Sumy ( ; ) ist eine Stadt in der Oblast Sumy im Nordosten der Ukraine. Die Stadt hat 268.409 Einwohner (2025) und ist der Verwaltungssitz der Oblast sowie des sie umgebenden Rajon Sumy, ist mit der Auszeichnung „Heldenstadt der Ukraine“ geehrt worden mini|links|Blick auf die Innenstadt von Sumy mini|Dreifaltigkeitskathedrale

Geschichte Die Stadt wurde 1652 am Fluss Psel, einem linken Nebenfluss des Dnepr, als eine Festung des Zarentums Russlands gegründet. Ihre ersten Einwohner waren ukrainische Flüchtlinge auf russischem Gebiet, die während des Chmelnyzkyj-Aufstandes der erneuten polnischen Unterdrückung entkommen wollten, die sich im Vertrag von Bila Zerkwa (1651) abzeichnete. Der Zar wies ihnen den Siedlungsort an der Mündung des Flusses Suma in den Psel zu und entsandte den Woiwoden Kirill Arsenjew mit Soldaten und Festungsbaumeistern, die bis 1658 die Festung Sumy fertigstellten. Sie war eine der größten in der Region und war oft das Ziel von Überfällen der Krimtataren und der aufständischen Kosaken (wie etwa beim Rasin-Aufstand), wurde jedoch nie eingenommen. Im Großen Nordischen Krieg war Sumy der Hauptstützpunkt der russischen Armee im Vorfeld der Schlacht bei Poltawa gegen Schweden. Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum. Im 19. Jahrhundert war die Stadt das Verwaltungszentrum des Ujesd Sumy im Gouvernement Charkow des Russischen Kaiserreiches.

Während der deutschen Besetzung in den Jahren 1941 bis 1943 wurde Sumy stark in Mitleidenschaft gezogen,zur militärischen Situation in der Ukraine im Jahr 1943 siehe hier und Unternehmen Zitadelle die Wiederauferstehungskirche und die Kirche der Verklärung blieben aber unversehrt. Die zerstörten Stadtteile wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

In Sumy lag das sowjetische Kriegsgefangenenlager 134 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.

In den ersten Tagen des russischen Überfalls auf die Ukraine seit dem 24. Februar 2022 gab es in Sumy Gefechte zwischen russischen Angreifern und ukrainischen Verteidigern. Sumy wurde von russischen Truppen eingekesselt. Sie wurde von Zivilisten verteidigt, von den meisten ohne militärische Erfahrung. Die rund 50 Berufssoldaten der ukrainischen Armee waren nach dem ersten Gefecht am Tag des Kriegsbeginns in ein anderes Gebiet abgezogen worden; die meisten Polizisten und viele lokale Behörden waren geflohen. Am 9. März 2022 verließen 44.000 Menschen in 10.000 Privatautos und 85 Bussen Sumy.Meldung von 4:42 Uhr Anfang April 2022 wurde die Stadt und die umliegende Region nach dem Abzug der russischen Streitkräfte in den Südosten und Süden der Ukraine wieder von ukrainischen Truppen kontrolliert.n-tv.de: Ukraine meldet Befreiung der Region Sumy, 8. April 2022

Am 13. April 2025 starben bei einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen 34 Zivilisten. Die zweite Rakete explodierte, als Menschen den von der ersten Rakete Getroffenen zur Hilfe kamen. (Double Taphttps://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-wie-putin-retter-helfer-und-aerzte-toetet-UHF76EKVWZFENDGOCFNXQFK72I.html). Russland bestätigte den Angriff mit zwei Iskander-Raketen und behauptete ein Treffen des ukrainischen Militärkommandos.bbc.com (russisch) Ukrainische Streitkräfte reagierten mit der Bombardierung der Standorte der russischen 112. und 448. Raketenbrigaden in Schuja und in Kljukwa.https://www.bbc.com/russian/articles/cx2yn9l5717ohttps://theins.ru/news/280642

Mitte Juli 2025 begannen ukrainische Truppen Gebiete zurückzuerobern.Russische Streitkräfte um Sumy zurückgedrängt (18. September 2025).

