Hitman ist eine Stealth-Videospiel-Serie des dänischen Entwicklerstudios IO Interactive. Sie handelt von dem im Genlabor erschaffenen Auftragsmörder Agent 47, dessen Fähigkeiten darauf ausgerichtet sind, emotionslos und zielgerichtet zu töten. Er wird lediglich mit dem Codenamen 47 oder als Agent 47 bezeichnet, in einzelnen Missionen trägt er Decknamen wie Tobias Rieper oder Herr Metzger. In den Spielen kann man von der standardmäßigen Third-Person-Perspektive zur Egoperspektive wechseln.

Anfang 2023 wurde Hitman 3 in Hitman: World of Assassination umbenannt. In dem Zuge wurden die ersten beiden Teile des Reboots aus dem Verkauf genommen.

Beschreibung Mit dem ersten Teil der Hitman-Serie erschien im Jahr 2000 ein neuer Typus eines Computerspiel-Protagonisten: Der Spieler schlüpft in die Rolle eines glatzköpfigen Auftragskillers, der buchstäblich nur dazu geboren wurde, für Geld zu töten.

Fans der Spielreihe betonen die Stealth-Komponente: Die beste Wertung für eine Mission wird vergeben, wenn so wenig wie möglich (am besten gar keine) Schüsse aus einer Waffe abgefeuert werden und 47 bis zum Ende der Mission unentdeckt bleibt. Sie sehen den Reiz der Spielserie vor allem in der großen Handlungsfreiheit, mit der man auf diese Weise die Einsatzziele erreichen kann, das heißt, dass bei den meisten Missionen eine Vielzahl von Lösungswegen möglich ist, bei der das Ziel lautlos ausgeschaltet werden kann, sodass keine anderen Spiel-Charaktere (Unschuldige oder selbst Leibwächter der Zielperson) zu Schaden kommen.

Kritiker heben neben der fragwürdigen Thematik des Auftragmordens die Shooter-Komponente hervor: Wie bei klassischen Ego-Shootern (Half-Life, Quake) ist die Simulation von Massenmord durch wildes Umsichschießen möglich – in den meisten Missionen wird auf diesem Weg schneller das Einsatzziel und damit der Übergang zur nächsten Mission erreicht, auch wenn das Spiel dies durch sehr schlechte Bewertung des Spielers ahndet. Jedoch macht vor allem die nüchterne und detaillierte Darstellung mitunter qualvoller Mordszenarien (zum Beispiel Foltertod durch Stromschläge oder Hitzetod in einer verschlossenen Sauna) Hitman zu einer umstrittenen Computerspielreihe, die erst ab Erreichen der Volljährigkeit legal erworben werden darf. Der erste Teil der Hitman-Reihe wurde in Deutschland indiziert und durfte nicht mehr öffentlich beworben, Minderjährigen vorgeführt oder verkauft werden, die Teile 2, 3 und 4 erhielten keine Jugendfreigabe. Am 28. September 2012 gab Square Enix bekannt, dass die BPjM auf Anfrage des Publishers Hitman: Codename 47 von der Liste jugendgefährdender Medien gestrichen hat und die Indizierung damit aufgehoben wurde.

Im November 2004 war das Spiel Hitman: Contracts Gegenstand eines Berichts des ZDF-Nachrichtenmagazins Frontal21 über Gewalt in Computerspielen und deren Auswirkungen auf Jugendliche. Dabei wurde das Spiel anhand der Intro-Mission Nachspiel im Sanatorium aus der beschriebenen Sicht der Kritiker dargestellt.

Neben einer Klaviersaite als Würgeschlinge (Garrotte), teilweise schallgedämpften Pistolen (Beretta, Colt M1911, AMT Hardballer) und Scharfschützengewehren können in Hitman viele weitere Waffen eingesetzt werden: Maschinen- und Sturmgewehre wie AK-47, M4 und M60, Maschinenpistolen wie Micro-Uzi und MP5 sowie Pumpguns und Messer. Des Weiteren können, meist missionsgebunden, Nutzgegenstände wie Golfschläger, Axt, Fleischerhaken oder Kopfkissen als Mordinstrument verwendet werden. In Hitman: Absolution werden verstärkt Hände, Beine und Füße als Waffe eingesetzt.

