Das Stade du 28 Septembre ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage in der guineischen Hauptstadt Conakry. Die derzeit überwiegend für Fußballspiele genutzte Arena bietet 25.000 Zuschauern Platz.

In der Hoffnung, die Fußball-Afrikameisterschaft 2016 austragen zu können, wurde beabsichtigt, die Sportstätte auf bis zu 80.000 Zuschauerplätze zu erweitern; dann sollte es ausschließlich Sitzplätze geben. Die Meisterschaften wurden aber – nun für 2015 – an Marokko vergeben. Zwischenzeitlich wurde in Nongo bei Conakry ein neues Stadion gebaut, das zuweilen auch für Spiele der Fußballnationalmannschaft genutzt wird; dort finden etwa 50.000 Besucher Platz.

Name Die Anlage wurde in Erinnerung an das Referendum über die Verfassung der Fünften Französischen Republik am 28. September 1958 benannt. In Guinea wurde bei dem Referendum mit großer Mehrheit mit „Nein“ abgestimmt. Das führte schließlich zur Unabhängigkeit Guineas von Frankreich am 2. Oktober 1958.

Massaker vom 28. September 2009

Am 28. September 2009 versammelten sich Anhänger der politischen Opposition im Stadion, um gegen die autoritäre Politik von Präsident Moussa Dadis Camara zu demonstrieren und dessen Rücktritt zu fordern. Sicherheitskräfte schossen dabei in die Menge; 157 Personen wurden getötet, 1.200 verletzt. Die guineische Regierung erklärte, 56 seien durch die Schüsse getötet worden, die anderen Personen seien zu Tode getrampelt worden.Scott Stearns: UN Begins Inquiry Into Guinea Violence; Voice of America, 26. November 2009.Guinea soldiers shoot dead ‘dozens’ of protesters; The Telegraph, 28. September 2009.‘Scores killed’ at Guinea protest; Al-Jazeera, 29. September 2009.

Zehntausende Menschen hatten sich im Stadion versammelt, um gegen eine mögliche Kandidatur Camaras bei den Präsidentschaftswahlen und gegen die Militärherrschaft zu protestieren. Nach späteren gerichtlichen Feststellungen wurden bei dem Massaker zudem mindestens 109 Frauen und Mädchen vergewaltigt. Im Zuge der juristischen Aufarbeitung wurden Camara und sieben seiner Kommandeure nach einem 22 Monate dauernden Prozess im Jahr 2024 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Der frühere Kommandeur der Präsidentengarde Aboubacar Sidiki Diakité, genannt „Toumba“, erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren, Camara wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt und im März 2025 aus gesundheitlichen Gründen begnadigt. Diakité starb im März 2026 während der Verbüßung seiner Strafe nach einem medizinischen Notfall in einem Militärkrankenhaus in Conakry.

Einzelnachweise

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