mini|Wappen der Reichsgrafen Coreth zu Coredo und Starkenberg 1766 und 1772 miniatur|Wappen der Reichsfrei- und Edelherren von Coreth zu Coredo und Rumo 1745 Die Reichsgrafen von Coreth zu Coredo, Freiherren zu Starkenberg und Reichsfrei- und Edelherren von Coreth zu Coredo und Rumo sind ein im 12. Jahrhundert aus Italien nach Tirol gekommenes Adelsgeschlecht. Sie waren u. a. persönliche Berater und Erzieher verschiedener Habsburger Kaiser bzw. Erzherzöge. Die reichsgräfliche Linie trat auch die titulare Nachfolge der 1452 erloschenen Herren von Starkenberg, einem alten Tiroler Ministerialengeschlecht, an. Die freiherrliche Linie stammt vom selben Schloss in Coredo (Castel Coredo) ab, wie jene der Reichsgrafen. Die freiherrliche Linie baute das heruntergekommene Stammschloss in Coredo, das im Jahr 1611 abgebrannt war, wieder vollständig auf und verkaufte es um 1790 an die gräfliche Linie.

Geschichte mini|Coredo heute mini|Innenansicht von Castel Valer 1912 Das Geschlecht ist benannt nach dem ursprünglichen Stammschloss Coredo, oder nach gemeiner Mundart Coreth auf dem Nonsberg in Tirol, das Zecho von Coredo 1150 erbauen ließ. Dasselbe war schon im Jahr 1185 so angesehen, dass zwei Abkömmlinge desselben, Oluradin und Bertold, in der Lehensinvestitur, die vom Fürstbischof zu Trient Albert I. im Jahr 1185 den Grafen Ulrich und Arnold von Eppan über die Schlösser Valvenstein und Arsio erteilt worden war, als Zeugen vorkommen. Odoricus (Odorich, Ulrich) von Coredo wurde von Meinhard II. von Tirol und Herzog von Kärnten, im Jahr 1295 zum Statthalter von Trient ernannt. In einem im kaiserlichen Archiv zu Innsbruck aufbewahrten Akt vom Jahr 1308 wird derselbe bezeichnet als nobilis et potens miles Dominus Odoricus, filius quondam Domini Friederici de Coredo. Und so wird auch er, nach einer im fürstlichen Trientischen Archiv befindlichen Urkunde vom Jahr 1314 über die Zurückgabe des Fleimstals an das Hochstift Trient, mit mehreren der ältesten und vornehmsten Geschlechter Tirols als einer der ersten Zeugen bei dieser Handlung angeführt. Er kommt auch in der ersten im Jahre 1300 über die Tiroler Familien aufgenommenen Matrikel vor. Derselbe Ulrich (Odoricus) von Coredo war von 1284 bis 1326 eine der hervorragendsten Persönlichkeiten am Hofe des Grafen und Herzogs Meinhard II. und seiner Söhne und erscheint nahezu auf allen wichtigen Urkunden. Er besaß auch die Burgen Flavon, Kronmetz und Valer und ist (1296) der erste bekannte Burggraf von Tirol, welches Amt er mehrmals bekleidet; 1295 erscheint er als Hauptmann von Trient. 1300 als Hauptmann von Trient und des Nons- und Sulztales, und 1312 wird er unter jenen Procuratoren genannt, welchen die Regentschaft in Tirol übertragen wird.Carl Ausserer: Der Adel des Nonsberges: Sein Verhältnis zu den Bischöfen und zu den Landesfürsten, seine Schlösser, Burgen und Edelsitze, seine Organisation, Freiheiten und Rechte. Die „Nobili rurali.“ S. 63 ff.

Friedrich von Coredo, ein Sohn Odorichs, unterschrieb 1308 in Briefen als Ritter und desgleichen in einer Urkunde vom Jahr 1345, die ebenfalls in dem oben erwähnten Innsbrucker Archiv vorlag, nobilis miles Dominus Federicus de Coredo filius quondam nobilis et potentis militis Odorici de Coredo genannt.Neues Adeliches Wappenwerk: Geschlechts- und Wappenbeschreibungen zu dem tyroffischen neuen adelichen Wappenwerk, 1. Band, Heft 4, Verlag des Conrad Tyroffschen Wappencomtoirs, Nürnberg 1805, S. 97 ff. Bragherius von Coredo aus dem Zweig Coredo-Valer war der Erbauer des zwischen Taio und Coredo im Nonstal gelegenen und erstmals 1275 urkundlich erwähnten Schlosses Bragher.Walter Landi, Katia Lenzi: Castel Bragher. In: E. Possenti, G. Gentilini, W. Landi, M. Cunaccia (Hrsg.): Castra, castelli e domus murate. Corpus dei siti fortificati trentini tra tardoantico e basso medioevo. Apsat 4. SAP Società Archeologica s.r.l., Mantua 2013, ISBN 978-88-87115-77-2, S. 188.

