Ammoniumamalgam ist eine Ammonium-Quecksilberverbindung. Aus Ammoniak (NH3) und Säuren (HX) entstehende Ammoniumsalze (NH4X) ähneln in ihren Eigenschaften sehr den Alkalisalzen (MX), insbesondere den Kalium-Salzen. Dies ist auf die ähnlichen Ionenradien des Kalium- und des Ammonium-Ions zurückzuführen. Es wurde daher schon früh versucht, ähnlich wie bei den Alkalimetallen, ein Ammonium-Metall frei zu gewinnen; es gelang jedoch, das Amalgam des Ammoniumions mit Quecksilber herzustellen.

Geschichte und Darstellung Das Ammoniumamalgam wurde 1808 parallel von Davy und Berzelius entdeckt.Prandtl, W.: Humphry Davy, Jöns Jacob Berzelius, zwei führende Chemiker aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 1948 Eine Darstellung ist durch Elektrolyse von Ammoniumchlorid an einer Quecksilber-Kathode als graue, schwammige Substanz oder durch Reaktion von Natrium- oder Kaliumamalgam mit wässrigen Ammoniumsalz-Lösungen möglich.Hofmann, H., Jander, G.: Qualitative Analyse, 1972, Walter de Gruyter, ISBN 3110036533 Bei neueren Untersuchungen wurde eine Struktur der Form H3N–Hg–H postuliert, die jedoch nur in Quecksilber gelöst für kurze Zeit stabil bleibt.

Eigenschaften Ammoniumamalgam ist ein silberglänzender, bei 20 °C butterweicher Feststoff oder eine schwammartige und voluminöse Masse, die sich ab −30 °C zersetzt. Bei Raumtemperatur oder beim Kontakt mit Wasser oder Alkoholen zerfällt sie teilweise schlagartig in Quecksilber, Ammoniak und Wasserstoff:

Einzelnachweise

Kategorie:Ammoniumverbindung Kategorie:Amalgam