitzer Becken an der nördlichen Gemeindegrenze, am Grenzgraben, mit 30 Metern über Normalnull.Übersichtskarte Karte zu Brandenburg an der Havel und Umgebung. (= Landschaften in Deutschland. Band 69). Böhlau, Weimar u. a. 2006, ISBN 3-412-09103-0. Der höchstgelegene Punkt ist der 85,9 Meter hohe Gollwitzer Berg nahe der Landesgrenze. Die Erhebung ist Teil einer eiszeitlich gebildeten Hügelkette beziehungsweise Hochfläche, der Karower Platte, die nach Westen bis ins Jerichower Land und nach Osten fast an den Fluss Buckau bei Mahlenzien reicht.

Gemeindegliederung, Nachbarstädte und -gemeinden mini|Blick auf Zitz über das Fiener Bruch

Rosenau gliedert sich in vier Ortsteile und einen Gemeindeteil. Die drei Dörfer Viesen, Rogäsen und Zitz liegen unmittelbar am Südhang der Karower Platte am Übergang zum Fiener Bruch und sind administrativ Ortsteile. Der Wohnplatz Viesener Mühle liegt im Bruch am Ufer der Buckau. Am Nordhang der Karower Platte liegen der Ortsteil Warchau und der Gemeindeteil Gollwitz. Rosenau gehört zum Amt Wusterwitz, dem noch die Gemeinden Wusterwitz und Bensdorf angehören.

An die Gemeinde Rosenau grenzen im Uhrzeigersinn folgende Städte, Gemeinden und Ortschaften: im Süden die Gemeinde Wenzlow mit der Gemarkung Boecke und die Kleinstadt Ziesar mit den Gemarkungen Glienecke, Bücknitz und Ziesar, die wie Rosenau zum Landkreis Potsdam-Mittelmark gehören, im Westen die Stadt Jerichow mit Karow und Kade im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, im Norden und Nordosten Wusterwitz, das ebenfalls Teil Potsdam-Mittelmarks ist und im Osten die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel mit den Gemarkungen Kirchmöser und Mahlenzien.

Geologie mini|Südhang der Karower Platte

Die Landschaften der Gemeinde wurden während der letzten, der Weichselkaltzeit, geprägt. Es ist eine Dreiteilung zu erkennen. Im Norden befindet sich das tief liegende Wusterwitzer Becken, im mittleren Bereich der hüglige Höhenzug der Karower Platte, im Süden das Tal des Fiener Bruchs. Von Nordosten aus Skandinavien vordringendes Inlandeis überformte an der Haupteisrandlage der Brandenburg-Phase den Höhenzug der Karower Platte. Dieser Höhenzug bestand bereits vorweichselkaltzeitlich, wie ältere rotbraune tonige Geschiebemergel, Bändertone und rollige Sedimente belegen. Die Haupteisrandlage wird im Bereich Rosenaus durch die Endmoränen, den 67,2 Meter hohen Weinberg und den 68,5 Meter hohen Friedensberg nahe dem Südhang der Platte markiert. Unterhalb des Friedensbergs weisen Sande, feine Kiese und Geröll auf dessen Randlage hin.Roland Weiße: Beiträge zur weichselkaltzeitlichen Morphogene des Elbhavelwinkels. Schriftreihe der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Potsdam April 2003, ISBN 3-935024-73-8, S. 20. An der ersten rückwärtigen Eisrandlage, der Randlage 1a, liegt der markante Gollwitzer Berg, die höchste Erhebung der Karower Platte. Im Osten im Bereich der Gemeindegrenze zwischen den Dörfern Viesen und Mahlenzien liegt großflächig der Mahlenziener Sander, ein periglazialer Schwemmkegel mit fluvioglazialen Sedimenten. Weiterhin befinden sich im Gebiet der Platte Schmelzwassersedimente der Vorschüttphase und auch Grundmoränenbildungen der älteren Saalekaltzeit.S. Kinder, H. T. Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 4, Abb. 2. Das Wusterwitzer Becken ist ein Grundmoränenbecken im Rückland der Karower Platte. Es wurde mit Schmelzwassersanden aufgefüllt. Aufgrund seiner tiefen Lage war es in der Folge im Gebiet Rosenaus von Moorbildung geprägt.S. Kinder, H. T. Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 253, 297.

