mini|Hermann Maurer (2016) Hermann Maurer (* 26. April 1941 in Wien) ist ein österreichischer Informatiker und Professor Emeritus an der Technischen Universität Graz, Institut für Informationssysteme und Computer Medien. Neben zahlreichen Fachpublikationen verfasste er auch Science-Fiction-Literatur.

Leben Maurer studierte Mathematik an der Universität Wien und der Universität Calgary und wurde 1965 in Wien bei Edmund Hlawka zum Thema Rationale Approximationen irrationaler Zahlen promoviert. Nach Lehrtätigkeiten als Professor von 1966 bis 1971 an der Universität Calgary und von 1971 bis 1977 an der Universität Karlsruhe wurde er 1978 ordentlicher Professor an der Technischen Universität Graz, wo er Gründungsdekan der Fakultät für Informatik war.

Maurer ist Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften, externes Mitglied des Beratungsausschusses der Universität Kuching in Malaysia, Visiting Professor der Donau-Universität Krems und seit 2000 ordentliches Mitglied der Academia Europaea. Im April 2009 wurde er zum Vorsitzenden der Informatik-Sektion der Academia Europaea bestellt, für die er seitdem ein Informationssystem aufbaute (www.ae-info.org).

Wirken Maurer war als Informatiker an der Entwicklung des Bildschirmtexts beteiligt, unter seiner Leitung wurde das österreichische Bildschirmtextterminal MUPID entwickelt. Seine Forschungen auf dem Gebiet des Wissensmanagements führten unter anderem zur Gründung der Firma Hyperwave, mit der er das erste Web Based Informationssystem der zweiten Generation einführte. Dort war er einige Zeit Vorsitzender des Aufsichtsrates. Ihm zu Ehren wurde von Anton Reiter als Vertreter des damaligen Bildungsministeriums die Herstellung einer Telefonwertkarte unter dem Motto „Vom MUPID zum Hyperwave“ in Auftrag gegeben und ihm im Rahmen der Informationstagung Mikroelektronik 1999 überreicht. Von 2006 bis 2009 war er stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der NewHyperG AG. Ebenso entwickelte er unter anderem die eLearning Suite, eine moderne, netzbasierte Unterrichtsplattform.

In seinen Publikationen und Interviews beschäftigt sich Maurer unter anderem mit der Zukunft des Computers und begründet, dass künftige Computeranwendungen mit heutigem Verständnis kaum ausreichend beschrieben werden können. Zur Erklärung zukünftiger Anwendungen verwendet er daher neu interpretierte Fachausdrücke wie Telepathie oder Teleportation.

In seinen Vorträgen weist er auch auf die Risiken der Informationstechnologie hin, beispielsweise auf die Anfälligkeit der Datennetze für terroristische Angriffe. Auch die Verbindung von Stromversorgungsnetzen und Computernetzen bezeichnet er in diesem Zusammenhang als sehr problematisch. Als Lösung sieht er die Abkehr vom Von-Neumann-Prinzip der Gleichbehandlung von Programmen und Daten und die Verlagerung des Betriebssystems in die Hardware – etwa auf Nur-Lese-Chipspeicher – um sie gegen den Angriff von Viren zu schützen.

Neben einer regen Vortragstätigkeit ist Maurer Autor von rund 750 Publikationen. (Abgefragt am 27. Dezember 2016) (Abgefragt am 27. Dezember 2016) Zudem verfasste er eine belletristische Buchreihe über die XPerten die am ehesten dem Genre Science-Fiction zuordenbar ist. Darin prognostiziert er häufig technologische oder technisoziale Entwicklungen.

Auszeichnungen Ehrendoktor der Universitäten St. Petersburg, Calgary und Karlsruhe 1996: Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften 2000: Mitglied der Academia EuropaeaEintrag auf der Internetseite der Academia Europaea 2001: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse 2001: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark

Publikationen (Auswahl) Fachbücher Theoretische Grundlagen der Programmiersprachen, Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1969. mit Hans-Werner Six: Datenstrukturen und Programmierverfahren. Vieweg & Teubner, 1974, ISBN 97835-1902-328-9. als Hrsg.: Hypertext, Hypermedia '91 Informatik-Fachberichte. Tagungsbericht der GI, SI und OCG Graz, Springer Verlag, 1991, ISBN 3-540-54145-4. Sklaverei in Österreich? oder Obst in die Parks! Die Dokumentation einer elektronischen Diskussion. Fric, Wien 1989.

Romane Der Telekinet. Roman. Freya-Verlag, Unterweitersdorf 2002, ISBN 3-902134-30-5. Die Parakämpfer. Roman. Freya-Verlag, 2004, ISBN 3-902134-61-5. Das Paranetz. Zusammenbruch des Internets. Roman. Freya-Verlag, Linz 2004, ISBN 3-902134-72-0. Der Para-Doppelgänger. Roman. Freya-Verlag, 2003, ISBN 3-902134-39-9. Kampf dem großen Bruder. Roman. Freya-Verlag, Linz 2005, ISBN 3-902134-76-3. Im Banne des Wissens. Roman. Freya, Linz 2009, ISBN 978-3-902540-29-4. Xperten – Frieden oder Zerstörung. Roman. Freya, Linz 2012, ISBN 978-3-99025-087-7. Ende des Traumes. Roman. Freya, Linz 2014, ISBN 978-3-99025-172-0.

Autobiografie Um die Welt mit Zwischenfällen … und mehr. Stücke einer Biographie. Martinek Verlag, Perchtoldsdorf 2020, ISBN 978-3-9504500-3-3.

Weblinks

Hermann Maurer bei der Academia Europaea (englisch) Hermann Maurer bei der TU Graz Interview zu 30 Jahre Informatik an der TU Graz auf fuzo-archiv.at Maurers Hypertext-System Hyper-G/HyperWave auf mprove.de Technological Dreams & Nightmares – An Outlook To The (Near) Future (56' video) Cognitive Design, Lübeck 2005

Einzelnachweise

Kategorie:Informatiker Kategorie:Autor Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Graz) Kategorie:Ehrendoktor des Karlsruher Instituts für Technologie Kategorie:Ehrendoktor der Staatlichen Universität Sankt Petersburg Kategorie:Ehrendoktor der University of Calgary Kategorie:Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann