1. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft zentriert|170px Resultate Superliga (Endstand nach 40 Entscheidungen) – 20./21. Juni 2009Estádio Dr. Magalhães Pessoa Platz Land Punkte 1 326,5 2 320,0 3 303,0 4 301,0 5 289,0 6 278,0 7 265,5 8 257,0 9 216,5 10 213,5 11 200,0 12 138,0 ← EC Annecy 2008 Bergen 2010 → abgestiegen in die 1. Liga der nächsten Team-EM mini| Die 1. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft (englischer Sponsorenname: 1st SPAR European Team Championships), kurz auch Team-EM, fand am 20. und 21. Juni 2009 im Estádio Dr. Magalhães Pessoa in Leiria (Portugal) statt und umfasste vierzig Disziplinen (20 Männer, 20 Frauen).

Parallel wurden die Wettbewerbe der drei darunter gestuften Ligen ausgetragen: 1. Liga in Bergen (Norwegen) 2. Liga in Banská Bystrica (Slowakei) 3. Liga in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)

Die insgesamt vier Ligen setzten sich aus folgenden Nationen zusammen: Superliga (12 Teams): Russland, Großbritannien, Polen, Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Ukraine, Griechenland, Schweden, Tschechien, Portugal Erste Liga (12 Teams): Belarus, Slowenien, Rumänien, Türkei, Belgien, Ungarn, Niederlande, Finnland, Estland, Schweiz, Serbien, Norwegen Zweite Liga (8 Teams): Irland, Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowakei, Litauen, Österreich, Zypern Dritte Liga (13 Teams): Moldawien, Israel, Dänemark, Bosnien und Herzegowina, Island, Luxemburg, Georgien, Aserbaidschan, Montenegro, Armenien, AASSE (kombiniertes Team „kleiner Länder“ mit Gibraltar, Liechtenstein, Malta, Monaco und San Marino), Albanien, Andorra, Nordmazedonien

Modus Jede Nation war wie auch zuvor im Europacup in jeder Disziplin durch jeweils einen Athleten bzw. eine Staffel vertreten. Auch die Wertungssystematik wurde aus dem Europacup übernommen. Die Nation des Siegers einer Disziplin erhält in dieser neuen Team-EM jeweils eine mit der Zahl der Teilnehmer identische Punktzahl, abnehmend bis zur Nation des Letztplatzierten mit einem Punkt.

Neu eingeführt wurde die gemeinsame Wertung für Männer und Frauen. Im Vorgängerwettbewerb waren die Geschlechter getrennt gewertet worden.

Die Aufteilung in die Ligen war anhand der erbrachten Leistungen beim Europacup 2008 erfolgt. Dabei konnte es keine ganz eindeutige Zuordnungen geben, denn im vorangegangenen Wettbewerb waren Männer und Frauen jeweils getrennt gewertet worden. Die Anzahl der teilnehmenden Nationen in den verschiedenen Ligen wurde ganz neu festgelegt. In diesem Jahr starteten je zwölf Länder in der Superliga sowie in Liga 1. Die 2. Liga bestand aus acht, die 3. Liga aus den restlichen in diesem Jahr dreizehn Ländern.

Das System des Auf- bzw. Abstiegs zur Festlegung der Teilnehmer in den einzelnen Ligen kam auch in der Team-EM zur Anwendung. Für die Superliga wurden drei Absteiger festgelegt, in Liga 1 gab es entsprechend drei Aufsteiger, absteigen mussten dort zwei Teams. So stiegen aus Liga 2 ebenfalls zwei Nationen auf. Zwei Mannschaften wurden als Absteiger in die 3. Liga festgelegt. Die unterste Klasse ermittelte folgerichtig zwei Aufsteiger.

Die zur Straffung der Veranstaltung im Europacup 1997 eingeführte Praxis mit Regeländerungen in den technischen Disziplinen wurde in der Team-EM noch weiter verschärft und auch für die Laufwettbewerbe gab es eine Neuerung: Laufdisziplinen: Die damals noch nicht allgemein gültige Regelung der Disqualifikation eines Läufers nach dem ersten Fehlstart wurde hier eingeführt. Langstrecken/Hindernislauf: Nach einer bestimmten Anzahl von Runden scheidet der jeweils letztplatzierte Läufer aus (3000 Meter und 3000-Meter Hindernis: nach drei, vier und fünf Runden / 5000 Meter: nach drei, fünf und sieben Runden). Allerdings erhalten auch die so eliminierten Athleten Punkte. Diese Regelung blieb allerdings einmalig auf die diesjährige Team-EM beschränkt und wurde anschließend wieder abgeschafft. Vertikale Sprünge: Wie üblich erfolgt das Ausscheiden nach drei Fehlversuchen bei einer Höhe. Darüber hinaus ist der Wettkampf für jeden Springer nach insgesamt vier individuellen Fehlversuchen beendet. Horizontale Sprünge/Kugelstoßen/Wurfdisziplinen: Jeder Athlet hat wie zuvor im Europacup nur maximal vier Versuche. Darüber hinaus erreichen nur die ersten Sechs den dritten und nur die ersten Vier den vierten und letzten Durchgang. Auch hier erhalten die so eliminierten Athleten Punkte.