Verwaltungsgliederung Am 24. April 2019 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Sumy (Сумська міська громада/Sumska miska hromada). Zu dieser zählten auch die 2 Stadtrajone Saritschtschja und Kowpak und die 6 Dörfer Kyryjakiwschtschyna, Pischtschane, Sahirske, Schytejske, Trochymenkowe und Werchnje PischtschaneВідповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Сумській області на території Сумської міськради Піщанська сільська рада рішенням від 24 квітня 2019 року після надання згоди Сумською міською радою рішенням від 24 квітня 2019 року, bis dahin bildete sie in den gleichen Grenzen die gleichnamige Stadtratsgemeinde Sumy (Сумська міська рада/Sumska miska rada) unter Oblastverwaltung im Zentrum des ihn umgebenden Rajons Sumy. Am 12. Juni 2020 kamen noch die 14 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer zum Gemeindegebiet.Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 723-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Сумської області"

Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon SumyВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Sumy Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Bytnyzja Битиця Битица (Bitiza) Chomyne Хомине Хомино (Chomino) Kardaschiwka Кардашівка Кардашовка (Kardaschowka) Kyryjakiwschtschyna Кирияківщина Кирияковщина (Kirijakowschtschina) Lypnjak Липняк Липняк (Lipnjak) Mykilske Микільське Никольское (Nikolskoje) Pischtschane Піщане Песчаное (Pestschanoje) Puschkariwka Пушкарівка Пушкаревка (Puschkarewka) Radkiwka Радьківка Радьковка (Radkowka) Rybzi Рибці Рыбцы (Rybzy) Sahirske Загірське Загорское (Sagorskoje) Schewtschenkowe Шевченкове Шевченково (Schewtschenkowo) Schytejske Житейське Житейское (Schiteiskoje) Selenyj Haj Зелений Гай Зелёный Гай (Seljony Gai) Stezkiwka Стецьківка Стецковка (Stezkowka) Trochymenkowe Трохименкове Трофименково (Trofimenkowo) Wakaliwschtschyna Вакалівщина Вакаловщина (Wakalowschtschina) Welyka Tschernetschtschyna Велика Чернеччина Великая Чернетчина (Welikaja Tschernettschina) Werchnje Pischtschane Верхнє Піщане Верхнее Песчаное (Werchneje Pestschanoje) Wilschanka Вільшанка Ольшанка (Olschanka)

Bevölkerungsdaten 1850 – 11.500 Einwohner 1897 – 27.564 Einwohner 1913 – 50.400 Einwohner 1926 – 44.000 Einwohner 1939 – 69.000 Einwohner 1959 – 98.000 Einwohner 1970 – 159.000 Einwohner 1979 – 231.558 Einwohner 1989 – 293.706 Einwohner 2001 – 295.847 Einwohner 2004 – 288.200 Einwohner 2026 – 268.409 Einwohner

Nationale Zusammensetzung 1897 – 70,53 % Ukrainer, 24,1 % Russen 1926 – 80,7 % Ukrainer, 11,8 % Russen 1959 – 79,0 % Ukrainer, 20,0 % Russen 2001 – 84,5 % Ukrainer, 12,5 % Russen, 0,2 % Juden 2017 – 92 % Ukrainer, 6 % Russen (Umfrage der Meinungsforschungsgruppe „Rating“)

Wirtschaft und Verkehr In Sumy werden heute Produkte der Leichtindustrie (Schuhe) hergestellt, daneben gibt es Betriebe der Schwerindustrie und des Apparatebaus (Elektronenmikroskope). Das 1896 gegründete Sumy Machine-Building Science-and-Production Association – Engineering (ukrainisch Сумське машинобудівне науково-виробниче об’єднання – Інжиніринг) ist mit 5000 Beschäftigten und 200 Hektar Werksgelände eines der großen europäischen Maschinenbauunternehmen.

Die Stadt liegt an der Regionalstraße P-01 (Kiew–Pryluky–Romny–Kursk) und ist Endpunkt der Regionalstraße P-17 (Oleksandrija–Krementschuk–Poltawa–Ochtyrka–Sumy). Die Stadt ist darüber hinaus ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Anschlüsse bestehen in Richtung Belgorod, Charkiw und Konotop/Kiew.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ansicht der Christi-Auferstehungs-Kirche mini|Tschechow-Museum Im Stadtgebiet von Sumy befinden sich mehrere denkmalwürdige Bauwerke. Eines davon ist die unter Denkmalschutz stehende Christi-Auferstehungs-Kirche (Woskresenska zerkwa). Sie verkörpert ein 1702 errichtetes, zweigeschossiges Bauwerk des ukrainischen Barocks. Das Untergeschoss besitzt ein dreiteiliges Tonnengewölbe, auf dem grundrisskonform ein quadratisches Schiff sowie der ebenso quadratischen Altarraum und der Babinez (Westteil) ruhen. Ihr Baumeister ist unbekannt, er soll jedoch aus dem Kreis der sloboschanischen Architekturschule stammen und mit dieser Kirche ein am besten erhaltenes Zeugnis dieser Ausprägung geschaffen haben.Grigori Nikonowitsch Logwin (Hryhorij Nykonovyč Lohvyn): Ukraine und Moldawien. Ein Bildhandbuch. (= Kunstdenkmäler in der Sowjetunion), Edition Leipzig, Leipzig 1984, S. 447–448.

