mini|Anja Karliczek (2014) klasse=notpageimage|rahmenlos|hochkant|zentriert|Unterschrift von Anja Karliczeks, 2019 Anja Maria-Antonia Karliczek (geborene Kerssen; * 29. April 1971 in Ibbenbüren); abgerufen am 21. September 2013zum vollständigen Namen vgl. Sonderheft: Die Wahlbewerber für die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag 2013. Informationen des Bundeswahlleiters, Wiesbaden 2013, S. 93 und 201 () ist eine deutsche CDU-Politikerin. Vom 14. März 2018 bis zum 8. Dezember 2021 war sie Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) im Kabinett Merkel IV.sueddeutsche.de vom 26. Februar 2018: Karliczeks Ernennung ist ein Signal - aber ein falsches (Kommentar) Bei den Bundestagswahlen 2013, 2017, 2021 und 2025 errang Karliczek im Wahlkreis Steinfurt III das Direktmandat.Irja Most: Karliczek siegt im Wahlkreis Steinfurt III. von ivz-aktuell.de (Ibbenbürener Volkszeitung) vom 22. September 2013 (registrierungspflichtig); abgerufen am 22. September 2013, abgerufen am 24. September 2017 auf kreis-steinfurt.de

Leben mini|Video-Vorstellung (2014)

Anja Karliczek wuchs mit zwei Brüdern in Brochterbeck auf, wo ihre Familie seit 1902 ein Hotel betreibt.Profil beim CDU-Stadtverband Tecklenburg; abgerufen am 21. September 2013

Nach dem Abitur 1990 absolvierte sie in Osnabrück eine zweijährige Ausbildung zur Bankkauffrau und wurde dort als Angestellte übernommen. Ab 1993 folgte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau mit anschließendem Erwerb der Ausbildereignung im familieneigenen Hotelbetrieb. Ab 1994 war sie als leitende Angestellte in dem von ihren Brüdern geführten Hotel tätig.

Karliczek ist seit 1995 mit dem Piloten Lothar Karliczek verheiratet. Das Ehepaar hat drei Kinder und wohnt im Tecklenburger Ortsteil Brochterbeck.Wahl 2013: Gebürtige Ibbenbürenerin Anja Karliczek will in den Bundestag, Interview von Peter Henrichmann mit Anja Karliczek. In: Ibbenbürener Volkszeitung, vom 27. Januar 2013 (registrierungspflichtig) mit Video beim Lokalfernsehen mazzTV; abgerufen am 22. September 2013 Karliczek ist römisch-katholisch.

Ab 2003 absolvierte Karliczek ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität in Hagen, das sie 2008 als Diplom-Kauffrau abschloss.

Politik mini|Anja Karliczek mit MdL Wilfried Grunendahl (links) und MdEP Markus Pieper während ihres Bundestagswahlkampfs 2013 bei einer CDU-Veranstaltung des Ortsverbands Mettingen. Lokalpolitik und Ehrenämter Anja Karliczek trat 1998 über die Junge Union in die CDU ein. Seit 2004 gehörte sie dem Rat der Stadt Tecklenburg an. In ihrer ersten Wahlperiode hatte sie dort den Vorsitz des Ausschusses für Familie, Senioren und Soziales inne. Überörtlich stand sie von 2004 bis 2010 der Verbandsversammlung des Volkshochschul-Zweckverbandes Lengerich vor.N.N. (Pressemitteilung): Reiner Deutsch übernimmt Vorsitz. In: Westfälische Nachrichten, vom 14. Januar 2010; abgerufen am 22. September 2013 Nach ihrer Wiederwahl 2009 war sie zunächst stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, bevor sie 2011 zur Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde.N.N. (Pressemitteilung): Anja Karliczek führt die CDU-Fraktion. In: Westfälische Nachrichten, Online-Fassung vom 27. Februar 2011; abgerufen am 22. September 2013 Diese Funktion hatte sie bis zur Niederlegung ihres Amtes Ende 2014 inne. Seit Anfang 2011 ist sie in der Nachfolge Wilfried Grunendahls Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Tecklenburg.Anja Karliczek führt als neue Vorsitzende den CDU-Stadtverband Tecklenburg, Bericht des CDU-Stadtverbands Tecklenburg vom 19. Januar 2011; abgerufen am 22. September 2013

Auf dem CDU-Bundesparteitag am 22. Januar 2022 kandidierte sie auf Vorschlag des nordrhein-westfälischen Landesverbandes für den Bundesvorstand der Partei, erhielt jedoch lediglich 42,98 Prozent der Stimmen und wurde damit nicht gewählt.