Die Neuregelungen in allen Wettbewerben außer den Laufstrecken bis zu einer Distanz von einschließlich 1500 m kamen nicht überall gut an und sorgten vor allem auch bei den Sportlern selbst für ziemliche Verwirrung. Auch kamen durchaus Zweifel auf, ob die beabsichtigte Anpassung der Sportart Leichtathletik an die Erfordernisse der Zeit und zur Steigerung der Attraktivität durch Neuerungen in dieser Form tatsächlich den gesetzten Zielen dienlich sei. Wenn die Transparenz schon für die Athleten verloren gehe, wie solle das dann bei den Zuschauern ankommen, fragten sich einige Betroffene.Chaos und Verwirrung: Die erste Mannschafts-Europameisterschaft der Leichtathleten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. Juni 2009i, faz.net, abgerufen am 2. April 2024

Die Team-Europameisterschaft 2009 Der Wettbewerbskatalog wurde übernommen von der letzten Austragung des Europacups.

Das Estádio Dr. Magalhães Pessoa in Leiria, in dem 2005 und 2008 bereits die Wettbewerbe der sogenannten 1. Liga des Europacups ausgetragen worden waren, wurde vor der diesjährigen Team-EM komplett renoviert.Leiria to host European Team Championships in 2009 worldathletics.org (englisch), abgerufen am 2. April 2024

Mit einem Vorsprung von 6,5 Punkten gewannen Deutschlands Leichtathleten vor dem Team aus Russland. Absteigen mussten die drei letztplatzierten Mannschaften aus Tschechien, Portugal und Schweden.

Starke Leistungen gab es vor allem im Stabhochsprung durch den Franzosen Renaud Lavillenie mit 6,01 m, im Hochsprung durch den Ukrainer Jurij Krymarenko mit 2,31 m und die Deutsche Ariane Friedrich mit 2,02 m, im Dreisprung durch den Portugiesen Nelson Évora mit 17,59 m sowie im Speerwurf durch die Deutsche Christina Obergföll mit 68,59 m.

Deutsche Mannschaft Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nominierte 49 Athleten (24 Frauen und 25 Männer). Das Team startete in der Superliga und belegte den ersten Platz.