Das Fiener Bruch südlich der Platte ist der nordwestliche Ausläufer des Glogau-Baruther Urstromtals. Dieses Urstromtal war in seiner eiszeitlichen Geschichte mindestens zweimal von Schmelzwässern in nordwestlicher Richtung parallel zur Gletscherkante durchflossen.S. Kinder, H. T. Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 297, S. 298 Abb. 72. Das Fiener Bruch stellt einen tiefliegenden Senkungsbereich dar, in dem sich ein Feuchtgebiet entwickelte, das ebenfalls von Moorbildung geprägt war.

Böden Die Böden sind typisch für eiszeitlich geprägte Landschaften. In den tiefliegenden Bereichen des Wusterwitzer Beckens im Norden Rosenaus dominieren Erdniedermoore, Kalkgleye und Anmoorgleye. Im Fiener Bruch im Süden der Gemeinde finden sich ebenfalls großflächig Erdniedermoore und Anmoorgleye. Die Bereiche des Wusterwitzer Beckens und des Fiener Bruchs sind, so sie aufgrund vorgenommener Entwässerung landwirtschaftlich nutzbar sind, als Böden mit hohem Ertragspotential klassifiziert.

Im Bereich der Karower Platte dominieren Braunerde, Podsol-Braunerde und Fahlerde. Am Südhang zwischen Rogäsen und der östlichen Gemeindegrenze gibt es einen schmalen Streifen Gley-Braunerde. All diesen Bereichen wird kein hohes Ertragspotential zugeschrieben. Auf einem Teil der Platte, westlich und nordwestlich des Dorfes Viesen befindet sich jedoch großflächig Pseudogley beziehungsweise Fahlerde-Pseudogley. Dieses Gebiet mit den fruchtbarsten Flächen der Gemeinde hat ein sehr hohes Ertragspotential.

Gewässer mini|links|Die Buckau an der stillgelegten Viesener Mühle Weniger als ein Prozent der Fläche Rosenaus sind Wasserflächen. Es gibt in der Gemeinde keine Seen, jedoch einige natürliche und eine Vielzahl künstlicher Fließgewässer, vor allem im Bereich des Fiener Bruchs im Süden, das von einem ganzen System von Meliorationsgräben durchzogen wird, und des Wusterwitzer Beckens im Norden. Größtes Fließgewässer ist die Buckau, ein Nebenfluss der Havel. Sie entspringt im Hohen Fläming im Süden, tritt südlich von Rogäsen in das Fiener Bruch ein und fließt in nordöstlicher Richtung durch das Bruchtal. Südlich von Viesen liegt eine der vielen ehemals durch den Fluss angetriebenen Wassermühlen, die Viesener Mühle. An der Gemeindegrenze zur Stadt Brandenburg an der Havel befindet sich eine Staustufe, die den Abfluss reguliert. Weitere Staustufen, auch mehrere Mühlenstaue begleiten den weiteren Verlauf. Die Buckau mündet im Stadtgebiet Brandenburgs am Südufer in den von der Havel durchflossenen Breitlingsee. Die biologische Gewässergüte wird für die Buckau mit der Güteklasse II (mäßig belastet) angegeben.

