Der Große Preis von Brasilien 1989 (offiziell XVIII Grande Prêmio do Brasil) fand am 26. März auf dem Jacarepaguá in Rio de Janeiro statt und war das erste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1989.

Berichte Hintergrund Mit der neuen Saison trat ein bereits vor dem Beginn der Vorsaison angekündigtes Verbot von Turbomotoren in Kraft. Zudem kehrte mit Pirelli ein Kontrahent von Goodyear als Reifenlieferant in die Formel 1 zurück. Der britische Rennstall Onyx trat als neues Team an. Einige Teams wechselten ihre Motorenpartner. Es wurden sowohl Acht- als auch Zehn- und Zwölfzylindermotoren eingesetzt. Insbesondere die Hersteller Ford-Cosworth und Judd wurden von zahlreichen Teams als Ausstatter gewählt. Als neue Lieferanten traten Yamaha und Lamborghini in Erscheinung.

Neben dem Weltmeister-Team McLaren behielten Arrows, Lotus, March, Minardi und Larrousse die Fahrerbesetzungen bei, mit denen sie die Saison 1988 beendet hatten.

Nigel Mansell wechselte von Williams, wo er durch Thierry Boutsen ersetzt wurde, zu Ferrari. Dort verdrängte er Michele Alboreto, der daraufhin bei Tyrrell den ehemaligen Platz von Julian Bailey einnahm. Boutsens Cockpit bei Benetton wurde mit dem Neuling Johnny Herbert besetzt. Neben diesem wurden zum Saisonauftakt die fünf weiteren Debütanten Bertrand Gachot für Onyx, Gregor Foitek für EuroBrun, Olivier Grouillard für Ligier, Volker Weidler für Rial und Joachim Winkelhock für AGS gemeldet.

Das inzwischen von Bernie Ecclestone verkaufte Team Brabham kehrte nach einem Jahr Unterbrechung mit den Fahrern Martin Brundle und Stefano Modena ins Teilnehmerfeld zurück. Bis auf EuroBrun und AGS traten alle Teams mit zwei Wagen an.

Zahlreiche Teams starteten mit weiterentwickelten Vorjahres-Fahrzeugen in die Saison.

Als amtierender Weltmeister ging Ayrton Senna in die Saison.

Mit Alain Prost (fünfmal) und Nelson Piquet (zweimal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Im Zuge von Testfahrten im Vorfeld des Trainings verunglückte Philippe Streiff schwer. Er trug eine Querschnittslähmung davon, die seine Formel-1-Karriere beendete.

Da insgesamt 38 Fahrer antraten, um sich für einen der 26 Startplätze zu qualifizieren, wurde wie bereits im Vorjahr regelmäßig eine Vorqualifikation durchgeführt. 13 Piloten mussten daran teilnehmen, und zwar beide Piloten von Brabham, Osella, Zakspeed und Onyx sowie jeweils ein Fahrer von Rial, EuroBrun, Larrousse, Coloni und AGS. Die schnellsten fünf unter ihnen erhielten eine Freigabe für die Teilnahme an den beiden regulären Qualifikations-Durchgängen.

Bereits im Zuge der Testfahrten im Winter hatte sich herausgestellt, dass McLaren auch nach dem Wechsel von Turbo- auf Saugmotoren das Team sein würde, das es zu schlagen galt. Dementsprechend war die Fachwelt nicht überrascht, als der amtierende Weltmeister Senna die Pole-Position errang, was ihm im Vorjahr an 16 Rennwochenenden 13-mal gelungen war. Riccardo Patrese, Gerhard Berger und Boutsen qualifizierten sich für die Plätze dahinter. Prost und Mansell bildeten die dritte Startreihe vor Ivan Capelli und Derek Warwick.

Rennen Am sehr heißen Renntag konnten Patrese sowie Berger, dessen Ferrari erstmals mit einem halbautomatischen Getriebe ausgestattet war, bis zur ersten Kurve auf Senna, der schlecht gestartet war, aufschließen. Berger und Senna kollidierten, woraufhin Patrese in Führung ging. Dessen Teamkollege Boutsen folgte auf dem zweiten Rang vor Mansell, Prost, Capelli und Warwick.