VeröffentlichungTitelPlattform(en)AbsatzHitman: Codename 47Microsoft Windows553.000 Einheiten (Stand 30. Juni 2006) Seite 4 (englisch), PDF-Datei, abgerufen am 14. Dezember 2015.Hitman 2: Silent AssassinMicrosoft Windows, GameCube, PlayStation 2, Xbox3,6 Millionen Einheiten (Stand 30. Juni 2006)Hitman: ContractsMicrosoft Windows, PlayStation 2, Xbox1,9 Millionen Einheiten (Stand 30. Juni 2006)Hitman: Blood MoneyMicrosoft Windows, PlayStation 2, Xbox, Xbox 3601,4 Millionen in den Handel ausgelieferte Exemplare im Geschäftsjahr 2006hemscott.com: Jahresbericht 2006, S. 9 (englisch), PDF-Datei, abgerufen am 24. Januar 2008. SCi Entertainment Group Plc, Annual report and accounts 2006.Hitman: AbsolutionMicrosoft Windows, OS X, PlayStation 3, Xbox 3603,6 Millionen Einheiten (bis Ende 2013)Hitman: HD TrilogyPlayStation 3, Xbox 360Hitman GoMicrosoft Windows, Linux. PlayStation 4, PlayStation Vita, iOS, Android, Windows 10 MobileHitmanMicrosoft Windows, OS X, Linux, PlayStation 4, Xbox One13. November 2018Hitman 2Microsoft Windows, PlayStation 4, Xbox One11. Januar 2019Hitman HD Enhanced CollectionPlayStation 4, Xbox One20. Januar 2021Hitman 3Microsoft Windows, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series, Google Stadia Nintendo Switch

Hauptreihe

Einzelspiele

Hitman: Codename 47

Neben der Bereicherung des Third-Person-Shooter-Genres setzte der erste Hitman-Teil noch aus anderer Sicht Maßstäbe im Bereich Computerspiel-Grafik: So war Hitman: Codename 47 eines der ersten Spiele, in der die Simulation der Bewegungsabläufe toter oder bewusstloser Spielfiguren durch eine Ragdoll-Engine erzeugt wird. Die realistische Darstellung von Leichen ist, wie auch bei anderen Spielen, in der die Ragdoll-Physik implementiert wurde, einer der Gründe für die Umstrittenheit der Hitman-Reihe. Daher wurde Hitman: Codename 47 auch als einziger Teil der Reihe indiziert. Es konnte nicht während einer Mission gespeichert werden, erst in späteren Hitman-Teilen wurde eine Speicherfunktion integriert. Die Indizierung des Titels wurde 2012 aufgehoben.

Hitman 2: Silent Assassin

47 hat sich in ein sizilianisches Kloster abgesetzt, um über seine Vergangenheit als Auftragsmörder nachzudenken. Seine einzige Vertrauensperson ist der Priester des Klosters, der von der ansässigen Mafia entführt wird. Um Informationen über den Verbleib des Priesters zu bekommen, nimmt 47 erneut Kontakt zu seinem früheren Arbeitgeber (International Contract Agency (ICA), auch genannt: „Die Agentur“) auf.

Hitman 2 konnte signifikante Verbesserungen zu seinem Vorgänger aufweisen: Neben einer detaillierteren Grafik wurde der Wechsel zwischen Egoperspektive und Third-Person-Perspektive realisiert. Die Schleichkomponente wurde durch Anzeige eines „Verdacht-Pegels“ verbessert, der ansteigt, wenn der Spieler sich auffällig verhält (schnelles Laufen, Waffe ziehen, unpassende Verkleidung). Des Weiteren wurde das „Silent Assassin“-System eingeführt, welches das Verhalten des Spielers je Mission bewertet: Bei äußerst aggressiver Bewältigung der Mission kann der Spieler die schlechteste Bewertung „Massenmörder“ erhalten. Die höchste Bewertung „Lautloser Killer“ (daher auch der Name Silent Assassin) wird in der Regel nur vergeben, wenn 47 bis zum Ende des Einsatzes getarnt bleibt (keine Entlarvungen oder Alarme) und außer der Zielperson maximal eine weitere feindliche Person getötet wird. Im Gegenzug wurde jedoch das Bezahlungssystem aus dem ersten Hitman-Teil herausgenommen. Hier wurde eine unauffällige Ausführung eines Auftrages besser entlohnt als ein Auftrag mit Enttarnungen oder hoher Aggressivität.

Eine weitere Neuerung in Hitman 2 ist die Betäubung von Personen mit Chloroform. Wie schon im ersten Teil ist die Verkleidung ein wesentliches Spielelement in Hitman 2.

Schwächen des Spiels sind unter anderem in der KI der Gegner zu finden: In einem Raum mit nur einer Tür laufen Gegner hintereinander ins Visier des Spielers. Des Weiteren schießen sich Gegner in den Rücken, wenn sie hintereinander stehen.

Für den Soundtrack arbeitete der dänische Komponist Jesper Kyd mit dem Budapester Symphonieorchester zusammen.

