Julius Söhnlein (* 28. September 1856 in Schierstein; † 6. Juni 1942 in Eberswalde) war ein deutscher Ingenieur und Erfinder, der den Zweitaktmotor entscheidend verbesserte.Siegfried Rauch: Der Zweitaktmotor im Motorradbau. In: Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI Verlag, 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 124–127Richard von Basshuysen: Ottomotoren mit Direkteinspritzung. Verfahren, Systeme, Entwicklung, Potenzial. Vieweg + Teubner Verlag 2007, ISBN 978-3-8348-0202-6. S. 406

Leben und Wirkung Der Sohn des Sektfabrikanten Johann Jacob Söhnlein beschäftigte sich schon seit seiner Kindheit mit Fahrzeugen. Schon 1873 soll er ein betriebsfähiges Motorfahrzeug gebaut haben. Ein Modell davon stand im Deutschen Museum, das jedoch 1944 durch Kriegseinwirkungen zerstört wurde.Das Automobil von Julius Söhnlein. In: Kraftfahrzeugtechnik. 10/1966, S. 395 1891 erhielt Söhnlein das D.R.P.-Patent Nr. 83210 auf einen Zweitaktmotor, bei dem durch den Arbeitskolben Einlass-, Überström- und Auslassvorgang gesteuert wurden; das Kurbelgehäuse diente als Raum für die Vorverdichtung.

Im Gegensatz zum Zweitaktmotor von Dugald Clerk, mit separater Spülpumpe und automatischen Rückschlagventilen an Einlass- und Überströmkanal, war Söhnleins Zweitaktmotor vom Arbeitskolben gesteuert und der Frischgasstrom wurde durch einen Kanal im Kolbenboden geleitet (die sogenannte „Fontänenspülung“). Julius Söhnlein selbst nutzte seine Erfindung nicht kommerziell, sein Bruder Heinrich Söhnlein (1858–1942) jedoch gründete in Wiesbaden nach der Jahrhundertwende den Hersteller „Solos“ (auch „Solos-Motorenfabrik Schierstein“) und produzierte nach den Patenten seines Bruders Zweitaktmotoren. (abgerufen am 18. September 2013) Er baute langsam- und schnelllaufende Zweitaktmotoren mit einer Leistung von 1,5 bis 12 PS (1,1 bis 9 kW), unter anderem für den Ankerspillantrieb auf Schiffen der Rheinschifffahrt. 1917 wurde die Firma aufgelöst und der Name geriet in Vergessenheit. Bis heute werden nahezu alle kleinen Zweitaktmotoren über den Arbeitskolben gesteuert und nutzen die Kolbenunterseite als Spülpumpe, aber der Name Söhnlein wird fast ausschließlich mit der Söhnlein Sektkellerei in Verbindung gebracht.

Weblinks Zweizylinder-„Solos“-Zweitaktmotor

Einzelnachweise

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