Deutscher Bundestag Bei der Kandidatur für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Steinfurt III setzte sich Anja Karliczek Ende 2012 innerhalb der CDU gegen zwei andere Kandidatinnen durch.Achim Giersberg: Knapper Vorsprung für Anja Karliczek. CDU kürt Bundestagskandidatin für Steinfurt III. In: Westfälische Nachrichten vom 10. Dezember 2012, Online-Fassung vom 9. Dezember 2012; abgerufen am 22. September 2013 Im Wahlkampf legte sie ihre Schwerpunkte auf Wirtschafts- und Mittelstands- sowie Familienpolitik und sprach sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Mütterrente aus.Karliczeks politische Schwerpunkte in ihrer Internetpräsenz; abgerufen am 22. September 2013N.N. (Pressemitteilung): Wahlkampf – Die Kandidatin Anja Karliczek: Für Mütterrente und Bildung. In: Westfälische Nachrichten, vom 25. Juli 2013; abgerufen am 22. September 2013 Bei der Bundestagswahl 2013 erhielt Karliczek 47,9 Prozent der Erststimmen und gewann das Direktmandat.Wahlkreisergebnisse Bundestagswahl 2013 Wahlkreis 128

Im Januar 2017 wurde Anja Karliczek zur Parlamentarischen Geschäftsführerin gewählt und trat damit die Nachfolge von Michaela Noll an, die zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gewählt worden war.

Zur Bundestagswahl 2017 trat Karliczek erneut für die CDU in ihrem Wahlkreis an und gewann das Direktmandat mit 44,77 % der Erststimmen., abgerufen am 24. September 2017 auf kreis-steinfurt.de

Mit einem Ergebnis von 34,0 % der Erststimmen gewann sie auch bei der Bundestagswahl 2021 ihren Wahlkreis.

Bei der Bundestagswahl 2025 gewann Karliczek mit 37,9 % der Erststimmen erneut das Direktmandat in ihrem Wahlkreis. Im Mai 2025 wurde sie zur Vorsitzenden des Tourismusausschusses gewählt.

Bundesministerin und Kritik Im März 2018 wurde Anja Karliczek zur Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Merkel IV ernannt. Der Spiegel und andere Medien vermuteten, dass sie das Amt bekommen habe, „weil sie eine Frau und katholisch ist – und aus Nordrhein-Westfalen kommt“. Ihrer eigenen Fachfremdheit – Karliczek hatte sich bis dahin vorwiegend mit finanzpolitischen Fragen beschäftigt – wollte sie nach eigener Aussage damit begegnen, „die richtigen Fragen zu stellen“.

Im Juni 2018 wurde Karliczeks Äußerung in einem Interview mit der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft kritisiert, sie habe einen Artikel „Was ist ein Algorithmus?“ in der Zeitungsbeilage Prisma als „hilfreich“ empfunden, denn „viele Forscher und Akademiker gebrauchen ständig Begrifflichkeiten, von denen sie sich nicht vorstellen können, dass sie für andere eben nicht Alltag sind. Und die anderen trauen sich oft schon gar nicht mehr zu fragen.“„Kennen Sie »Prisma«, diese Zeitungsbeilage? Die liegt bei uns zu Hause, und da habe ich neulich einen Artikel gelesen, Titel: Was ist ein Algorithmus? Den fand ich hilfreich. Viele Forscher und Akademiker gebrauchen ständig Begrifflichkeiten, von denen sie sich nicht vorstellen können, dass sie für andere eben nicht Alltag sind. Und die anderen trauen sich oft schon gar nicht mehr zu fragen.“ aus »Mich ärgert, dass ein Tag schnell rum ist« (Interview auf spektrum.de vom 11. Juni 2018), abgerufen am 15. Dezember 2018.Bundesbildungsministerin Anja Karliczek irritiert die Universitäten. In: Der Tagesspiegel, 20. Juli 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018 Dies wurde bisweilen so aufgefasst, als habe sie selbst erst durch Lektüre des Artikels verstanden, was Algorithmen seien.Warum Anja Karliczek derzeit so viel Kritik einstecken muss. In: Südwest Presse, 23. November 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018