Hitman: Contracts

In einem Hotelzimmer befindet sich der verletzte 47 und erinnert sich in Flashbacks an frühere Aufträge zurück. Der Spieler übernimmt die Rolle in diesen Aufträgen, während die Rahmenhandlung im Hotelzimmer von Videosequenzen zwischen den Missionen getragen wird. Die Missionen selbst hängen nur teilweise inhaltlich zusammen.

Das Ambiente ist düster gehalten. Die Aufträge spielen fast alle bei Nacht, oft regnet oder schneit es. Einige Spieler empfanden die Grafik als trist. Vier der zwölf Level sind ein Remake der Hongkong-Einsätze aus Hitman: Codename 47. Alle Missionen können, ausreichend spielerische Erfahrung vorausgesetzt, ohne einen Schuss aus einer Waffe absolviert werden.

Im Bereich Grafik gab es nur marginale Verbesserungen, unter anderem die Realisierung von Spiegeleffekten und eines Post Filters, der dem 3D-Hintergrund einen diffusen, nebelartigen Anschein gibt. Außerdem wurde ein Zeitlupeneffekt hinzugefügt, welcher kurz vor dem Tod des Agenten 47 in Erscheinung tritt.

Die Musik, vornehmlich ruhige Soundtracks mit Synthesizerklängen, wurde erneut von Jesper Kyd komponiert. Der künstlerische Wert seines opulenten Meisterwerks aus dem zweiten Teil sei dabei nicht erreicht, beanstandeten Kritiker.

Spieltechnisch gab es wenige nennenswerte Änderungen: Die drei Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich nicht mehr nur durch Anzahl der möglichen Speicherstände und durch den Informationsgehalt des Lageplans, sondern auch durch „Skepsis-Grad“ gegnerischer Personen. Des Weiteren wird die Inventarauswahl nicht mehr durch Begriffe, sondern durch 3D-Objekte dargestellt. Die Betäubung durch Chloroform wurde durch eine Betäubungsspritze ersetzt.

In der Presse erreichte das Spiel gute Wertungen, bemängelt wurden jedoch die spärlichen Verbesserungen und Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger.

Hitman: Blood Money

Anfang November 2004 kündigte Eidos Interactive den vierten Teil von Hitman für das Frühjahr 2005 an. Das damals erste offizielle Artwork zeigt den Hitman vor einer großen „CASINO“-Leuchtreklame, was bereits darauf schließen ließ, dass Las Vegas ein Einsatzort sein würde. Tatsächlich spielt Blood Money in New Orleans, Las Vegas, Chile, Paris, San Diego, auf dem Mississippi River, in den Rocky Mountains und im Weißen Haus.

Zu den wichtigsten angekündigten Neuerungen dieses Titels gehört, dass die Vorgehensweise von 47 großen Einfluss auf folgende Missionen haben wird („Bekanntheits-System“): Je unbeherrschter er in seinen Missionen vorgeht, umso bekannter wird 47 und findet sich über kurz oder lang in diversen Zeitungsberichten wieder. Natürlich erschwert diese Publicity seinen Beruf als lautloser Killer. Umgekehrt gilt: Je geschickter und unauffälliger er sich bei einem Auftrag verhält, desto ahnungsloser werden die Gegner beim nächsten Auftrag sein. In Anlehnung an das Bezahlsystem aus dem ersten Hitman-Teil erhält 47 für erledigte Jobs eine Prämie, die er für Ausrüstung und Waffen-Upgrades oder für Informationen ausgeben kann. Das Balancing lässt hierbei allerdings Wünsche offen – das Geldverdienen ist kein entscheidender Faktor im Gameplay. Die Bezahlung für erfolgreiche Aufträge ist so exorbitant, dass man permanent mehr als genug Geld hat, um sich Upgrades zu besorgen oder Zeugen zu bestechen. Zudem lassen sich alle Levels mit der Standardausrüstung bewältigen, es sei denn, man will sehr brutal spielen.

Im März 2005 gab Eidos im Rahmen der Veröffentlichung negativer Geschäftsergebnisse die Verschiebung des Erscheinungsdatums auf die zweite Jahreshälfte bekannt. Dieser Termin hatte bis Mitte Juli 2005 Bestand, als mitgeteilt wurde, dass der vierte Teil erst Anfang 2006 erscheinen werde. Das genaue Erscheinungsdatum war der 26. Mai 2006.

Neben der Standardverkaufsversion ist auch eine Collector’s Edition und eine kostenlose Demoversion, bei der sich das erste Level vollständig spielen lässt, verfügbar.

In Hitman: Blood Money gibt es viele Neuerungen. Die wohl einschneidendste Neuerung sind die Waffenupgrades.