Die Liste von Sakralbauten in Salzgitter umfasst jetzige und ehemalige Kirchengebäude und andere Sakralbauten in der Stadt Salzgitter.

Geschichte der Kirche in Salzgitter Gräberfunde aus der Umgebung Salzgitters, die auf die der vorkarolingische Zeit datiert werden, deuten darauf hin, dass schon in dieser Zeit Christen im Raum um Salzgitter gelebt hatten. Im Jahre 737 erhielt Bonifatius den päpstlichen Auftrag, die Völker nördlich der Alpen zum christlichen Glauben zu bekehren. Sein Schüler Sturmius gründete zu diesem Zweck im Jahr 744 das Kloster Fulda und begann von hier aus mit der Missionierung des Sachsenlandes. Viele Gebietsübertragungen, mit denen die Schenkenden sich ihr Seelenheil sichern wollten, stammen aus dieser Region, so sind Schenkungen aus Beddingen, Drütte, Engelnstedt, Flachstöckheim, Gitter, Hallendorf und Thiede an das Fuldaer Kloster belegt. Die große Taufperiode begann 778 mit einer Massentaufe an der Okerfurt bei Ohrum. Im Verlauf der nächsten zehn Jahre wurden das ganze Sachsenland christianisiert. Die Missionsaufgabe Fuldas endete mit der Gründung des Bistums Hildesheim im Jahre 815 durch Ludwig den Frommen.

Das Bistum wurde zur Verwaltung in Archidiakonate eingeteilt, Ende des 12. Jahrhunderts gab es 41 solcher Verwaltungssitze, von denen aus die Gerichtsbarkeit der Kirche ausgeübt wurde und die Visitation der Kirchen und Klöster erfolgte. Im Gebiet des heutigen Salzgitter waren die Kirchen von Barum, Ringelheim und Gitter (etwa 1530 durch das heutige Salzgitter-Bad abgelöst) Sitze eines Archidiakonats. In diesen Orten liegen auch die ältesten Pfarrkirchen der Region.

Zwischen 1523 und 1643 gehörte das heutige Stadtgebiet nach der Hildesheimer Stiftsfehde zum Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Als eine Folge des Schmalkaldischen Krieges wurde hier 1542 zum ersten Male die Reformation eingeführt. Als 1547 Herzog Heinrich der Jüngere wieder in sein Herzogtum zurückkehren konnte, ordnete dieser die Rückkehr zum katholischen Glauben an. Erst sein Sohn Herzog Julius führte 1568 die Reformation endgültig ein. Auch nachdem 1643 das Bistum Hildesheim wieder einen großen Teil der 1523 verlorenen Gebiete zurückerhielt, konnten die Einwohner ihren überwiegend evangelischen Glauben behalten.

Als Erstes gab es bereits 1833 im heutigen Salzgitter-Bad eine katholische Gemeinde, die zu der Zeit 300 Mitglieder zählte. Für diese wurde 1889 die St.-Marien-Kirche eingeweiht. Eine zweite katholische Gemeinde wurde in den 1920er Jahren in Thiede gegründet, die seit 1927 die St. Georg-Kapelle nutzen konnte. Mit der Gründung der Hermann-Göring-Werke im April 1937 und dem gleichzeitigen Aufbau des Erzbergbaus wuchs die Einwohnerzahl Salzgitters innerhalb kurzer Zeit von etwa 20.000 im Jahr 1933 auf über 100.000 im Jahr 1942. Damit nahm auch die Zahl der katholischen Einwohner zu, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg bis auf 40 % an.

Aus der Zeit zwischen 1939 und 1945 stammt die Bezeichnung Salzgitters als „Stadt ohne Kirchen“. Damit waren nicht die in den Dörfern vorhandenen alten Kirchengebäude gemeint (bis auf eine Ausnahme hatte jedes Dorf eine eigene Kirche), sondern man bezog sich auf den Umstand, dass beim Aufbau der Stadt keine neuen Kirchenbauten vorgesehen waren. Für die Gläubigen bedeutete dies, dass sie ihre Gottesdienste in Gaststätten, Baracken oder Privaträumen abhalten mussten. Überdies waren auch die Seelsorger vielfachen Schikanen und Verboten ausgesetzt, die ihnen die Ausübung ihres Amtes erschwerten.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Bevölkerung durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen weiter. Im März 1950 meldeten die evangelische und die katholische Kirche zwecks Bereitstellung von Finanzmitteln ihre Bauabsichten an. Danach wollte die katholische Kirche fünf neue Kirchen in Lebenstedt, Salzgitter-Bad, Gebhardshagen und Thiede bauen. Die evangelische Kirche, die ja über Kirchenbauten in fast allen Stadtteilen verfügte, plante Neubauten in Lebenstedt und Salzgitter-Bad. Insgesamt wurden bis zum Ende der 1990er Jahre elf evangelische und zehn katholische Kirchen neu gebaut, von diesen wurden bis heute (Stand 2013) eine evangelische und zwei katholische Kirchen wieder geschlossen. Nach dem Krieg siedelten sich in Salzgitter auch andere christliche Glaubensgemeinschaften an, so z. B. die Zeugen Jehovas, Baptisten und die Neuapostolische Gemeinde. Auch gibt es in den Stadtteilen Salzgitter-Bad und Lebenstedt je eine Moschee.

Bestehende Kirchengebäude