Mansell zog in der dritten Runde an Boutsen vorbei, der kurz darauf ausschied. In Runde 15 übernahm der Brite nach einem starken Manöver gegen Patrese die Führung. Er siegte vor Prost und Maurício Gugelmin. Für den Brasilianer war dies die einzige Podestplatzierung seiner Formel-1-Karriere. Vierter wurde der beeindruckende Neuling Herbert vor Warwick und Alessandro Nannini. Nicola Larini wurde nach zehn gefahrenen Runden wegen Fehlverhaltens beim Start disqualifiziert.

Der Ferrari-Sieg war eine Überraschung, auch für das Team selbst, das bei Testfahrten im Vorfeld der Saison mit mangelnder Zuverlässigkeit zu kämpfen hatte. Ferraris Rennleiter hatte Mansell sogar vorgeschlagen, mit halbvollem Tank ins Rennen zu starten, um aufgrund des im Vergleich zur Konkurrenz geringeren Gewichts wenigstens bis zum erwarteten Ausfall konkurrenzfähig zu erscheinen.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 278.

Dies war das letzte Formel-1-Rennen auf dem Jacarepaguá in Rio de Janeiro. Seit 1990 wird der Große Preis von Brasilien auf dem Autódromo José Carlos Pace in São Paulo ausgetragen.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/5 Honda RA109E 3.5 V10 2 3 Tyrrell 017B Ford Cosworth DFR 3.5 V8 4 5 Williams FW12C Renault RS1 3.5 V10 6 7 Brabham BT58 Judd EV 3.5 V8 8 9 Arrows A11 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 10 11 Lotus 101 Judd CV 3.5 V8 12 15 March 881 16 17 Osella FA1M Ford Cosworth DFR 3.5 V8 18 19 Benetton B188 20 21 Dallara BMS 189 22 23 Minardi M188B 24 25 Ligier JS33 26 27 Ferrari 640 Ferrari 035/5 3.5 V12 28 29 Lola LC88B Lamborghini 3512 3.5 V12 30 31 Coloni FC188B Ford Cosworth DFR 3.5 V8 32 33 EuroBrun ER188B Judd CV 3.5 V8 34 Zakspeed 891 Yamaha OX88 3.5 V8 35 36 Onyx ORE-1 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 37 38 Rial ARC2 39 41 AGS JH23B

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Vorqualifikation 1. Qualifikationstraining 2. Qualifikationstraining Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 – – 1:26,205 210,099 km/h 1:25,302 212,323 km/h 1 2 – – 1:26,172 210,180 km/h 7:12,732 41,854 km/h 2 3 – – 1:26,271 209,938 km/h 1:26,394 209,640 km/h 3 4 – – 1:27,367 207,305 km/h 1:26,459 209,482 km/h 4 5 – – 1:27,095 207,952 km/h 1:26,620 209,093 km/h 5 6 – – 1:27,249 207,585 km/h 1:26,772 208,726 km/h 6 7 – – 1:27,525 206,931 km/h 1:27,035 208,096 km/h 7 8 – – 1:27,937 205,961 km/h 1:27,408 207,208 km/h 8 9 – – 1:28,423 204,829 km/h 1:27,437 207,139 km/h 9 10 – – 1:27,626 206,692 km/h 1:27,754 206,391 km/h 10 11 – – 1:28,394 204,896 km/h 1:27,865 206,130 km/h 11 12 – – 1:27,956 205,917 km/h 1:28,581 204,464 km/h 12 13 1:27,764 206,367 km/h 1:29,138 203,186 km/h 1:28,274 205,175 km/h 13 14 1:28,147 205,470 km/h 1:28,621 204,371 km/h 1:28,942 203,634 km/h 14 15 – – 1:29,005 203,490 km/h 1:29,206 203,031 km/h 15 16 – – keine Zeit – 1:29,435 202,511 km/h 16 17 – – 1:30,460 200,217 km/h 1:29,455 202,466 km/h 17 18 – – 1:30,443 200,254 km/h 1:29,573 202,199 km/h 18 19 1:29,679 201,960 km/h 1:31,341 198,286 km/h 1:30,146 200,914 km/h 19 20 – – 1:32,260 196,310 km/h 1:30,255 200,671 km/h 20 21 – – 1:30,942 199,156 km/h 1:30,375 200,405 km/h 21 22 – – 1:30,410 200,327 km/h 1:30,666 199,762 km/h 22 23 – – 1:30,702 199,682 km/h 1:30,643 199,812 km/h 23 24 – – 1:30,657 199,782 km/h 1:31,068 198,880 km/h 24 25 1:30,417 200,312 km/h 1:32,346 196,128 km/h 1:30,861 199,333 km/h 25 26 – – 1:31,872 197,139 km/h 1:31,009 199,009 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Dalmas, Arnoux, Foitek und Moreno an der Qualifikation. – – 1:32,411 195,990 km/h 1:31,260 198,462 km/h – DNQ – – keine Zeit – 1:31,376 198,210 km/h – DNQ 1:29,604 202,129 km/h 1:31,791 197,313 km/h 1:53,570 159,475 km/h – DNQ — — 1:32,561 195,672 km/h 1:34,894 190,861 km/h – DNPQ Caffi, Ghinzani, Weidler, Raphanel, Winkelhock, Suzuki, Johansson und Gachot scheiterten an der Vorqualifikation. 1:30,747 199,583 km/h – – – – – DNPQ 1:31,150 198,701 km/h – – – – – DNPQ 1:31,964 196,942 km/h – – – – – DNPQ 1:32,019 196,825 km/h – – – – – DNPQ 1:32,982 194,786 km/h – – – – – DNPQ 1:33,079 194,583 km/h – – – – – DNPQ 1:35,232 190,184 km/h – – – – – DNPQ 1:37,932 184,941 km/h – – – – – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 61 0 1:38:58,744 6 1:33,948 (57.) 2 61 1 + 7,809 5 1:35,341 (17.) 3 61 0 + 9,370 12 1:33,774 (46.) 4 61 0 + 10,493 10 1:34,164 (45.) 5 61 0 + 17,866 8 1:33,699 (41.) 6 61 0 + 18,241 11 1:33,361 (42.) 7 60 0 + 1 Runde 18 1:35,327 (43.) 8 60 0 + 1 Runde 21 1:36,932 (41.) 9 60 0 + 1 Runde 22 1:35,807 (46.) 10 59 0 + 2 Runden 20 1:36,747 (58.) 11 59 2 + 2 Runden 1 1:33,685 (55.) 12 58 0 + 3 Runden 26 1:38,740 (41.) 13 57 0 DNF 15 1:35,402 (40.) 14 56 0 DNF 17 1:36,199 (43.) – 51 1 DNF 2 1:32,507 (47.) – 37 0 DNF 24 1:36,394 (22.) – 36 0 DNF 25 1:37,789 (20.) – 27 0 DNF 13 1:35,286 (26.) – 22 0 DNF 7 1:34,479 (18.) – 10 0 DNF 9 1:37,665 (3.) – 9 0 DNF 14 1:37,470 (7.) – 3 0 DNF 4 1:35,696 (2.) – 2 0 DNF 16 1:46,060 (2.) – 0 0 DNF 3 – – 0 0 DNF 23 – DSQ Larini wurde während des Rennens disqualifiziert, da er beim Start in der falschen Position stand. 10 0 – 19 1:38,682 (5.) Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 92McLaren-Honda 63March-Judd 44Benetton-Ford 3 5Arrows-Ford 26Benetton-Ford 17Tyrrell-Ford 08Lotus-Judd 09Ligier-Ford 010Tyrrell-Ford 011McLaren-Honda 012Lola-Lamborghini 013Dallara-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte14Rial-Ford 0–Williams-Renault 0–Arrows-Ford 0–Zakspeed-Yamaha 0–Brabham-Judd 0–March-Judd 0–Lotus-Judd 0–Brabham-Judd 0–Williams-Renault 0–Minardi-Ford 0–Ferrari 0–Minardi-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 92 6 3 44 45 26 07 08 0 Pos. Konstrukteur Punkte9 010 011 0– 0– 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1 Rennergebnis auf „Motorsportarchiv.de“

#1989 Brasilien Kategorie:Sportveranstaltung in Rio de Janeiro Kategorie:Autódromo Internacional Nelson Piquet