Die Buckau nimmt im Bruchtal eine Vielzahl von begradigten und umgeleiteten Bächen und Gräben auf, die teilweise schon vor Jahrhunderten zur Entwässerung des moorigen Feuchtgebietes angelegt wurden. Die wichtigsten innerhalb der Gemeinde sind der Buckauer Hauptgraben, der in seinem unbegradigten Oberlauf Kobser Bach heißt, die Holzbuckau, ein begradigter ehemaliger Nebenlauf der Buckau, und der Zitzer Landgraben. Diesen Gräben wird jeweils von mehreren Seiten beziehungsweise von Stichgräben Wasser zugeführt. Die Fließgeschwindigkeit innerhalb des Fiener Bruchs ist aufgrund des nur geringen Gefälles sehr langsam. Das Grabensystem wird über mehrere Wehre gesteuert, wobei teilweise auch eine Änderung der Fließrichtung beispielsweise vom Zitzer in den Karower Landgraben und von diesem in den Elbe-Havel-Kanal möglich ist.

Das Wusterwitzer Becken wird ebenfalls über ein Grabensystem entwässert. Der Grenzgraben oder Beekengraben als Hauptgraben beginnt bei Gollwitz nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt unterhalb des Gollwitzer Berges. Er fließt in östliche Richtung zum nördlichen Wusterwitzer See ab. Er nimmt mehrere rund um Gollwitz und Warchau angelegte kleine Gräben auf. Zwei regulierende Wehre befinden sich im Gemeindegebiet Rosenaus, weitere im Unterlauf.

mini|Steinbach nahe seiner Quelle Einziges natürliches Fließgewässer der Karower Platte und einziger Bach, dessen Quelle in Rosenau liegt, ist der Steinbach. Dieser entspringt zentral in der sonst trockenen Hochfläche nördlich von Rogäsen beziehungsweise südlich von Warchau. Er fließt in westliche Richtung ab. Unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt befindet sich ein Wehr. Der Steinbach mündet in Sachsen-Anhalt bei Karow im Fiener Bruch in den Karower Landgraben.

Klima In der Gemeinde Rosenau herrscht ein mitteleuropäisches gemäßigtes Klima, das vom Kontinentalklima im Osten und vom atlantischen Seeklima im Westen beeinflusst wird. Die Niederschläge verteilen sich relativ gleichmäßig über das Jahr mit einem Maximum im Sommer. Trockenmonate, in denen keine Niederschläge fallen, gibt es nicht. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag liegt bei 522 mm. Trockenster Monat ist der Februar mit einer Niederschlagsmenge von 31 mm. Der meiste Niederschlag fällt durchschnittlich im Juni mit 62 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen 18,3 °C. Im Januar, dem kältesten Monat, beträgt die Durchschnittstemperatur −0,1 °C.

Geschichte Ur- und Frühgeschichte mini|Früheisenzeitlicher Schöpflöffel, Fundort Zitz, Kreismuseum Jerichower Land in Genthin Der nördliche Rand des Fiener Bruchs war in ur- und frühgeschichtlicher Zeit spätestens im Mesolithikum besiedelt, wie archäologische Funde belegen. Aus dieser Zeit stammt ein in der Gemarkung Rogäsens gefundenes Walzenbeil. Nördlich von Viesen wurde ein Gräberfeld der späten Bronzezeit gesichert, das aus Urnengräbern (Urnen mit Deckschale) bestand. Ein weiteres bronzezeitliches Urnengräberfeld wurde bei Warchau am Rosenberg gefunden.Informationstafel 8 Bunter Dörferweg Damit ist eine dauerhafte Besiedlung durch Angehörige einer bäuerlichen Kultur nachgewiesen. Eine der bei Viesen gefundenen Urnen enthielt als Grabbeigabe Anhänger aus Knochen von Hund und Wels. Ein Fund in der Nähe der Viesener Mühle im Fiener Bruch bestand aus zwei Bronzebeilen.Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. Böhlau, Köln 2006, S. 278. Nördlich von Rogäsen und am Friedensberg fanden Archäologen mehrere Gräber, die der vorrömischen Eisenzeit, der Jastorf-Kultur, zugeordnet werden konnten. Eisenzeitliche Funde bei Zitz waren Töpfe, Haushaltsgegenstände, verzierte Gefäße, zwei übereinander liegende Pferde und ein Schwein in einer Opfergrube.

mini|links|Runenstein von Rogäsen, Kreismuseum Jerichower Land in Genthin