miniatur|hochkant|Kirchturm und Hauptportal Die Katholische Pfarrkirche St. Sophia ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude an der Hauptstraße der südhessischen Kreisstadt Erbach (Odenwald).

Geschichte und Architektur Der Sakralbau entstand in den Jahren 1842/43 nach Entwürfen des Baumeisters Sylvester Stockh (1774–1855) auf einem Grundstück, das von Graf Eberhard zu Erbach-Erbach der Gemeinde geschenkt worden war. Fürstin Sophie Luise Wilhelmine zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1784–1848) spendete 3.000 Gulden für den Bau, aus Dankbarkeit erhielt die Kirche das Patrozinium der Märtyrerin Sophia von Rom.

Die Kirche wurde im Rundbogenstil als schlichter Putzbau errichtet und weist einen vorgelagerten Glockenturm mit quadratischem Grundriss auf, der oberhalb des Dachs achtseitig ausgeführt ist und mit einem oktogonalen Spitzhelm abschließt. Die Fassade ist durch Werkstein-Rundbögen gegliedert.

Ausstattung mini|Innenansicht Über dem Hauptportal ist die Patronin, die Hl. Sophia von Rom mit ihren drei Töchtern Fides (Glaube), Spes (Hoffnung) und Caritas (Liebe) dargestellt.

Der Altarraum wurde 1958 von Kurt Wolfgang Zöller neu gestaltet und zeigt den wiederkommenden Christus inmitten eines vielfältig gebrochenen Strahlenkranzes, begleitet von Engeln mit Posaunen. Zöller schuf auch den Kreuzweg.

Auch die Fenster sind ein Werk von Kurt Zöller und thematisieren die Herkunft der Gemeindeglieder aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten: Erbach, Schlesien, Iglauer Sprachinsel, Pommern, Banat, Batschka, Wolynien, Ukraine, Sudetenland, Ost- und Westpreußen.

Der Tabernakel wurde 1975 von der Goldschmiedemeisterin Päule Jelich aus Iserlohn gestaltet unter Verwendung von Turmalin und Bergkristallen, die auf die Offenbarung des Johannes deuten sowie ein Elfenbeinkreuz, welches auf Erbach als Elfenbeinstadt hinweist.

Die Statuen des Hl. Antonius und der Hl. Elisabeth von Thüringen im Langhaus schuf 1920 der Bildhauer Peter Valentin aus Offenburg.Im Garten der Kirche befindet sich eine St.-Josephs-Figur aus dem Jahr 1891, die ursprünglich in der zweiten, mittlerweile zerstörten katholischen Schule in der Martin-Luther-Straße stand.

Orgel Die Orgel mit 13 Registern auf zwei Manualen und Pedal mit Schleifladen und mechanischer Traktur wurde 1970 von der Firma Oberlinger erbaut. Nach der Jahrtausendwende wurde die Orgel von der Darmstädter Orgelbaufirma Friedrich Eichler überholt und um ein Trompeten-Register im Pedal erweitert.

Glocken Die vier Glocken erklingen im „Salve Regina–Motiv“ (a-h-cis-e; Dur ausgefüllt) und sind abgestimmt auf das Geläut der evangelischen Stadtkirche. GlockeNameGießerGussjahrGewichtI.Josefs-GlockeF. W. Schilling, Heidelberg1960160 kgII.Marienglocke300 kgIII.Christus-Glocke400 kgIV.Martinsglocke1964 700 kg

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Einzelnachweise

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