Für Kontroversen sorgte Karliczek im November 2018 mit mehreren umstrittenen Äußerungen. So kritisierte sie in einem Interview mit dem Sender n-tv die Art, wie der Beschluss zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland herbeigeführt wurde, und erklärte den Bedarf an einer Langzeitstudie zur Entwicklung von Kindern in homosexuellen Partnerschaften. Es sei eine „spannende Forschungsfrage“, dieses Thema „wirklich langfristig zu erörtern“.Klamroths Konter: Karliczek für Studie zu Kindern in Homo-Ehen In: n-tv, 20. November 2018 Diese Forderung führte zu heftiger Kritik, da diese Studien bereits lange in umfangreichem Maße vorlägen.Kritik an Karliczek wegen Äußerungen zur Ehe für alle In: Der Tagesspiegel, 22. November 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018

Zum Ausbau des Mobilfunkstandards 5G sagte Karliczek der FAZ, dass 5G „nicht an jeder Milchkanne notwendig“ sei, und erklärte: „Wir brauchen jetzt erst einmal eine Grundausstattung 4G.“Superschneller Mobilfunk: „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. November 2018 Dafür wurde sie unter anderem vom Deutschen Bauernverband, von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und der späteren CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) kritisiert.TKG | Union und SPD sind für nationales Roaming durch ein Gesetz. In: golem.de, 23. November 2018, abgerufen am 15. Dezember 20185G nicht an jeder Milchkanne? Althusmann widerspricht Karliczek. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 25. November 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) kritisierte die Pläne Karliczeks, neue Bezeichnungen für Berufsabschlüsse mit den Titeln „Berufsspezialist“, „Berufsbachelor“ und „Berufsmaster“ einzuführen. Es bestehe die Gefahr, dass „diese Bezeichnungen mit Hochschulabschlüssen verwechselt“ würden, so der HRK-Präsident Peter-André Alt. Abschlussbezeichnungen müssten „transparent und eindeutig“ sein und dürften „nicht zu Verwechslungen führen“.„Berufsmaster“? – Davon halten die Hochschulen gar nichts. In: Die Welt, 18. November 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018Kommt jetzt der Metzgermaster?. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. November 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018

Im Februar 2019 entgegnete sie in einem Interview mit dem Spiegel auf den Hinweis, dass die damals geplante Erhöhung der Wohngeldpauschale von 250 auf 325 Euro beim BAföG in Städten wie Hamburg, Köln oder München trotzdem kaum für ein Zimmer reichen wird: „Man muss ja nicht in die teuersten Städte gehen.“

Karliczek äußerte im Februar 2019, jeder technologische Fortschritt habe sich hinter dem christlichen Menschenbild einzureihen.

Im Juni 2019 entschied das von ihr geführte Bundesministerium, ein Forschungszentrum für Batterieentwicklung in Münster mit 500 Millionen Euro zu fördern. Karliczek wurde vorgeworfen, Münster ausgewählt zu haben, da sich die Stadt in unmittelbarer Nähe zu ihrem Wahlkreis Ibbenbüren befindet. Der Bundesrechnungshof kritisiert, dass im „Laufe des Verfahrens […] dem Land Nordrhein-Westfalen mehrfach wesentliche Informationen bereitgestellt worden [seien], die den weiteren Bewerbern erst sehr viel später zur Verfügung gestellt worden sind.“

Während der Corona-Pandemie 2020 wurde Karliczek dafür kritisiert, dass sie sich gegen eine BAföG-Öffnung für Studenten aussprach, deren Nebenjobs wegen der Pandemie wegfielen. In einem Brief an die Kultusministerkonferenz begründete sie ihre Ablehnung damit, dass das dafür notwendige parlamentarische Gesetzgebungsverfahren zu lange dauere. Diese Zeit habe man nicht. Grünen-Politiker Kai Gehring kommentierte: „Karliczek will Studierende sehenden Auges in die Pleite schicken, die coronabedingt finanziell am Ende sind.“

Im Herbst 2020 urteilte der Bundesrechnungshof, Milliarden an Steuergeldern seien unter anderem an Hochschulen zweckwidrig verwendet worden. Außerdem habe das BMBF unter Karliczek versäumt, im Hochschulpakt Haftung und Rückzahlungsverpflichtungen zu regeln. Auch der Hochschulpakt-Nachfolger, der Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken, beinhaltet laut Antwort des BMBF auf eine Kleine Anfrage keine solchen Regelungen. Dafür wurde Karliczek kritisiert.