Im Viertel Luka steht in der Tschechow-Straße 79 ein Tschechow-Museum. Der Schriftsteller hielt sich in der Zeit vom Mai 1888 bis zum August 1894 gelegentlich in dem Haus auf.

Persönlichkeiten

Oleksij Altschewskyj (1835–1901), Bergbauingenieur, Industrieller, Bankier und Philanthrop Mykola Hrunskyj (1872–1951), Philologe und Universitätsrektor Jekaterina Peschkowa (1876–1965), russische Menschenrechtlerin und erste Frau Maxim Gorkis Pawlo Sajzew (1886–1965), Philologe, Literaturkritiker, Schewtschenko-Biograph und Politiker Lew Kerbel (1917–2003), sowjetischer Bildhauer Tamara Abowa (1927–2019), sowjetische bzw. russische Rechtswissenschaftlerin und Hochschullehrerin Wolodymyr Holubnytschyj (1936–2021), sowjetischer Sportgeher und Olympiasieger Wolodymyr Dudka (* 1964), Reservekapitän 2. Ranges der ukrainischen Marine, politischer Gefangener Oleksandr Uschkalenko (* 1964), Skilangläufer Marina Ignatowa (* 1967), sowjetische bzw. russische Unternehmerin und Politikerin Oleh Kostromitin (* 1972), Eisschnellläufer Switlana Konstantynowa (* 1975), Eisschnellläuferin Juri Iwanowitsch Podoljaka (* 1975), pro-russischer Blogger Ruslan Lyssenko (* 1976), Biathlet Wolodymyr Olschanskyj (* 1976), Skilangläufer Andrij Fomin (* 1977), Eisschnellläufer Tetjana Rud (* 1977), Biathletin Oleksandr Bilanenko (* 1978), Biathlet Artjom Besrodny (1979–2016), Fußballspieler Kateryna Burmistrowa (* 1979), Weltmeisterin und Europameisterin im Ringen Dmytro Kuleba (* 1981), Diplomat und Minister Oleh Hussjew (* 1983), Fußballspieler Hanna Mischtschenko (* 1983), Mittelstreckenläuferin Oleh Bereschnyj (* 1984), Biathlet Witalij Korsch (* 1987), Sprinter Hanna Plotizyna (* 1987), Hürdenläuferin Anton Schynder (* 1987), Fußballspieler Mychailo Serdjuk (* 1989), Biathlet Oleksandr Holowasch (* 1991), Radrennfahrer Inna Kaschyna (* 1991), Geherin Walerij Samodaj (* 1991), Beachvolleyballspieler Maryna Hladun (* 1992), Beachvolleyballspielerin Oksana Schkurat (* 1993), Hürdenläuferin Julija Schurawok (* 1994), Biathletin Anastassija Merkuschyna (* 1995), Biathletin Bohdan Zymbal (* 1997), Biathlet Julija Krol (* 1998), Skilangläuferin Bohdan Borkowskyj (* 2004), Biathlet

Städtepartnerschaften alt=Wappen in Partnerstadt Celle|mini|Siegel von Sumy als Granit-Kunstwerk in der Partnerstadt Celle Sumy weist folgende Partnerstädte auf: StadtLandseitTypBanská Bystrica 15px2016PartnerstadtBelgorod 15px beendet 2014Celle 15px1990PartnerstadtGorzów Wielkopolski 15px2005PartnerstadtGuiyang2021PartnerstadtHarbin2020PartnerstadtKursk 15px2007beendet 2014Kutaissi 15px2018PartnerstadtLublin 15px2013PartnerstadtMažeikiai 15px2020PartnerstadtNitra 15px1997PartnerschaftOstrava 15px PartnerschaftSewerodwinsk 15px2001beendet 2014Wraza 15px1966PartnerstadtXinxiang2018PartnerstadtZamość 15px verjährtZhuji, Shaoxing2018PartnerstadtMurino1488Partnerstadt Die Zusammenarbeit mit den russischen Städten Belgorod, Kursk und Sewerodwinsk wurde 2014 seitens Sumy abgebrochen.

Einzelnachweise

Weblinks

Universität Sumy

Kategorie:Ort in der Oblast Sumy Kategorie:Hauptstadt einer Oblast in der Ukraine Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in der Ukraine Kategorie:Ort am Psel

Kategorie:Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden