Die Kirche Aulowönen (der Ort hieß von 1938 bis 1946 Aulenbach (Ostpreußen)) war eine Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Feldsteinkirche mit (späterem) Holzturm. Bis 1945 war sie evangelisches Gotteshaus für die in 44 Orten im Kirchspiel Aulowönen (heute russisch: Kalinowka) lebenden Menschen. Die Kirche ist nicht mehr erhalten.

Geographische Lage Das heutige Kalinowka liegt 21 km nördlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg) an der russischen Fernstraße A 197 (einstige deutsche Reichsstraße 137). Durch den Ort verlief vor 1945 die Bahnstrecke Insterburg–Groß Skaisgirren der Insterburger Kleinbahnen. Der ehemalige Standort der Kirche ist heute nicht mehr erkennbar.

Kirchengebäude Im Jahre 1610 gründete man in Aluwönen eine KircheKirchspiel Aulowönen/Aulenbach (Ostp.) - GenWiki. Das Gotteshaus allerdings brannte 1709 ab, und ein nachfolgend errichteter Holzbau hielt nur bis 1727 stand. In den Jahren 1728 bis 17390 entstand ein dauerhafter steinerner Bau. Es handelte sich um einen schlichten FeldsteinbauWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, Seite 101, dem später ein Holzturm mit welscher Haube aufgesetzt wurdeПосёлок Калиновка - Siedlung Kalinowka bei prussia39.ru - mit alten Dorfansichten, u. a. auch der Kirche. Den Entwurf für das Bauwerk erstellte Landbaumeister Fischer, der einen Kirchenbau in „geschmackvollem Stil bei sparsamsten Mitteln“ plante.

Der Innenraum des etwa 33 Meter langen und 13 Meter breiten Gebäudes hatte eine flache, niedrige Decke. Die Emporen zogen sich um das ganze Schiff herum. Stichbogige Fenster gewährleisteten einen hellen Raum, der mit weiß und gold gestrichenen Gestühl und Bänken ein festliches Gepräge zeigte.

Der Kanzelaltar stammte aus der Gründungszeit der Kirche. Ausstattungsgegenstände der alten Kirche wurden nur zum Teil übernommen, der andere Teil wurde einem Kirchenmuseum zugeführt. Zu den wertvollsten liturgischen Gegenständen gehörten ein Bibelbuch aus dem Jahre 1565 mit verbleiten Zinndeckeln sowie zwei sehr große Messing-Altarleuchter von 1640.

Wohl um das Jahr 1747 wurde eine Orgel in der Kirche installiert, die 1859 von Orgelbaumeister Schwerweit aus Königsberg (Preußen) restauriert wurde. Sie wurde 1932 durch einen Neubau der Orgelwerkstatt Furtwängler aus Hannover ersetzt wurde.

Die beiden Glocken der Kirche stammten aus den Jahren 1735 und 1779.

Die Kirche wurde nach 1945 zu einem nicht bekannten Zeitpunkt abgerissen.

Kirchengemeinde Die Errichtung der Kirchengemeinde Aulowönen erfolgte im Jahr 1610Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 480 bis 481. Die Dörfer Juckeln (seit 1918 Buchhof, heute russisch: Buchowo), Warkau (Schischkino, nicht mehr existent), Gaiden (Stepnoje), Alt Lappönen (Datschnoje) und Jennen (Podlesnoje, nicht mehr existent) bildeten mit Aulowönen den Kern der Siedlung, die zur Gründung des Kirchspiels führteKirchspiel Aulowönen/Aulenbach (Ostp.) - GenWiki (wie oben). Bis 1945 gehörte die immerhin 44 Kirchspielorte umfassende Pfarrei zum Kirchenkreis Insterburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahr 1925 zählte die Gemeinde 4726 Gemeindeglieder.

Aufgrund von Flucht und Vertreibung und der restriktiven Religionspolitik der Sowjetunion brach nach 1945 das kirchliche Leben in Aulowönen wie in ganz Nordostpreußen ein.

Erst in den 1990er Jahren entstanden wieder neue evangelisch-lutherische Gemeinden, von denen heute Bolschakowo (Groß Skaisgirren, 1938–1946 Kreuzingen) dem heutigen Kalinowka am nächsten liegt. Sie gehört zur Propstei Kaliningrad (deutsch/russisch) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Kirchspielorte Zum Kirchspiel der Kirche Aulowönen bzw. Aulenbach (Ostpr.) gehörten bis 1945 44 Orte und OrtschaftenWalther Hubatsch, Band 3 (wie oben).- Die mit einem * gekennzeichneten Namen nennen Schulorte: Name Änderungsname1938–1946 Russischer Name Name Änderungsname1938–1946 Russischer Name *Ackmenischken Steinacker Udarnoje Laukogallen Bernhardseck Mjatnoje Adlig Warkau Lindenberg Alt Lappönen Datschnoje Lindicken Krasnoje * Aulowönen,bis 1923: Groß Aulowönen Aulenbach (Ostpr.) Kalinowka Milszlauken, 1936–1938: Milschlauken Milchfelde Berszienen,1936–1938: Berschienen Birkenhof Ogonkowo Mittel Warkau Stassowo Bersziupchen,1936–1938: Bersziubchen Birkenhausen Naggen,seit 1929: Lindenhausen Buchhof,bis 1918: Juckeln Buchowo Neu Lappönen Osjornoje *Budwethen Streudorf Neu Warkau Eichhorn Jablotschnoje Paducken Padau Ernstwalde Nowaja Derewnja Papuschienen Tannenfelde Doroschny Gaiden Stepnoje Rauben *Gerlauken Waldfrieden Fjodorowo Rudlauken Ossafurt Groß Warkau Schischkino Schiwinnen Schattenau Gründann *Schuiken *Jennen Podlesnoje Schruben Kallwischken Hengstenberg Mostowoje Schuppinnen Lugowoje Kemsen Skardupönen Klingen (Ostpr.) Wologodskoje Keppurlauken Staggen Klein Aulowönen *Swainen Sadowoje Klein Popelken Tobacken Klein Schunkern *Wasserlauken Wasserlacken Wesnowo Klein Warkau Willschicken Wilkental

Pfarrer An der Kirche Aulowönen amtierten von 1610 bis 1945 als evangelische GeistlicheFriedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, Seite 18: Johann Neander, 1610–1638 Johann Fuchs, bis 1654 Jacob Albrecht Pusch, 1654–1667 Christoph Voigt d. Ä., 1667–1782 Christoph Voigt d. J., 1682–1709 Johann Christoph Voigt, 1710–1746 Jonas Christoph Pusch, 1746–1771 Johann Friedrich Roscius, 1772–1808 Johann Friedrich Hertell, 1808–1825 Eduard Alexander Hundertmark, 1841–1845 Julius Hermann Schulz, ab 1845 August Friedrich Schulz, 1853–1882 Carl Heinrich Bernhard Moeller, 1882–1919 Julius Jacob Alexy, 1919–1926 Paul Bernecker, 1927–1936 Gerhard Matern, ab 1938

Weblinks Aulowönen (Bildarchiv Ostpreußen)

Einzelnachweise

Kategorie:Erbaut in den 1720er Jahren Aulowonen Aulowonen Aulowonen Kategorie:Zerstört im 20. Jahrhundert Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Russland Aulowonen Aulowonen Aulowonen