Der Nord-Krim-Kanal (; ) ist ein 402,6 km langer Kanal im Süden der Ukraine und diente bis 2014 und dann in Folge wieder seit 2022 zur Bewässerung der Krim.Euromaidanpress: Occupied Crimea is running out of water. Veröffentlicht am 20. Juli 2017; abgerufen am 22. Juli 2017.Угроза засыхающего Крыма (Die Gefahr der Austrocknung der Krim), veröffentlicht am 29. Juni 2017, abgerufen am 19. November 2018.Analyse: Russische Infrastrukturprojekte auf der Krim ... Wasserversorgung, 23. Mai 2018 von: Julia Kusznir, bpb SWP 22. August 2018Ukraine: Wasserversorgung zur Krim wird nach Ende der Okkupation wieder aufgenommen. 10. September 2018 Ukraine-JournalDam leaves Crimea population in chronic water shortage. by Mansur Mirovalev, 4 Jan 2017, Al Jazeera Media NetworkWater supply to Crimea completely blocked after building new Ukrainian dam. 1 May 2017, 112|112.UA News AgencyUkraine shuts off water flow to Crimea with new dam. Monday, May 1, 2017, UAWireUnprecedented Water Crisis in Annexed Crimea. 9. Mai 2017, Hromadske UA Seit der Zerstörung des Kachowka-Staudamms am 6. Juni 2023 und Abfluss des Kachowka-Stausees, woraus der Kanal gespeist wurde, leidet der Kanal und damit die Bewässerung der Krim-Landwirtschaft unter erheblichem Wassermangel.
Verlauf Der Nord-Krim-Kanal beginnt bei Nowa Kachowka in der Oblast Cherson am zum Kachowkaer Stausee angestauten Dnepr, verläuft danach durch den Süden der Oblast Cherson und über die Landenge von Perekop, anschließend durch den Norden der Krim über Sowjetskyj bis nach Kertsch im Osten der Halbinsel.
Technische Daten Der Nord-Krim-Kanal ist 402,6 km lang, seine maximale Tiefe beträgt 6 Meter und seine durchschnittliche Breite liegt bei 10 bis 15 Metern.Geschichte des Kanals auf istpravda.com.ua, abgerufen am 30. September 2014.
Das Kanalsystem hat eine Gesamtlänge von 1500 km und ist das größte und komplexeste Bewässerungssystem Europas. Der Kanal hat eine maximale Kapazität von 380 m³/s und leitet über 1,2 Mrd. m³ Wasser pro Jahr auf die Krim.
Nutzung Die der Krim zugeführte Wassermenge deckte 85 % des gesamten Wasserverbrauchs der dortigen Bevölkerung.Bericht über den Kanal. (ukrainisch) Durch den Bau des Kanals konnten über 270.000 Hektar der – aufgrund geringer Niederschläge – bis dahin wasserarmen Steppe bewässert werden.
Im Landesinnern der Krim wurde die Wasserversorgung durch den Kanal von Krasnohwardijske übernommen, der bei Dschankoj abzweigt und Wasser in den Westen der Halbinsel leitet. Webseite der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Geschichte Die Krim gehört zu den Regionen mit den geringsten eigenen Wasserreserven Europas. 1961 begann die Sowjetunion mit dem Bau des Kanals, der die Wasserversorgung der Krim sichern sollte. 1963 führte der Kanal bereits Wasser bis nach Krasnoperekopsk im Norden und 1965 bis zur Stadt Dschankoj im Zentrum der Krim. 1971 wurde die Stadt Kertsch erreicht. Die offizielle Inbetriebnahme folgte im Dezember 1976.. Ekologiya i Mir (Crimean Republican Association)Bericht in Neues Deutschland vom 1. Januar 1976 (Abgerufen am 22. September 2013)
Nach der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 riegelte die Ukraine im April 2014 den Kanal ab, der 85 Prozent des Frischwasserbedarfs der Halbinsel abdeckte. Die Ukraine begründete dies mit Vertragsverletzungen infolge der Annexion.
Im April 2017 stellte die Ukraine einen neuen Staudamm () am Nord-Krim-Kanal fertig, der die Krim vom ukrainischen Wassersystem komplett abschnitt.Analyse: Russische Infrastrukturprojekte auf der Krim – eine Bestandsaufnahme, siehe „Wasserversorgung“, bpb, 23. Mai 2018, Julia Kusznir Die in hohem Maße von der Wasserzufuhr aus dem Dnepr abhängige Landwirtschaft auf der Krim hatte seitdem mit Wassermangel zu kämpfen. In den ersten Tagen des Überfalls auf die Ukraine 2022 stellten russische Soldaten die Wasserzufuhr wieder her, indem sie den von der Ukraine 2014 errichteten Damm sprengten. Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms am 6. Juni 2023 ist damit zu rechnen, dass der Kanal erneut trockenfällt, weil der Kachowkaer Stausee () die einzige Wasserquelle des Kanals ist.
Weblinks
Artikel und Bilder zum Nord-Krim-Kanal Hydrographie der Krim Einzelheiten zum Kanalsystem im letzten Absatz Geschichte des Kanals
Einzelnachweise
Kategorie:Kanal in der Ukraine KNordkrimkanal Kategorie:Gewässer in der Oblast Cherson Kategorie:Bauwerk auf der Krim Kategorie:Autonome Republik Krim Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Kanal in Europa