miniatur|Audi A5 DTM von Mattias Ekström 2012 Das Team Abt Sportsline ist ein privates Rennsportteam der Abt Sportsline GmbH. Zugehörig zum Geschäftsfeld Abt Motorsport ist das Team Abt Sportsline aktuell mit drei Projekten im Automobilsport aktiv: DTM, FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft, und 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.
Das Rennteam und seine Einsätze leiten Abt Sportsline Geschäftsführer Thomas Biermaier und Abt Motorsportchef Martin Tomczyk.
Super Tourenwagen Cup (STW) 1996 Ab 1996 im Super Tourenwagen Cup (STW), der damals höchsten deutschen Tourenwagenklasse. Piloten der beiden Abt-Audi A4 quattro, die dem technischen Stand des Vorjahres entsprachen, waren Christian Abt und Kris Nissen. Teamchef war Hans-Jürgen Abt. Abt punktete in jedem Rennen. Seine besten Rennergebnisse waren ein zweiter Platz beim Sprintrennen auf dem Sachsenring und dritte Plätze bei den Hauptrennen auf dem Sachsenring und der Avus. In der Abschlusstabelle belegten Abt und Nissen die Plätze 4 und 13. Abt gewann die Privatfahrerwertung und damit 73.000 DM Preisgeld. In der Teamwertung belegte Abt den vierten Platz.Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1996“
Ende des Jahres 1996 startete das Team außerdem beim vier Läufe umfassenden Rainbow-Cup in Südafrika. Abt wurde Zweiter in der Gesamtwertung.
Fahrerkader STW: Christian Abt (4. Platz, 1. Platz Privatfahrer, „Rookie of the Year“), Kris Nissen (13. Platz)
Auto: Audi A4 Quattro (Tourenwagen), 2,0-Liter-Vierzylinder, 218 kW (296 PS), Allradantrieb
1997 Mit zwei Audi A4 startete Abt Sportsline 1997 ins zweite STW-Jahr. An die Erfolge des Vorjahres konnten Christian Abt und Kris Nissen nicht anknüpfen. Hauptgrund: Der neue Reifenpartner Yokohama konnte aus Budgetgründen in der Entwicklung seiner Pneus nicht mit den Produkten der anderen Lieferanten mithalten.Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1997“
Fahrerkader: Christian Abt (13. Platz), Kris Nissen (9. Platz)
Auto: Audi A4 Quattro (Tourenwagen), 2,0-Liter-Vierzylinder, 218 kW (296 PS), Allradantrieb
1998 1998 übergab Audi die Verantwortung des Werkseinsatzes in der STW an Abt Sportsline unter der Leitung von Hans-Jürgen Abt. Die Allgäuer übernahmen auch die Werkspiloten Frank Biela und Emanuele Pirro. Als dritter Fahrer blieb Christian Abt im Team. Alle drei Fahrer traten mit überarbeiteten Audi A4 an, bei denen reglementbedingt der quattro-Allradantrieb weggefallen war. Erschwerend kam hinzu, dass der im Gegensatz zur Konkurrenz von Honda, BMW, Alfa Romeo, Nissan, Opel und Peugeot längs statt quer eingebaute Motor des A4 den Schwerpunkt des Fahrzeugs negativ beeinflusste und technisch veraltet war. Als Gesamtzwölfter war Christian Abt am Saisonende bester Audi-Pilot.Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1998“
Fahrerkader: Christian Abt (12. Platz), Frank Biela (14. Platz), Emanuele Pirro (16. Platz)
Auto: Audi A4 (Tourenwagen), 2,0-Liter-Vierzylinder, 288 kW (310 PS), Frontantrieb
1999 Nachdem sich Audi wegen des beginnenden Le-Mans-Projektes komplett aus der STW zurückgezogen hatte, übernahm Abt Sportsline das Engagement in Alleinregie. Die 98er-Frontantriebs-Audi rüstete Abt zurück auf Allradantrieb, den das Reglement für Privatteams wieder zuließ. Gleich im ersten Saisonrennen erkämpfte Christian Abt seine erste STW-Pole, seinen ersten Tourenwagen-Sieg und den ersten Sieg eines Privatteams in der STW. Bei neun von zehn Rennen standen entweder Abt oder Teamkollege Kris Nissen auf dem Podium, oder beide zusammen.Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1999“
Geprägt wurde die Saison vom Duell zwischen Christian Abt und Opel-Pilot Uwe Alzen. Da Abt im letzten und entscheidenden Rennen von Alzens Markenkollegen Roland Asch von der Strecke gedrängt wurde, fiel die Entscheidung vor dem Sportgericht. Ein von der Tribüne aus privat gefilmtes Video der strittigen Situation brachte schließlich am 10. November 1999 die Entscheidung zugunsten von Christian Abt, der damit letzter Meister der nach Saisonende eingestellten STW wurde.
Fahrerkader: Christian Abt (1. Platz), Mattias Ekström (23. Platz, nur in Oschersleben am Start), Kris Nissen (5. Platz)
Auto: Audi A4 quattro (Tourenwagen), 2,0-Liter-Vierzylinder, 225 kW (306 PS), Allradantrieb
Markenpokale Zentraler Einsatzdienstleister für Volkswagen 20 Jahre lang betreute Abt Sportsline als exklusiver Dienstleister im Motorsport die Markenpokale des Volkswagen-Konzerns. Die dabei im Rahmenprogramm der DTM eingesetzten verschiedenen seriennahen Tourenwagen wurden alle unter der Leitung von Hans Top in der Firmenzentrale von Abt in Kempten vorbereitet und auf den Rennstrecken zentral zum Einsatz gebracht. Neben der Technik kümmerten sich die Allgäuer Markenpokal-Spezialisten auch um das Fahrercoaching, der aus Nachwuchspiloten und prominenten Gaststartern bestehenden Teilnehmerfelder.
Die von Abt Sportsline durchgeführten Markenpokale waren im Detail: 1998–2003 der Volkswagen ADAC Touring Junior Cup, gefahren mit VW Lupo GTI (92 kW/125 PS). Dem folgte 2004–2009 der ADAC Volkswagen Polo Cup nach Vorbild des Polo-Cup aus den 1980er Jahren. Ausgetragen wurde die Neuauflage mit einer 110 kW (150 PS) starken Polo-Rennversion. 2010–2014 schickte Volkswagen in seinem Scirocco R-Cup ebenfalls für alle Starter technisch identische Fahrzeuge in den Wettbewerb. Motorisiert waren die bis zu 210 kW (285 PS) starken Tourenwagen mit Bio-Erdgas verbrennenden Triebwerken. Im Audi Sport TT Cup (Foto oben) gingen 2015–2017 zuletzt maximal 250 kW (340 PS) leistende Audi TTS Coupés mit einheitlicher Technik ins Rennen.
Teilnehmer beim Seat Leon Supercopa Deutschland Als eigenständiges Team ging Abt Sportsline 2004 und 2005 in einem Markenpokal an den Start. Im 2004 neu eingeführten Seat Leon Supercopa waren die Allgäuer mit fünf der baugleichen Tourenwagen (185 kW/252 PS) der Volkswagen-Tochter Seat am Start und schafften mehr Siege und Podestplätze als jeder andere Teilnehmer. Peter Terting, bei Abt Sportsline einst Kfz-Auszubildender und 2002 Champion des Lupo-Cup, wurde Vizemeister. 2005 holte Bastian Kolmsee mit Abt Sportsline die meisten Saisonsiege und wurde ebenfalls Zweiter der Gesamtwertung.
DTM 2000 Abt Sportsline stieg 2000 in die wiederbelebte DTM ein und trat als Privatteam gegen die Werksmannschaften von Mercedes-Benz und Opel an. Die Zustimmung, an den DTM-Rennen teilnehmen zu dürfen, bekam Teamchef Hans-Jürgen Abt erst am 31. Januar 2000 von dem Veranstalter ITR e. V.Mark Schneider, „115 Jahre Abt“
Während Opel und Mercedes bereits mit den neuen Autos testeten, begann Abt Sportsline gerade mit der Entwicklung des Abt-Audi TT-R. Aufgebaut wurden die vier Einsatzfahrzeuge bei der britischen Firma Foss-Tech.Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 2000“ Der Sohn des Firmenchefs, James Thompson, erhielt für die Saison ein Cockpit. Christian Abt und Kris Nissen gehörten wie zu STW-Zeiten ebenso zum Fahrerkader. Als weitere Verstärkung wurde der mehrfache STW-Meister Laurent Aïello verpflichtet.
Die in nur 100 Tagen auf die Räder gestellten TT-R rollten in den ersten Rennen hinterher. Erst am drittletzten Rennwochenende in Oschersleben gab es erste Punkte. Begünstigt durch den Ausfall des halben Feldes fuhren Aiello, Thompson, Abt und Nissen auf die Plätze 5, 9, 10 und 11. Auch bei den beiden letzten Veranstaltungen des Jahres gab es Punkte. Da Christian Abt wegen einer Terminüberschneidung mit dem 24h-Rennen in Le Mans nicht am zweiten Rennwochenende in Oschersleben teilnehmen konnte, holte Hans-Jürgen Abt als versöhnende Geste Roland Asch ins Team, ebenjenen Piloten, der seinen Bruder fast um den STW-Titel im Vorjahr gebracht hätte.