Doping Folgende nachträgliche Disqualifikationen durch sechs russische und zwei ukrainische Sportler waren aufgrund von Dopingbetrug in acht Disziplinen zu verzeichnen: Denis Alexejew (Russland) – 400-Meter-Lauf, zunächst Rang fünf / 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst Rang drei. Ihm wurde bei Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 der Einsatz der verbotenen Substanz Turinabol nachgewiesen, was eine Sperre von vier Jahren durch den russischen Leichtathletikverband nach sich zog. Folgerichtig wurden seine hier erzielten Resultate im Einzelrennen sowie in der Staffel annulliert.IOC sanctions four athletes for failing anti-doping tests at Beijing 2008 and London 2012, Weltleichtathletikverband am 13. September 2016, worldathletics.org (englisch), abgerufen am 2. April 2024 Denys Jurtschenko (Ukraine) – Stabhochsprung, zunächst als Zwölfter und Letzter platziert. Ihm wurde ebenfalls bei Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 wie Denis Alexejew der Einsatz der verbotenen Substanz Turinabol nachgewiesen. Der ukrainische Leichtathletikverband sperrte ihn für zwei Jahre. Folgerichtig wurde ihm sein hier erzieltes Resultat aberkannt.IOC sanctions 16 athletes for failing anti-doping tests at Beijing 2008, Weltleichtathletikverband am 17. November 2016, worldathletics.org (englisch), abgerufen am 2. April 20246 track athletes handed doping bans after Olympic retests, Associated Press am 31. Mai 2017, apnews.com (englisch), abgerufen am 2. April 2024 Anna Alminowa (Russland) – 1500-Meter-Lauf, zunächst Rang eins. Sie wurde für den 16. Februar 2009 und im April 2010 des Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen überführt. Alle ihre vom 16. Februar 2009 bis zum 15. Mai 2014 erzielten Resultate wurden annulliert. Sanktioniert wurde sie darüber hinaus mit zwei Wettkampfsperren: für das Vergehen im April 2010 (sechs Monate) / für den Verstoß im Februar 2009 (für zweieinhalb Jahre).Anna Alminova, athlete, 2 sanctions, dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 2. April 2024 Julija Tschermoschanskaja (Russland) – 4-mal-100-Meter-Staffel, zunächst Rang eins. Ihr wurde bei Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 wie zahlreichen anderen Athleten der Einsatz verbotener Substanzen nachgewiesen. Dies führte zur Annullierung ihrer Resultate bei den betreffenden Olympischen Spielen. In der Folge wurde ihr unter anderem auch ihr hier erzieltes Staffelergebnis aberkannt.INTERNATIONAL OLYMPIC COMMITTEE, IOC DISCIPLINARY COMMISSION, DECISION, REGARDING YULIA CHERMOSHANSKAYA, stillmed.olympic.org, englisch (PDF; 61 KB), abgerufen am 2. April 2024 Tatjana Firowa (Russland) – 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst Rang eins. Ihr wurde bei Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 wie zahlreichen anderen Athleten der Einsatz verbotener Substanzen nachgewiesen. Dies führte zur Annullierung all ihrer zwischen dem 20. August 2008 und dem 31. Dezember 2012 erzielten Resultate. Darüber hinaus erhielt sie eine vierjährige Sperre.MEDIA RELEASE, ATHLETICS - ANTI-DOPING, tas-cas.org, englisch (PDF; 157 KB), abgerufen am 2. April 2024 Anastassija Kapatschinskaja (Russland) – 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst Rang eins. Ihr wurde bei Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 der Einsatz der verbotenen Substanzen Turinabol und Stanozolol nachgewiesen. Sie wurde mit einer vierjährigen Sperre sanktioniert. Ihre im Zeitraum von vier Jahren nach dem positiven Test erzielten Resultate wurden annulliert.Doping: Russen sperren Olympia-Trio, sport.de, abgerufen am 2. April 2024 Wita Palamar (Ukraine) – Hochsprung, zunächst Rang sechs. Ihr wurde bei Nachtests zu den Olympischen Spielen 2008 der Einsatz der verbotenen Substanz Turinabol nachgewiesen. Sie wurde mit einer zweijährigen Sperre sanktioniert. Ihre im Zeitraum von zwei Jahren nach dem positiven Test erzielten Resultate wurden annulliert. Marija Abakumowa (Russland) – Speerwurf, zunächst Rang drei. Auch sie wurde im Rahmen von Nachtests für die Olympischen Spiele 2008 des Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen überführt. In weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass sie bis 2012 regelmäßig Doping betrieben hatte. Daraufhin wurden all ihre Resultate bis einschließlich der Olympischen Spiele 2012 annulliert und sie wurde außerdem mit einer vierjährigen Sperre belegt.Maria Abakumova (W), athlete, from Russia, born 1986-01-15, 1 sanction, dopingsanctions.com, (englisch), abgerufen am 2. April 2024

Ergebnisse 1. bis 3. Liga Länderwertungen(Endstand nach jeweils 40 Entscheidungen) Liga 1 in Bergen (NOR) Liga 2 in Banská Bystrica (SVK) Liga 3 in Sarajevo (BIH) Platz Land Punkte Platz Land Punkte Platz Land Punkte 1 332,0 1 216,0 1 414,0 2 289,0 2 200,5 2 393,5 3 279,0 3 191,0 3 390,0 4 274,0 4 180,5 4 355,0 5 269,5 5 180,0 5 327,5 6 266,5 6 174,0 6 327,0 7 259,0 7 163,0 7 262,5 8 260,0 8 140,0 8 246,0 9 254,5 9 227,0 10 223,0 10 217,0 11 203,0 11 20px|# AASSE 125,0 12 191,0 12 123,5 13 116,0 qualifiziert für die nächsthöhere Liga der kommenden Team-EM abgestiegen in die nächstuntere Liga der kommenden Team-EM

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: DNF nicht im Ziel (did not finish) DSQ disqualifiziert DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert keine Weite (No Mark) ogV ohne gültigen Versuch elim. Rd. eliminiert in Runde

Superliga: Resultate der Einzeldisziplinen Männer 100 m Lauf 1 Platz Athlet Land Zeit (s) 1 (2) Francis Obikwelu 10,20 2 (7) Ángel David Rodríguez 10,44 3 (8) Kostjantyn Wassjukow 10,44 4 (9) Ággelos Aggelákis 10,48 5 (10) Stefan Tärnhuvud 10,49 6 (11) Jan Schiller 10,49 In Klammern: Platzierung in der Gesamtwertung aus beiden Läufen

Datum: 20. Juni

Wind: +0,3 m/s

Lauf 2