'Richter 110' ist eine Unterlagsrebe die zur Gruppe der Vitis berlandieri x Vitis rupestris Kreuzungen zählt und für die biotechnischen Bekämpfung der Wurzelreblaus verwendet wird. Sie ist sehr starkwüchsig und besitzt eine sehr gute Trockenheitsresistenz und wird daher in ariden Klima geprägten Gebieten verwendet.

Abstammung Kreuzung aus Vitis berlandieri RESSEGUIER 2 x Vitis rupestris MARTIN, von Franz Richter, Frankreich, 1889.Joachim Schmid, Frank Manty, Bettina Lindner: Geisenheimer Rebsorten und Klone. 2009, S. 146–147.Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Schildberger: Weinbau. 9., aktualisierte Auflage. 2013, S. 119.

Ampelografische Merkmale Triebspitze: halboffen bis offen, spinnwebartig behaart, karminrot umrandet Junges Blatt: spinnwebartig behaart, bronziert, glänzend, blasig Ausgewachsenes Blatt: klein, nierenförmig, glänzend, etwas blasig, dachrinnenförmig zusammengefaltet, große, spitzbogige Blattrandzahnung; Blattunterseite gänzlich unbehaart, offene, u-förmige Stielbucht Triebe: unbehaart, gerieft, an der Triebspitze rot gefärbt. Verholzter Trieb matt, rötlich-schokoladenfarben bis grau-bräunlich, lange Internodien Blüte: männlicher Scheinzwitter

Eigenschaften – Verwendung Diese Spezialunterlagsrebe ist sehr starkwüchsig und sehr trockenheitsresistent. Sie findet daher nur und wegen ihrer späten Reife in südeuropäischen Anbaugebieten Verwendung. Sie besitzt eine mittlere Kalkverträglichkeit und eine geringe Nematodenresistenz. Benötigt eine gute Magnesiumversorgung. Staunässe im Frühjahr führt leicht zu Chlorose. Die Kombination mit der Sorte Syrah führt zu Blattvergilbungen. Auf Grund der angeführten Eigenschaften ist sie nur für sehr frühe Lagen und sehr trockene, niederschlagsarme Standorte mit niedrigem bis mittleren Kalkgehalt (Aktivkalktoleranz ~ 17 %, IPC 30) des Bodens, geeignet.

Synonyme

Literatur Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Schildberger: Weinbau (= AV-Fachbuch.). 9., aktualisierte Auflage. Cadmos, Wien 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4. D. P. Pongrácz: Rootstock for Grape-vines. David Philip Publisher, Cape Town u. a. 1983, ISBN 0-908396-67-8, S. 58–59, S. 90–92. Jancis Robinson: Das Oxford-Weinlexikon. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Hallwag, München 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9. Joachim Schmid, Frank Manty, Bettina Lindner: Geisenheimer Rebsorten und Klone (= Geisenheimer Berichte. 67). Forschungsanstalt Geisenheim – Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung, Geisenheim 2009, ISBN 978-3-934742-56-7.

Weblinks

Forschungsanstalt Geisenheim, Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung (PDF; 158 kB)

Einzelnachweise

Kategorie:Weinrebenhybride Kategorie:Pflanzenveredelung