Gumpolino, ein Nachkomme von Bragherius, hatte nebst anderen Kindern einen Sohn Mugone und eine Tochter Faidia, welche am 21. April 1286 im Schlosse Bragher mit Heinrich einem Sohn des Simon von Thunn-Belvesio (Frau Tono Rospazio) vermählt wurde. Als aber Mugone mit Hinterlassung von vier unmündigen Kindern (Nicolo, Bertolo, Ella und Giuliana) verstorben war, verkaufte ein gewisser Bertoldo (Rechtsanwalt in Tres) als Vormund und Sachwalter der Minderjährigen, alle ihre Rechte, Eigenthum und Besitz auf dem Burgberge und Schlosse Bragher am 21. Juni 1321 an Simon von Thunn-Belvesino. Im folgenden Jahre (1. August 1322) verkaufte auch Hermann, Sohn des Bragherius, welcher keine Nachkommen hinterließ, all seinen Besitz am Schlosse Bragher an Simon von Thunn-Belvesino. So kam die gesamte Herrschaft Bragher in den Besitz der Herren von Thunn, welche ihn seitdem ununterbrochen innehaben und Schloss Bragher bewohnen.

Im 15. Jahrhundert war dieses Haus dem Erlöschen nahe, denn Peter von Coredo (* 1370) von der Linie des Schloss Bragher, der zur Gemahlin die Erbtochter Catharina de Corredo der also im Mannesstamm erloschenen Linie vom Schloss Coreth (Coredo-Valer) hatte, war allein übrig, und zeugte nur einen einzigen Sohn, Anton von Coredo-Bragher (* 1420; † 1471). Letzterer war fürstbischöflicher Massar und wurde nach Aussterben des Stammes Coredo-Valer auf Lebenszeit mit der Burg Coredo belehnt (1424), an der die Familie schon früher Lehensanteile hatte. Derselbe Anton sorgte auch für das Weiterblühen des freiherrlichen und gräflichen Stammes, da ihm seine Gemahlin Petronelle von Ortenburg vier Söhne (Niklaus, Peter, Michael und Tomeo) gebar. Ernst Heinrich Kneschke: Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart: in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung. 1. Band, A-K, Verlag T. O. Weigel, Leipzig 1852, S. 166 f. Niklaus wird der Stammvater der freiherrlichen und Peter der gräflichen Linie, für welche sich das Geschlecht in der Folge im 18. Jahrhundert teilt.

Michael von Coredo hat im 15. Jahrhundert im Nonsberge eine hervorragende Rolle gespielt. Als getreuer Anhänger Herzog Friedrich IV. (Tirol) wurde er 1419 von Peter von Spaur befehdet, musste flüchten, sein Schloss in Coredo wurde ihm abgenommen, jedoch nach dem Spruche von 1420 wieder zurückgestellt. Später war er ein treuer Diener der Bischöfe und wegen seiner getreuen Dienste als Familiaris Episcopi ausgezeichnet und mit neuen Lehen bedacht worden.

Im Jahre 1525 ging der Sturm erneut los, doch gelang es Coredo zu halten. Es erhielt 25 Knechte als Besatzung. Er war nun stets der Wohnsitz der bischöflichen Hauptleute: 1540 des Ulrich von Spaur, 1554 des Friedrich von Heydorf, dann bis 1663 der Herren von Arz, dann des Grafen Nicolaus von Lodron.

Im Jahre 1611 brach in Coredo einen Flächenbrand aus, der das Schloss Coredo (welches zwischenzeitlich auch den Namen Schloss Vigilienburg trug) und die dazugehörige Kirche verbrannte. Die Ruine wurde dem Verfall preisgegeben und das wenige, was übrig blieb, wurde geplündert.

Die rittermäßige Reichsadelstandsbestätigung und Wappenbesserung (mit dem der Starkenberger) als de Coret erfolgte zu Augsburg am 5. September 1555 für Anton de Coredo, seine Bruderssöhne und weitere, sodann eine weitere rittermäßige Reichsadelstandsbestätigung und Wappenbesserung zu Wien, am 25. Mai 1564, aufgrund des Todes Kaiser Ferdinand I. erst vollzogen ebenda, am 12. Dezember 1567.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Deutsches Adelsarchiv, Ausschuss für Adelsrechtliche Fragen der Deutschen Adelsverbände, Deutscher Adelsrechtsausschuss: „Genealogisches Handbuch des Adels“, Band 58, Verlag Ostsee, C. A. Starke., Limburg a. d. Lahn, 1974, S. 13Walter von Hueck (Hg.): "Adelslexikon" - Stiftung Deutsches Adelsarchiv (GHdA), bearbeitet unter Aufsicht des Deutschen Adelsrechtsausschusses, Band 2, Boo-Don, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1972, S. 340 f.

Der herausragendste unter Antons Söhnen war Nikolaus von Coreth (* 1538; † 1591), Edler Herr und Ritter, Berater von Karl Erzherzog von Österreich (palatinat ad personam), Erzieher der Söhne Kaiser Maximilians II. und als Nicoló III. Bischof zu Triest.

Johann Baptist von Coreth (* 1549; † 22. Juni 1616), Ritter und Edler Herr, Domherr in Brixen und Trient, Berater des Bischofs, hat in seinem Testamente verordnet, dass das „verfallene Schloss Coredo auf Nons“ wiederum erkauft, erbaut und zu einem Trientiner Lehen gemacht werden solle. Bevor er Domherr zu Brixen und Trient wurde, war er vermählt mit Juliana Di Grotta de Grumes (bischöflicher Adel), welche eine Großnichte des Kanonikus Paulus Grotta war. Sie war durch Schönheit, Geist und Tugend ausgezeichnet und verstarb jedoch als letztes Opfer der Pest im Jahr 1575. Der beiden Grabstein mit den Wappen befindet sich im Dome zu Trient. Einer seiner Söhne war Niklaus von Coreth († 1646), welcher mit Regina Anna von Spaur, Pflaum und Valör (* 1538) vermählt war. Sein Sohn Ludwig Gaudenz, Reichsritter und Edler Herr (* 1629; † 1715) war vermählt mit der Gräfin Barbara Maria von Arz († August 1738). Sein Sohn Kaspar bildete die erloschene Linie von Cembra.

Maximilian Ernst (* 1622; † August 1680 in Linz) leistete als geheimer Referendar der Ober- und Vorderösterreichischen Lande in Wien wichtige Dienste und schlug die ihm wegen seiner ausgezeichneten Kenntnisse sowohl von Seiten des Kurfürsten von Bayern, als auch vom Herzog von Savoyen angetragene, ansehnliche Ehrenstellen aus. Sein Sohn war der spätere Regierungskanzler zu Innsbruck, Johann Engelhard, erster Freiherr von Coreth. Für diesen Maximilian Ernst und seine Brüder Maximilian und Johann Baptist sowie ihre Verwandten Johann Franz, Ludwig, Gaudenz, Friedrich, Johann Gaudenz und Johann Caspar erfolgte der rittermäßige Reichsadel am 5. September 1655 und die Ritterstandsbestätigung mit „Ritter und Edler Herr von Coreth“ und Wappenbesserung zu Wien am 17. September 1675., Adelslexikon, coresno.com-

Der Freiherrenstand mit „Wohlgeboren“ und Wappenbesserung, kam von Kaiser Leopold I. mit Diplom vom 15. März 1698 zu Wien und dem Prädikat Reichsfrei- und Panierherren von Coreth, Herrn zu Starkenberg, Coredo und Kolbenthurm für Johann Franz Edler Herr von Coreth, k.k. Geheimer Rat und Kammerpräsident in die Familie, später, am 3. Oktober 1729 die Freiherrnstandsbestätigung am 3. Oktober 1729 für Maximilian Ernst, Freiherrn von Coreth.Karl Friedrich Frank: Standeserhöhungen und Gnadenakte für das Deutsche Reich und die Österreichischen Erblande bis 1806, Bd. 1, A-E, Schloss Senftenegg, Seite 194

Der (erbländ.-österr.) alte Reichsfreiherren- und Panierherrenstand mit „Wohlgeboren“ u. Wappenbesserung und dem privileg de non usu kam am 28. April 1745 (Kath – Vorarlberg, Tirol) für Johann Joseph (* 1699; † 1782) Edle Herren und Landmänner in Tirol von Coreth zu Coredo und Rumo in die Familie und wurde in die Tiroler Adelsmatrikel bei der Freiherrenklasse eingetragen. Beschreibung des Wappens und geschichtliche Notiz im Jahrgang 1863, S. 120. Derselbe Johann Joseph wurde im Jahr 1760 zum Grafen von Starkenberg erhoben. Die Burg Alt- und Neustarkenberg in Tarrenz im Bezirk Imst von Tirol wurde 1698 an die Herren von Coreth und späteren Grafen Coreth verkauft, welche das alte Starkenberger Wappen dem ihren schon im 16. Jahrhundert angefügt hatten.

Jetzt teilte sich dieses Geschlecht in die gräflichen und freiherrlichen Linien.