mini|Ausschnitt aus dem Stellschirm Sumidagawa/Ueno mini|„Sich umblickende Schöne“ mini|Aus Tsuitate no kage mini|Aus Yoshiwara no tei mini|Seiten aus Ukiyo tsuzuki-e zukushi Hishikawa Moronobu (; * 1618 in Hota, Heguri-gun, Provinz Awa (heute: Kyonan, Awa-gun, Präfektur Chiba); † 25. Juli 1694) war ein japanischer Maler und Graphiker. Er gilt als erster großer Meister des Japanholzschnitts und Begründer des Ukiyo-e-Stils.
Biografie Hishikawa Moronobu, Sohn des Bildstickers Hishikawa Kichizeiemon Michishige,Franz Winzinger: Koi no Tanoshimi. Nachwort. In: Vergnügungen der Liebe. 1988, S. 39–45. wurde in Hota geboren als Sohn einer Familie, die aufwendig dekorierte Stoffe produzierte. Früh an Malerei interessiert, ging er mit etwa 16 Jahren nach Edo, beschäftigte sich dort mit der Malweise der Tosa- und Hasegawa-Schule und begann, ohne einen Lehrer gehabt zu haben, Bücher zu illustrieren.
1672 erschien ein Werk Buke hyakunin isshu () mit signierten Holzschnitten von ihm. Das war das erste Mal, dass Illustrationen mit dem Namen des Künstlers erschienen. Er wurde schnell zum bekannten Künstler in Edo, weitere Bücher folgten, unter anderem Ukiyo hyakunin bijin (), Ukiyo tsuzuki (), Bijin-e zukushi (). Insgesamt soll er Illustrationen für über hundert Bücher über Kriege, Abenteuer und gelegentlich auch für Reiseführer geliefert haben. Er illustrierte daneben über fünfzig Bücher mit erotischem Inhalt (, kōshoku-bon) wie verschiedene Kopfkissenbücher (wie Yoshiwara-mukura und Yoshiwara kagami, um 1660) und das 1683 erschienene Holzschnittbuch Koi no Tanoshimi,Hishikawa Moronobu: Vergnügungen der Liebe. Koi no Tanoshimi. Mit Erläuterungen von Franz Winzinger, Harenberg Kommunikation, Dortmund 1979, 4. Auflage ebenda 1988 (= Die bibliophilen Taschenbücher. Band 128). aber auch einfache Lektüren für Frauen und Kinder (, kana zōshi).
Hishikawa veröffentlichte Themen aus seinen Buch-Illustrationen als größere „Einblatt-Drucke“ (ichimai-e), die als Sätze von mehreren Blättern erschienen und die als Beginn der Ukiyo-e gelten können. Seine Bilder weisen einen einfachen, kräftigen Strich aus. Im Bildaufbau orientierte er sich am Yamato-e mit seiner 45-Grad-Perspektive.
Neben der Druckgraphik in Schwarzweiß (manchmal handkoloriert) schuf Hishikawa Wandschirme, Bildrollen und Hängerollen.
Sein Werk wurde von seinen Söhnen Morofusa () und Moronaga () (adoptiert, Mann seiner Tochter) sowie von seinen Schülern Moroshige (), Tomofusa (), Morohira () und anderen weitergeführt.
Werk Wandschirme (Auswahl) Sumidagawa/Ueno fuzoku byōbu ()
Gemälde (Auswahl) Mikaeri bijin zu () Nationalmuseum Tokio Tachi bijin zu ()
Bildrollen (Auswahl) Edo fūzoku e-maki () 39,1 × 903,7 cm, MOA-Kunstmuseum Hokurō (Yoshiwara) oyobi engeki zukan () 32,1 × 697,0 cm, Nationalmuseum Tokio Ōeyama-oni taiji emaki () Drei Bildrollen, Fujita-Kunstmuseum
Druckserien (Auswahl) Yoshiwara no tei () Edo butsusan no tei () Ueno hanami no tei () Tsuitate no kage ()
Literatur Chiba Museum of Art (Hrsg.): Hishikawa Moronobu Exhibition, 2000. Inagaki Shin’ichi: Ukiyoe nyūmon. Kawade Shobo Shinsha, 1990. ISBN 4-309-72476-0. S. Noma (Hrsg.): Moronobu. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1008. Tazawa Yutaka: Bibliographical dictionary of Japanese Art. Kodansha International, 1981. ISBN 0-87011-488-3.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Japan) Kategorie:Ukiyo-e-Künstler Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1694 Kategorie:Mann