Diese Liste der Geotope im Landkreis Oberallgäu verzeichnet alle dort bekannten vorliegenden (Stand August 2016: 85) Geotope.Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de, Geotoprecherche (abgerufen am 16. September 2017) Die Liste enthält die amtlichen Bezeichnungen für Namen und Nummern des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) sowie deren geographische Lage. Im Geotopkataster Bayern sind etwa 3.400 Geotope (Stand: März 2020) erfasst.
Name Bild Geotop ID Gemeinde / Lage Geologische Raumeinheit Beschreibung Fläche m² / Ausdehnung m Geologie Aufschlussart Wert Schutzstatus Bemerkung |- | Steinbruch An der Schanz N von Burgberg | 150px | 780A001 | style="text-align:center"|Burgberg im Allgäu | Allgäuer Alpen | Aufgeschlossen ist ein nordvergenter Sattel mit anschließender Schuppenzone im Südhelvetikum der Grüntenteildecke. Der Aufschluss zeigt mit einer vollständigen Schichtfolge auf engem Raum den Sedimentationsverlauf und das tektonische Bild im Helvetikum. Der Abbau wurde eingestellt, die Grubensohle ist rekultiviert. | 42500250 × 170 | Typ: Standard-/Referenzprofil, Falte/Mulde/SattelArt: Sandstein, Kalkstein, Mergelstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet | Bayerns schönste Geotope Nr. 88 |- | Typlokalität des Liebensteiner Kalks W von Vorderhindelang | | 780A002 | style="text-align:center"|Bad Hindelang | Allgäuer Alpen | Der anstehende Liebensteiner Kalk wird stratigraphisch in die Oberkreide gestellt. Er gehört zum pelagischen Ultrahelvetikum, das hier zwischen Helvetikum und Flysch eingeschuppt ist. Der Abbau ist eingestellt, das Grubengelände umzäunt. Aufschlüsse liegen aber auch am benachbarten Hang. | 30060 × 5 | Typ: Typlokalität, SchichtfolgeArt: Kalkstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Deckenüberschiebung am Oybach SSE von Oberstdorf | | 780A003 | style="text-align:center"|Oberstdorf | Allgäuer Alpen | Am rechten Bachufer und am Talhang liegt die Überschiebungsgrenze von Allgäudecke auf Rhenodanubischen Flysch. Durch die Deckenüberschiebung Kalkalpin-Flysch im Alttertiär wurden Sedimente unterschiedlich alter und räumlich weit entfernter Räume aufeinander geschoben. Die Deckengrenze bildet gleichzeitig die markante morphologische Grenze zwischen Allgäuer Alpen und Oberstdorfer Becken. | 35070 × 5 | Typ: Störung, Schichtfolge, Gesteinsart, Störungsquelle, SinterbildungArt: Mergelstein, Dolomitstein, Kalktuff | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | wertvoll | Landschaftsschutzgebiet
| Helvetikum an der Lochbachstraße NW von Tiefenbach | 150px | 780A004 | style="text-align:center"|Obermaiselstein | Allgäuer Alpen | Die Schichtfolge der Grünsandsteine ist z. T. lückenhaft, was typisch ist für den Faziesbereich des Mittelhelvetikums (nach A. Heim, 1916). Ursache dafür sind Hebungen des Meeresbodens während der höheren Unterkreide bis Mittelkreide. Die Schrattenkalkfelswand gibt einen guten Einblick in den Aufbau des Gesteins: Anhäufungen von Bivalven und Korallen, Biogenschuttkalke und kleine Riffe liegen in der ca. 30 Grad geneigten Schichtfolge. | 4000200 × 20 | Typ: Schichtfolge, Sedimentstrukturen, Tierische Fossilien, Felswand/-hangArt: Kalkstein, Mergelstein | Hanganriss/Felswand | wertvoll | Landschaftsschutzgebiet, Naturpark
| Junghansen-Schichten an der Bolgenach SE von Balderschwang | 150px | 780A005 | style="text-align:center"|Balderschwang | Allgäuer Alpen | Aufgeschlossen ist die Schichtfolge der Feuerstätter Decke (stark spezialgefaltete Junghansenschichten) über Aptychenschichten. Der gut 2 m hohe und sehr breite Aufschluss liegt südlich des Bachbettes und ist daher nur bei Niedrigwasser direkt zugänglich. Die eindrucksvolle Faltung ist aber auch vom Nordufer aus gut zu erkennen. | 40080 × 5 | Typ: Schichtfolge, Falte/Mulde/SattelArt: Kalkstein, Tonstein | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | wertvoll | Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet, Naturpark
| Falte im Flysch an der Riedbergstraße SW von Obermaiselstein | | 780A006 | style="text-align:center"|Obermaiselstein | Allgäuer Alpen | An der Straßenböschung ist ein überkippter nordvergenter Sattel in Ofterschwanger Schichten lehrbuchhaft aufgeschlossen. Der große Aufschluss liegt direkt an einer starken Steigungsstrecke. Es besteht bei einem Besuch Gefahr durch den Straßenverkehr. | 10020 × 5 | Typ: Falte/Mulde/Sattel, GesteinsartArt: Kalkmergelstein | Böschung | wertvoll | Landschaftsschutzgebiet, Naturpark
| Straßenaufschluss im Ultrahelvetikum am Faltenbach in Oberstdorf | 150px | 780A007 | style="text-align:center"|Oberstdorf | Allgäuer Alpen | Der gut erhaltene und ausgezeichnet zugängliche Aufschluss 100 m nordnordwestlich der Eissporthalle zeigt ultrahelvetische Leimenschichten. Das mergelige Gestein zerfällt zu schiefrigen Platten. | 20020 × 10 | Typ: Gesteinsart, LagerungsverhältnisseArt: Kalkmergelstein | Böschung | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Spilit der Arosa-Zone im Wildbachtobel E von Hindelang | 150px | 780A008 | style="text-align:center"|Bad Hindelang | Allgäuer Alpen | An der Felswand oberhalb des Baches treten kissenförmige Gesteinsstrukturen (Pillow-Lava) eines basischen Ergussgesteins auf (Diabasporphyrit). Die Pillow-Struktur weist auf submarinen Erguss hin, Diabasporphyrite (oder - spilite) stellen typische Gesteine der Arosa-Decke. Sie zeigen Neubildung ozeanischer Kruste (erhöhte vulkanische Aktivität) während der Kreidezeit in diesem Sedimentationsraum. In der anhaftenden kontaktmetamorphen Sedimentkruste finden sich Fossilreste (Cenoman). | 50025 × 20 | Typ: Gesteinsart, PillowsArt: Basalt | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | besonders wertvoll | kein Schutzgebiet
| Helvetikum-Aufschluss an der Breitachstraße NW von Oberstdorf | 150px | 780A009 | style="text-align:center"|Oberstdorf | Allgäuer Alpen | Der Aufschluss zeigt einen Anschnitt der Geisberg-Burgberg-Antiklinale im Helvetikum. Die Schichtfolge über dem Schrattenkalk (Mittelhelvetikum) zeigt auf engem Raum Abweichungen, die auf Oszillationen des Meeresspiegels und Schichtkondensationen zurückgeführt werden können. | 1000200 × 5 | Typ: Schichtfolge, Falte/Mulde/SattelArt: Kalkstein, Sandstein | Böschung | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Oberstdorfer Grünsandstein am Burgbichel NW von Oberstdorf | | 780A010 | style="text-align:center"|Oberstdorf | Allgäuer Alpen | Der Härtling Burgbichel liegt am Rand der postglazialen Stillach-Aue. Anstehend ist Oberstdorfer Grünsandstein. Dieser ist eine Regressionsbildung im helvetischen Faziesraum während des Paläozäns. Der sehr große und sehr gut erhaltene Aufschluss im kompakten Sandstein wird als Klettergarten genutzt. | 390060 × 65 | Typ: GesteinsartArt: Sandstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Steinbruch Wup ESE von Rettenberg
| style="text-align:center"|Rettenberg | Allgäuer Molasse-Vorberge | Der Aufschluss liegt am N-Flügel der hier endenden Murnauer Mulde. Aufgeschlossen ist das Profil von Oberen Tonmergelschichten über die gesamten Bausteinschichten bis zur Basis der Weißach-Schichten. Die Bausteinschichten sind durch ein Tonmergelpaket zweigeteilt. Sie enthalten häufig Sedimentstrukturen und Pflanzenhäcksel. | 24000400 × 60 | Typ: Schichtfolge, SedimentstrukturenArt: Sandstein, Tonmergelstein | Steinbruch | wertvoll | Landschaftsschutzgebiet | Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018) |- | Obere Meeresmolasse N von Rieggis | | 780A012 | style="text-align:center"|Waltenhofen | Allgäuer Molasse-Vorberge | Der Straßenaufschluss zeigt Konglomerate der Oberen Meeresmolasse im Bereich der Hauchenberg-Schuppe (nördlicher Bereich der Faltenmolasse). Austernkonglomerat ist in einem 0,8 bis 1 m mächtigen Horizont konzentriert. | 75050 × 15 | Typ: Tierische Fossilien, GesteinsartArt: Konglomerat | Böschung | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Aufschlüsse im Kollerbachtal NW von Kempten | | 780A013 | style="text-align:center"|Wiggensbach | Iller-Lech-Jungmoränenregion | Die Prallhänge am Kollerbach zeigen die typische Schichtfolge der Oberen Süßwassermolasse im Bereich des Adelegg-Schwemmfächers. Die gebirgsnahe Radialschüttung weist einen hohen grobklastischen Anteil auf. Diskordanzen, Kalkkrusten und Fossilien weisen auf das Klima und die Sedimentationsbedingungen hin. Im Bachbett ist Schieferkohle aufgeschlossen. | 2250001500 × 150 | Typ: Schichtfolge, Sedimentstrukturen, Tierische Fossilien, SchluchtArt: Konglomerat, Mergelstein, Braunkohle | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Ehem. Steinbruch S von Buchenberg | | 780A014 | style="text-align:center"|Buchenberg | Iller-Lech-Jungmoränenregion | Der Aufschluss liegt ca. 2 km nördlich des tektonischen Alpenrandes. Die Schichten fallen hier noch mit 40–50 Grad nach Norden ein. Aufgeschlossen sind grobe Konglomerate der Oberen Süßwassermolasse im Wechsel mit feinen bis groben Sandsteinen in dünnen Platten. Kristalline Gesteine sind mit einem deutlichen Anteil (5–10 %) vertreten. | 4000100 × 40 | Typ: GesteinsartArt: Konglomerat, Sandstein | Steinbruch | bedeutend | kein Schutzgebiet
| Nagelfluh-Felswand am Burgstall NNE von Wagegg | 150px | 780A015 | style="text-align:center"|Haldenwang | Iller-Lech-Jungmoränenregion | Der auf Oberer Süßwassermolasse auflagernde konglomerierte Schotter bildet ein nach Süden steilwandiges Plateau. Über dem Schotter lagert alt-pleistozäne verfestigte Moräne. Klüfte und Flexuren gehen auf Setzungen im Sediment zurück. Östlich der Burgruine liegt eine Höhle im verfestigten Schotter. | 7200120 × 60 | Typ: Schichtfolge, Felswand/-hangArt: Konglomerat | Hanganriss/Felswand | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Rauhenstein am Blender NW von Eschachberg | | 780A016 | style="text-align:center"|Buchenberg | Iller-Lech-Jungmoränenregion | Die löchrige, kalkig gebundene und schlecht sortierte Nagelfluh ist von der liegenden Oberen Süßwassermolasse deutlich abgesetzt. Es handelt sich um die höchstgelegenen Reste eines ältest-pleistozänen Schotterstrangs im westlichen Alpenvorland. | 6250250 × 25 | Typ: Gesteinsart, FelskuppeArt: Konglomerat | Felshang/Felskuppe | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Aufschlüsse in der Weißachschlucht NE von Steibis | | 780A018 | style="text-align:center"|Oberstaufen | Allgäuer Molasse-Vorberge | Im Tobel sind ältere Weißach-Schichten erschlossen. Die Weißach-Schichten sind die tiefsten, rein fluviatil- terrestrischen Schichten der Unteren Süßwassermolasse. Der Bereich westlich der Iller gehört zum Hochgratschuttfächer, dem Schwemmfächer eines oligozänen bis miozänen Ur-Iller-Flusssystems. Der geringe bis fehlende Konglomeratanteil stellt die Aufschlüsse im Weißach-Tobel in den Bereich der Graufazies. Dieser Faziesbezirk ist zum Schüttungszentrum vorgelagert (Hochgratfazies). | 315000900 × 350 | Typ: Typlokalität, SchluchtArt: Mergelstein, Sandstein | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | wertvoll | FFH-Gebiet, Naturpark
| Typlokalität der Steigbach-Schichten SW von Immenstadt | | 780A019 | style="text-align:center"|Immenstadt im Allgäu | Allgäuer Molasse-Vorberge | Im Steigbachtobel sind die höheren Steigbachschichten (Untere Süßwassermolasse) erschlossen. Es handelt sich um Ablagerungen eines Ur-Iller-Flusssystems. Der Tobel bildet den Übergang vom Hängetal des Steigbaches zum glazial übertieften Haupttal von Iller und Konstanzer Ach. | 24000600 × 40 | Typ: Typlokalität, SchluchtArt: Konglomerat, Mergel, Sandstein | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | wertvoll | Naturpark
| Aufschluss am Bahneinschnitt NW von Sulzbrunn | | 780A020 | style="text-align:center"|Sulzberg | Iller-Lech-Jungmoränenregion | Der Bahneinschnitt zeigt glaukonitische Sandsteine der Obere Meeresmolasse und ist reich an Fossilien. | 1300130 × 10 | Typ: Gesteinsart, Tierische FossilienArt: Sandstein | Böschung | bedeutend | kein Schutzgebiet
| Kiesgrube SW von Josereute | | 780A021 | style="text-align:center"|Oy-Mittelberg | Iller-Lech-Jungmoränenregion