Fahrerkader: Christian Abt (19. Platz), Laurent Aiello (16. Platz), Roland Asch (nur Oschersleben I, keine Punkte), Kris Nissen (keine Punkte), James Thompson (18. Platz)
Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 450 PS, 1.100 kg)
2001 Mit verjüngtem Fahrerkader ging Abt Sportsline in seine zweite DTM-Saison. Der damals 19-jährige Martin Tomczyk absolvierte sein erstes Rennen überhaupt im Tourenwagen. Zweiter Neuzugang war der 23-jährige Schwede Mattias Ekström, der bereits ein STW-Rennen für die Allgäuer absolviert hatte. Sie bildeten mit Christian Abt und Laurent Aiello das Fahrerquartett. Nicht mehr dabei waren Kris Nissen und James Thompson.
Auch der TT-R wurde signifikant modifiziert. Auffälligste Änderung war das um 20 Zentimeter verlängert Heck. Das Auto war so im Grenzbereich besser beherrschbar.Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 2001“ Beim zweiten Rennen des Jahres errang Abt Sportsline auf dem Nürburgring durch Laurent Aiello seinen ersten DTM-Sieg. Als die DTM im Sommer in die Eifel zurückkehrte, siegte der Franzose erneut. Im Lauf danach auf dem A1-Ring in Österreich wurde er Zweiter. Außerdem holten Aiello wie auch Abt zwei Pole-Positions. Abt erkämpfte des Weiteren einen Sieg im Qualifikationsrennen in Zandvoort. Mit diesen Erfolgen überflügelte das Privatteam die Werksmannschaft von Opel in den Tabellen für Fahrer und Teams.
Fahrerkader: Christian Abt (10. Platz), Laurent Aiello (5. Platz), Mattias Ekström (8. Platz), Martin Tomczyk (13. Platz)
Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 450 PS, 1.080 kg)
2002 miniatur|Abt-Audi TT-R von Laurent Aïello auf dem Sachsenring 2002 Mit fünf modifizierten 2001er-Autos (auffälligste Neuerung ist ein Doppelflügel am Heck)Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 2002“ ging Abt Sportsline ins dritte DTM-Jahr. Neben Christian Abt, Laurent Aiello, Mattias Ekström und Martin Tomczyk komplettierte der ehemalige Formel-1-Pilot Karl Wendlinger aus Österreich das Quintett. Die Saison begann mit einem Doppelsieg in Hockenheim. Damit führte Abt Sportsline erstmals die DTM-Tabellen an. Auch der zweite Lauf in Zolder endete mit einem Doppel-Erfolg. Bei insgesamt neun der zehn Rennen jubelte mindestens ein Abt-Pilot auf dem Podium. Mit den meisten Siegen, den meisten Quali-Rennsiegen, den meisten Pole-Positions (je 4) und den meisten schnellsten Rennrunden (3) wurde Laurent Aiello Meister.
Fahrerkader: Christian Abt (7. Platz), Laurent Aiello (1. Platz), Mattias Ekström (3. Platz), Martin Tomczyk (9. Platz), Karl Wendlinger (13. Platz)
Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 455 PS, 1.080 kg)
2003 Das vierte DTM-Jahr war das letzte für Abt Sportsline als Privatteam. Ziel war es, den Titel zu verteidigen. Dafür wurde das Fahreraufgebot um eine weitere Person verstärkt. Nicht Stars wie Eddie Irvine und Ricardo Zonta, die sich nach Angaben des Teams um einen Platz im DTM-Cockpit bemüht hatten, bekamen den Zuschlag, sondern ein Kfz-Lehrling von Abt: der 19 Jahre alte Peter Terting.
Trotz erweiterten Fahrerkaders gelang Abt Sportsline 2003 nur ein einziger Sieg. Laurent Aiello triumphierte einmal mehr auf dem Nürburgring. Ein Grund für das mittelmäßige Abschneiden war eine Beschneidung der Aerodynamik durch das Reglement.Andre Dietzel, „Tourenwagen Story 2003“ Der Heckflügel des TT-R musste um 4 Zentimeter abgesenkt werden, die Konkurrenz von Opel und Mercedes durfte die Leitwerke ausfahren. Ein weiterer Schwachpunkt war der Motor des TT-R, der weniger Leistung hatte, als die Konkurrenz-Aggregate.
Fahrerkader: Christian Abt (12. Platz), Laurent Aiello (6. Platz), Mattias Ekström (4. Platz), Peter Terting (15. Platz), Martin Tomczyk (17. Platz), Karl Wendlinger (16. Platz)
Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 455 PS, 1.080 kg)
2004 Nach dem Einstieg von Audi in die DTM wurde Abt Sportsline (neben Joest Racing) eines von zwei Werksteams der Ingolstädter. Wie auch Opel und Mercedes-Benz wechselte das Audi-Lager vom Coupé zur Limousine. Der A4 DTM ersetzte den TT-R. Abt Sportsline wurde wegen seiner Erfahrungen in der DTM maßgeblich in die Entwicklung des neuen Autos mit eingebunden. Der A4 war vom Konzept her auf maximalen Abtrieb ausgelegt, Top-Speed spielte eine untergeordnete Rolle.Andre Dietzel, „Tourenwagen Story 2004“